Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg

Entwicklung der Erwerbstätigkeit im Bundesländervergleich

Die Zahl der Erwerbstätigen hat sich in den einzelnen Bundesländern und nach Dekaden recht unterschiedlich entwickelt. In den 90er-Jahren, also im Zeitraum 1991 bis 2000, entstanden in Baden-Württemberg 244 000 Arbeitsplätze, gemessen an den übrigen Bundesländern lag Baden-Württemberg mit einem Zuwachs um + 4,8 Prozent auf Rang 6. Den stärksten Erwerbstätigenzuwachs unter den Flächenländern gab es mit + 6,8 Prozent in Niedersachsen, gefolgt vom Saarland (+ 5,8 Prozent) und Rheinland-Pfalz (+ 5,5 Prozent). Insbesondere den starken Beschäftigungsimpulsen in den Jahren 2007 und 2008 ist es zu verdanken, dass sich die Erwerbstätigkeit im Südwesten nach dem Beschäftigungsabbau im Jahr 2009 in der aktuellen Dekade seit dem Jahr 2000 mit einem Zuwachs um 242 000 Arbeitsplätzen insgesamt noch recht gut entwickelt hat. Im Zeitraum 2000 bis 2010 entstanden per Saldo jährlich durchschnittlich rund 24 000 Arbeitsplätze im Land, im Zeitraum 1991 bis 2000 lag der Zuwachs mit gut 27 000 Stellen um rund 3 000 pro Jahr höher. Im Vergleich zu anderen Bundesländern steht Baden-Württemberg in der aktuellen Dekade nach Hamburg, Berlin, Bayern, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen mit einem Zuwachs der Erwerbstätigenzahl um 4,5 Prozent wiederum an sechster Stelle.

Schaubild: Erwerbstätige im Bundesländervergleich

Entwicklung der Erwerbstätigenzahlen in den Bundesländern 1991 bis 2010 nach Wirtschaftssektoren

Im gesamten Zeitraum 1991 bis 2010 rangiert Baden-Württemberg mit einem prozentualen Zuwachs an Arbeitsplätzen um 9,5 Prozent nach Niedersachsen, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Bayern an fünfter Stelle. Der Strukturwandel, der sich in einem Zuwachs an Dienstleistungsarbeitsplätzen (tertiärer Sektor) und einem Stellenabbau in der Industrie (sekundärer Sektor) und in der Land- und Forstwirtschaft (primärer Sektor) zeigt, ist in allen 16 Bundesländern zu beobachten. In 11 Bundesländern konnte der Zuwachs an Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor die Stellenverluste der Industrie und in der Land- und Forstwirtschaft mehr als ausgleichen, so dass in der Gesamtbilanz mehr Arbeitsplätze zur Verfügung standen. In Baden-Württemberg war bundesweit mit +35,6 Prozent der prozentual höchste Stellenzuwachs im Dienstleistungssektor zu beobachten, knapp gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit einem Plus von 35,5 Prozent. Insbesondere in den neuen Bundesländern waren die Stellenverluste in der Industrie und in der Land- und Forstwirtschaft jedoch vergleichsweise stark und im Dienstleistungssektor der Stellenzuwachs demgegenüber zu schwach ausgeprägt. Dort hat sich deshalb im Zeitraum 1991 bis 2010 die Arbeitsmarktsituation verschlechtert.

Schaubild: Erwerbstätige in den Bundesländern 1991 bis 2010 nach Wirtschaftssektoren

Erwerbstätigenquoten 2010 im europäischen Vergleich

Im internationalen Vergleich sind in Baden-Württemberg viele Menschen erwerbstätig. Lediglich in den Niederlanden ist die Erwerbstätigenquote, also der Anteil der Erwerbstätigen bezogen auf die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 15 bis unter 65 Jahren, höher als im Südwesten. Baden-Württemberg erfüllt bereits seit mehreren Jahren das Ziel der Lissabon-Strategie zur wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Erneuerung der Europäischen Union. Im Jahr 2010 betrug die Erwerbstätigenquote in Baden-Württemberg 74,0 Prozent. Im März 2000 hatte der Europäische Rat auf seiner Tagung in Lissabon eine auf zehn Jahre angelegte Strategie verabschiedet, mit deren Hilfe sich die EU bis 2010 zur weltweit dynamischsten und wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsregion entwickeln soll. Das Einzelziel zur Beschäftigung sieht vor, die Beschäftigungsquote bis 2010 möglichst nahe an 70 Prozent heranzuführen. Bereits seit dem Jahr 2008 wurde dieses Ziel in Deutschland erreicht: 2010 betrug die Erwerbstätigenquote im Bundesgebiet 71,1 Prozent.

Schaubild: Erwerbstätigenquoten 2010 im europäischen Vergleich

Erwerbstätige am Arbeitsort in den Bundesländern
JahrBWBYBEBBHBHHHEMVNINWRPSLSNSTSHTHDE
Anzahl

Quelle: Arbeitskreis »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder«

20005.352,06.324,21.575,41.063,9387,51.042,23.041,3749,73.525,48.471,71.764,1506,91.971,61.058,41.246,01.063,739.144,0
20015.428,36.402,01.571,21.045,8390,71.056,03.073,9736,33.538,18.510,91.773,4508,41.939,91.039,61.253,21.048,339.316,0
20025.424,66.378,51.546,61.025,1387,71.049,23.061,1725,83.536,98.468,41.778,2505,71.916,31.022,11.241,61.028,439.096,0
20035.381,86.316,71.526,01.011,9384,11.038,43.025,7713,33.526,68.382,31.769,3503,11.907,41.007,81.222,91.008,938.726,0
20045.395,16.332,61.539,71.016,4383,71.043,53.037,0710,83.545,68.432,71.783,4506,21.912,51.004,71.224,41.011,838.880,0
20055.402,26.359,71.543,01.009,7380,61.049,43.027,0707,83.530,88.420,01.783,8507,21.894,8990,21.223,71.005,038.835,0
20065.432,16.420,41.567,81.013,8382,61.062,53.038,3713,93.550,28.445,01.796,8505,51.911,3995,51.232,51.006,739.075,0
20075.520,26.540,21.604,01.034,5388,41.087,93.081,7727,23.608,08.572,41.828,7507,91.940,51.008,01.252,11.022,139.724,0
20085.603,16.648,41.639,01.049,1392,11.113,43.116,3731,83.660,68.689,51.855,6510,11.952,61.014,41.271,51.028,440.276,0
20095.571,56.650,71.667,91.058,7389,81.128,53.121,8730,23.677,58.680,11.851,9505,11.936,91.009,21.275,91.015,340.271,0
20105.594,16.693,61.685,21.069,2389,31.136,13.131,5727,63.704,68.711,91.864,1507,21.950,71.013,31.282,01.022,540.483,0

13.10.2011


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