Methode der Bevölkerungsvorausrechnung

Regionalisierte Bevölkerungsvorausrechnung bis 2030 für Gemeinden ab 5 000 Einwohner

Zur Methode der Vorausrechnung

Ausgangspunkt für die neue Bevölkerungsvorausrechnung ist der Bevölkerungsstand in den Kommunen zum 31.12.2008. Der Vorausrechnungszeitraum erstreckt sich bis 2030. Den Berechnungen liegen u.a. eine Konstanz des derzeitigen Geburtenniveaus, ein weiterer Anstieg der Lebenserwartung um circa 2,5 Jahre sowie ein jährlicher Wanderungsgewinn von 5 000 Personen bis zum Vorausrechnungsjahr 2011 und für die Folgejahre um jährlich 10 000 Personen zugrunde. Die regionalen Berechnungen orientieren sich an der Hauptvariante der aktuellen Landesvorausrechnung. Für das Geburten- und Wanderungsgeschehen innerhalb des Landes wurde unterstellt, dass sich die relative Entwicklung der Jahre 2000 bis 2008 fortsetzt. Es handelt sich somit um einen »Status-Quo-Ansatz«, mit dem vergangene Entwicklungen für die Zukunft fortgeschrieben werden. In der Folge wird zum Beispiel eine Kommune, die in den zugrunde gelegten Jahren einen vergleichsweise hohen Wanderungsgewinn aufwies, auch in der Vorausrechnung eher gut abschneiden Dies gilt entsprechend auch für die Modellrechnung ohne Wanderungen, in der nur die Entwicklung der Geburten und Sterbefälle berücksichtigt wurden. Eine Vorausrechnung ist keine Vorhersage. Sie zeigt eine mögliche und unter gegebenen Voraussetzungen und Annahmen wahrscheinliche Entwicklung auf.

Modellrechnung der Bevölkerungsentwicklung ohne Wanderungen

Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg veröffentlicht zusätzlich die Ergebnisse einer Modellrechnung für die natürliche Bevölkerungsentwicklung für alle Gemeinden. Betrachtet wird hierbei die Entwicklung der Bevölkerung allein »aus ihrem Bestand heraus«, also nur unter Berücksichtigung der Geburten und Sterbefälle. Ansonsten entspricht die Methodik der Modellrechnung ohne Wanderungen der Methodik der Bevölkerungsvorausrechnung mit Wanderungen. Diese Modellrechnung ist eine Serviceleistung insbesondere für kleinere Gemeinden unter 5 000 Einwohner, für die sich keine ausreichend verlässlichen Annahmen zur künftigen Entwicklung der Wanderungssalden bilden lassen. Auch dieses Angebot bietet den politisch Verantwortlichen vor Ort die Chance, unerwünschte Entwicklungen zu erkennen und diesen entgegenzusteuern.

Vorausrechnungen sind keine Vorhersagen

Aufgrund dieses so genannten »Status-Quo-Ansatzes« ist zu bedenken, dass Vorausrechnungen keine Vorhersagen sind. Vielmehr soll und kann (lediglich) aufgezeigt werden, mit welcher weiteren Entwicklung aufgrund der getroffenen Annahmen in einer Gemeinde oder in einem Kreis zu rechnen ist. Während damit die ermittelten Einwohnerzahlen mit Unsicherheiten behaftet sind, ist andererseits unbestritten, dass die vorgelegten Ergebnisse den Trend hin zu einer Überalterung der Bevölkerung relativ gut abbilden. Denn auch für den Fall, dass die Kommunen beispielsweise deutlich höhere Wanderungsgewinne als in der Vorausrechnung unterstellt erzielen würden, könnte dies den Alterungsprozess der Bevölkerung allenfalls abmildern.


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2010 | ^