Erläuterungen

Fläche, Bevölkerung – Erläuterungen

Fläche und Bevölkerung

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Ausländer

Als Ausländer gelten alle Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes sind. Dazu zählen auch Personen, die staatenlos sind oder deren Staatsangehörigkeit ungeklärt ist.

Personen, die neben der deutschen noch eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen, sind nicht als Ausländer gezählt. Ebenfalls nicht erfasst sind die nicht zur Bevölkerung zählenden Mitglieder der ausländischen Stationierungsstreitkräfte sowie der ausländischen diplomatischen und konsularischen Vertretungen mit ihren Familienangehörigen.

Bevölkerung

Zur Bevölkerung zählen alle Personen, die in dem betreffenden Gebiet ihren ständigen Wohnsitz haben. Personen, die mehrere Wohnungen innehaben, werden der Bevölkerung der Gemeinde zugerechnet, in der sich die Hauptwohnung im Sinne des § 17 Absatz 2 Meldegesetz (Fassung vom 23. Februar 1996) befindet. Nicht zur Bevölkerung zählen die Angehörigen der ausländischen Stationierungsstreitkräfte sowie der ausländischen diplomatischen und konsularischen Vertretungen mit ihren Familienangehörigen.

Vor dem 27. April 1983 wurden Personen mit Wohnraum in mehreren Gemeinden der Gemeinde zugeordnet, von der aus sie zur Arbeit oder Ausbildung gingen. Soweit sie weder berufstätig waren noch in Ausbildung standen, war die Wohnung oder Unterkunft maßgebend, in der sie sich überwiegend aufhielten.

Mit Wirkung vom 27. April 1983 werden bei der Fortschreibung des Bevölkerungsstandes aufgrund von An- und Abmeldungen diejenigen Personen, die mehrere Wohnungen innehaben, der Bevölkerung der Gemeinde zugerechnet, in der sich ihre Hauptwohnung im Sinne des neuen Landesmeldegesetzes befindet.

Bevölkerungsbewegung, natürliche

Die natürliche Bevölkerungsbewegung umfasst die Veränderung von Zahl und Struktur der Bevölkerung durch Geburten, Sterbefälle, Eheschließungen und gerichtliche Ehelösungen.

Hierin sind nur Fälle enthalten, die von deutschen Standesämtern beurkundet wurden. So wird zum Beispiel ein erheblicher Anteil von Geburten ausländischer Kinder im jeweiligen Heimatland beurkundet.

Seit 1987 werden die Daten der natürlichen Bevölkerungsbewegung jeweils am Jahresende genau nach dem Ereignistermin aufbereitet.

Bevölkerungsbewegung, räumliche

Die räumliche Bevölkerungsbewegung, auch Wanderungsbewegung genannt, umfasst die Veränderung der Bevölkerung nach Zahl und Struktur (Alter, Geschlecht, Familienstand, Staatsangehörigkeit) durch Zu- bzw. Fortzüge. Unberücksichtigt bleiben Umzüge innerhalb der Gemeinden (Ortsumzüge).

Die Zahl der Wanderungen in einem bestimmten Zeitraum ist in der Regel etwas größer als die Zahl der in dieser Zeit gewanderten Personen, da bei einer Person, die mehrmals umzieht, jeder Wanderungsfall entsprechend oft erfasst wird. Die Wanderungsstatistik umfasst die  Landesaußenwanderung und die Landesbinnenwanderung.

Ab dem 27. April 1983 sind auch die Fälle eingeschlossen, in denen jemand unter Beibehaltung einer weiteren Wohnung eine Hauptwohnung bezieht. Mitteilungen über den Wechsel einer Hauptwohnung werden ebenso berücksichtigt.

Bevölkerungsfortschreibung

Die Bevölkerungszahlen werden auf der Grundlage der jeweils letzten allgemeinen Zählung der Bevölkerung nach den Ergebnissen der Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung (Geburten und Sterbefälle) und der Wanderungsstatistik (Zu- und Fortzüge, Mitteilungen über den Wechsel der Hauptwohnung) fortgeschrieben (letzte Volkszählung vom 25. Mai 1987). Für die Bevölkerungsfortschreibung nach Deutschen und Ausländern werden auch die änderungen der Staatsangehörigkeit berücksichtigt.

Seit dem 27. April 1983 werden auch Mitteilungen über den Wechsel der Hauptwohnung als Zu- und Abgang in der Bevölkerungsfortschreibung gewertet. Bis zur Volkszählung 1987 wurde die sogenannte Wohnbevölkerung fortgeschrieben. Seither erfolgt die Zuordnung von Personen mit mehreren Wohnungen am Ort der Hauptwohnung nach § 12 (2) MRRG.

Ehelösungen, gerichtlich

Am 1. Juli 1977 trat das Erste Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts vom 14. Juni 1976 (1. EheRG) in Kraft. In der Statistik der gerichtlichen Ehelösungen wurde dadurch eine weitgehende Umgestaltung des Tabellenprogramms erforderlich, weil das neue Gesetz nicht nur Änderungen im Prozessverfahren, sondern auch solche inhaltlicher Art (unter anderem Wegfall des Schuldprinzips) gebracht hat.

Auch nach dem neuen Gesetz werden drei Arten der Ehelösung unterschieden: Nichtigkeit der Ehe, Aufhebung der Ehe und Ehescheidung.

Die Voraussetzungen, unter denen die Scheidung begehrt werden kann, sind in den §§ 1565 bis 1568 BGB aufgeführt.

Diese Paragraphen lauten:

§ 1565

(1) Eine Ehe kann geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Die Ehe ist gescheitert, wenn die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht und nicht erwartet werden kann, dass die Ehegatten sie wiederherstellen.

(2) Leben die Ehegatten noch nicht ein Jahr getrennt, so kann die Ehe nur geschieden werden, wenn die Fortsetzung der Ehe für den Antragsteller aus Gründen, die in der Person des anderen Ehegatten liegen, eine unzumutbare Härte darstellen würde.

§ 1566

(1) Es wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit einem Jahr getrennt leben und beide Ehegatten die Scheidung beantragen oder der Antragsgegner der Scheidung zustimmt.

(2) Es wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Ehegatten seit drei Jahren getrennt leben.

§ 1567

(1) Die Ehegatten leben getrennt, wenn zwischen ihnen keine häusliche Gemeinschaft besteht und ein Ehegatte sie erkennbar nicht herstellen will, weil er die eheliche Lebensgemeinschaft ablehnt. Die häusliche Gemeinschaft besteht auch dann nicht mehr, wenn die Ehegatten innerhalb der ehelichen Wohnung getrennt leben.

(2) Ein Zusammenleben über kürzere Zeit, das der Versöhnung der Ehegatten dienen soll, unterbricht oder hemmt die in § 1566 bestimmten Fristen nicht.

§ 1568

(1) Die Ehe soll nicht geschieden werden, obwohl sie gescheitert ist, wenn und solange die Aufrechterhaltung der Ehe im Interesse der aus der Ehe hervorgegangenen minderjährigen Kinder aus besonderen Gründen ausnahmsweise notwendig ist oder wenn und solange die Scheidung für den Antragsgegner, der sie ablehnt, aufgrund außergewöhnlicher Umstände eine so schwere Härte darstellen würde, dass die Aufrechterhaltung der Ehe auch unter Berücksichtigung der Belange des Antragstellers ausnahmsweise geboten erscheint.

(2) Absatz 1 ist nicht anzuwenden, wenn die Ehegatten länger als fünf Jahre getrennt leben.

Eheschließungen

Alle standesamtlichen Trauungen im Inland, mit Ausnahme der Fälle, in denen beide Ehegatten Mitglieder der im Bundesgebiet stationierten ausländischen Streitkräfte sind oder wenn beide Ehepartner ihren Wohnsitz im Ausland haben.

Familie

Als Familien zählen Ehepaare ohne Kinder, Ehepaare mit Kindern sowie allein erziehende ledige, verheiratet getrennt lebende, geschiedene und verwitwete Mütter und Väter, die mit ihren Kindern im gleichen Haushalt leben.

Gebietsstand

Die Angaben beziehen sich im Allgemeinen auf den jeweiligen Gebietsstand, wie er im Zeitpunkt oder Zeitraum der jeweiligen Erhebung bzw. Erfassung bestand. Sofern ein besonderer Gebietsstand zutrifft, ist er bei der betreffenden Tabelle angegeben.

Gestorbene

Ohne Totgeborene, standesamtlich beurkundete Kriegssterbefälle und gerichtliche Todeserklärungen.

Haushalt (Privathaushalt)

Als Haushalt (Privathaushalt) zählt jede zusammen wohnende und eine wirtschaftliche Einheit bildende Personengemeinschaft (Mehrpersonenhaushalt)sowie jede für sich allein wohnende und wirtschaftende Einzelperson (Einpersonenhaushalt). Zu einem Haushalt können verwandte und familienfremde Personen gehören; Untermieter bilden einen eigenen Haushalt. Gemeinschafts- und Anstaltsunterkünfte sind keine Haushalte, können aber solche in ihrem Bereich umfassen (z.B. Haushalt des Hausmeisters oder des Heimleiters).

Haushaltsgröße

Als Haushaltsgröße wird die Gliederung der Haushalte nach der Zahl der Haushaltsmitglieder bezeichnet, wobei in der Regel von der "Bevölkerung in Privathaushalten" ausgegangen wird.

Landesaußenwanderung

Zur Landesaußenwanderung gehören die Zu- und Fortzüge über die Grenzen des Landes Baden-Württemberg. Diese Wanderung über die Landesgrenze teilt sich auf in die Wanderung mit den anderen Bundesländern und mit dem Ausland.

Landesbinnenwanderung

Wanderungen zwischen den Gemeinden innerhalb des Landes Baden-Württemberg.

Lebendgeborene

Kinder, bei denen nach der Scheidung vom Mutterleib entweder das Herz geschlagen oder die Nabelschnur pulsiert oder die natürliche Lungenatmung eingesetzt hat.

Perinatale Sterbefälle

Totgeborene und Gestorbene in den ersten sieben Lebenstagen.

Säuglingssterbefälle

Gestorbene im ersten Lebensjahr.

Staatsangehörigkeit

Unter Staatsangehörigkeit wird die rechtliche Zugehörigkeit einer Person zu einem bestimmten Staat verstanden. Personen, die nach dem Grundgesetz (Artikel 116 Abs. 1) den Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit gleichgestellt sind, werden als Deutsche nachgewiesen. Personen, die sowohl die deutsche als auch eine ausländische Staatsangehörigkeit angeben, werden ebenfalls als Deutsche erfasst.

Totgeborene

Kinder, bei denen nach der Scheidung vom Mutterleib weder das Herz geschlagen noch die Nabelschnur pulsiert noch die natürliche Lungenatmung eingesetzt hat, und die mindestens 500 Gramm schwer sind. Sie werden im Rahmen der Geburtenstatistik nachgewiesen.

Ist die Leibesfrucht weniger als 500 Gramm schwer, so gilt sie als Fehlgeburt. Diese Fehlgeburten, auch wenn sie vom Standesamt registriert werden bleiben in der Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung außer Betracht.

Wanderungen

Umzüge von einer Gemeinde in eine andere Gemeinde durch Bezug einer Hauptwohnung.

Wohneinheit

Wohneinheiten umfassen Wohnungen (Wohneinheiten mit Küche/Kochnische)und sonstige Wohneinheiten (Wohneinheiten ohne Küche/Kochnische)

Zeichenerklärung

0
weniger als die Hälfte von 1 in der letzten besetzten Stelle, jedoch mehr als nichts
nichts vorhanden (genau Null)
·
Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten
x
Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll
Angabe fällt später an
/
Zahlenwert nicht sicher genug
()
Aussagewert eingeschränkt
p
vorläufige Zahl
r
berichtigte Zahl
s
geschätzte Zahl
D
Durchschnitt (arithmetisches Mittel)


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2013 | ^