Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg

Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Baden-Württemberg im Konjunkturverlauf

Im Jahr 2010 arbeiteten in Baden-Württemberg durchschnittlich 5,59 Millionen Menschen, das waren rund 23 000 oder 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die kräftige konjunkturelle Erholung der baden-württembergischen Wirtschaft im vergangenen Jahr sorgte dafür, dass die Arbeitsmarktbilanz bereits ein Jahr nach der schweren Wirtschaftskrise wieder positiv ausfiel. Das reale Wirtschaftswachstum dürfte im Jahr 2010 um 4 ¾ Prozent gestiegen sein. Das Wirtschaftswachstum stellt einen Frühindikator für die Entwicklung der Erwerbstätigkeit dar, so dass zeitverzögert auch die Beschäftigung dem konjunkturellen Trend folgt. Aktuell spiegelt sich das starke Wirtschaftswachstum nur begrenzt auf dem Beschäftigungsmarkt wider. Grund: Um die Auswirkungen der zurückliegenden Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt so gering wie möglich zu halten und Entlassungen zu vermeiden, wurde die Kurzarbeit in den Jahren 2008 und 2009 stark ausgeweitet. Ohne die starke Inanspruchnahme der Kurzarbeit wären sicherlich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den baden-württembergischen Arbeitsmarkt weitaus gravierender ausgefallen. Im vergangenen Jahr ging mit dem kräftigen Zuwachs des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts die Kurzarbeit wieder drastisch zurück. Im November 2010 waren in Baden-Württemberg nach neuesten Angaben der Bundesagentur für Arbeit noch knapp 34 000 Personen konjunkturell bedingt von Kurzarbeit betroffen, im November 2009 waren es mit 216 000 Personen gut sechsmal so viele. Von daher spiegelte sich der starke Konjunkturaufschwung im Jahr 2010 anders als in früheren Aufschwungphasen stärker in einer höheren Auslastung des bereits vorhandenen Stammpersonals als in Neueinstellungen wider. Die konjunkturelle Erholung kam vor allem den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zugute. Zur Jahresmitte 2010 waren 3,89 Millionen Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 33 000 bzw. 0,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Schaubild: Erwerbstätigkeit in Baden-Württemberg im Konjunkturverlauf

Erwerbstätigkeit in Baden-Württemberg im Konjunkturverlauf
JahrBruttoinlandsprodukt1) (preisbereinigt)Erwerbstätige1)Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte2)
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %

1) Jahresdurchschnitte.

2) Stichtag jeweils zum 30.6.

Quelle: Arbeitskreis »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder«, Arbeitskreis »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder«, Bundesagentur für Arbeit.

1992+1,2+1,0+1,2
1993−4,1−1,5−2,7
1994+2,1−1,0−2,3
1995+1,7+0,0−0,6
1996+1,9+0,3−1,1
1997+2,4+0,5−1,0
1998+2,5+1,4+0,2
1999+2,7+1,4+1,3
2000+3,7+2,7+2,4
2001+2,7+1,4+1,3
2002−1,3−0,1+0,0
2003−0,3−0,8−1,7
2004+0,7+0,2−1,3
2005+0,2+0,1−0,6
2006+5,2+0,6+0,7
2007+2,9+1,6+1,7
2008+0,9+1,5+2,3
2009−7,4−0,6−0,9
2010+4,8+0,4+0,9

Entwicklung von Arbeitslosigkeit und Erwerbstätigkeit in Baden-Württemberg

Die Entwicklungen von Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit folgen dem konjunkturellen Trend erfahrungsgemäß erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung. Durch die starke Inanspruchnahme der Kurzarbeit während der zurückliegenden schweren Wirtschaftskrise konnten Entlassungen und damit eine starke Zunahme der Arbeitslosigkeit weitgehend vermieden werden. In der aktuellen konjunkturellen Erholungsphase wird diese Unterauslastung des vorhandenen Personals zunächst abgebaut, bevor es zu Neueinstellungen und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit kommt. Im Jahr 2010 ging die Zahl der Arbeitslosen deshalb lediglich um knapp 12 000 auf rund 273 000 zurück. Die auf alle zivilen Erwerbspersonen bezogene Arbeitslosenquote betrug 5,5 Prozent.

Schaubild: Arbeitslosigkeit und Erwerbstätigkeit in Baden-Württemberg

Erwerbstätige, Arbeitslose und Arbeitslosenquoten in Baden-Württemberg seit 1991 im Jahresdurchschnitt
Jahr1)ErwerbstätigeArbeitsloseArbeitslosenquote bezogen
auf alle zivilen Erwerbspersonen
1000Anzahl%

1) Ab 2005 Jahresdurchschnittswerte wegen der Einführung des SGB II nur bedingt mit früheren Jahren vergleichbar.

Quelle: Arbeitskreis »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder«, Bundesagentur für Arbeit.

19915.107,8159.318
19925.160,8191.970
19935.081,3281.496
19945.030,2333.4166,7
19955.031,7328.2986,6
19965.046,7353.9197,2
19975.069,8382.0087,8
19985.140,2351.4647,1
19995.211,5324.7106,5
20005.352,0281.5005,4
20015.428,3264.3014,9
20025.424,6295.0055,4
20035.381,8336.8816,2
20045.395,1340.9436,2
20055.402,2385.2717,0
20065.432,1348.6976,3
20075.520,2272.5224,9
20085.603,1229.1304,1
20095.571,5284.8555,1
20105.594,1273.1515,5

15.03.2011 10:03:37


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2011 | ^