Der Innovationsindex setzt sich aus den beiden Teilindizes »Niveau« und »Dynamik« zusammen. In den Niveauindex gehen die jeweils aktuellsten Werte von sechs Innovationsindikatoren ein1). Der Niveauindex gibt daher Aufschluss über den technologischen Ist-Zustand der untersuchten Gebiete. Der Dynamikindex umfasst die jahresdurchschnittlichen Veränderungsraten dieser sechs Innovationsindikatoren und gibt damit Hinweise auf die mittelfristige Entwicklung der Innovationsfähigkeit.
Für die Berechnung werden die Werte der zwölf Indikatorreihen i zunächst nach der Formel (Wert i − Minimum i) ⁄ (Maximum i − Minimum i) × 100 standardisiert. Durch die Standardisierung wird jeweils dem höchsten Indikatorreihenwert der Wert 100 und dem kleinsten Indikatorreihenwert der Wert 0 zugewiesen.
Die beiden Teilindizes »Niveau« und »Dynamik« werden mit Hilfe des arithmetischen Mittels der entsprechenden standardisierten Einzelindikatorwerte berechnet. Damit gehen alle Indikatorreihen mit gleichem Gewicht in den jeweiligen Teilindex ein.
Zuletzt werden die beiden Teilindizes »Niveau« und »Dynamik« im Verhältnis 3:1 zum Innovationsindex zusammengefasst.
Da für die EU-Regionen und für die baden-württembergischen Kreise nicht die gleichen Innovationsindikatoren vorliegen, wird der Innovationsindex für die beiden Untersuchungsräume mit Hilfe verschiedener, inhaltlich aber ähnlicher Einzelindikatoren berechnet Die Indexwerte für die Länder bzw. Regionen der EUund die baden-württembergischen Kreise sind jedoch nicht miteinander vergleichbar.
Aufgrund der Standardisierung sind die Indexwerte unterschiedlicher Berichtsjahre nicht miteinander vergleichbar.
Der Innovationsindex für die Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs wird für die 44 Kreise und zusätzlich für die 12 Regionen im Land berechnet.
Der Innovationsindex auf EU-Ebene wird für die Länder bzw. NUTS 1-Regionen der Europäischen Union berechnet. Um eine bessere räumliche Vergleichbarkeit zu erreichen, werden die großen EU-Staaten Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien gemäß der EU-Gebietssystematik NUTS2) in so genannte NUTS 1-Regionen zerlegt.3) In Deutschland entsprechen NUTS 1-Regionen den Bundesländern.
| Übersicht 1: Die Indikatoren des Innovationsindex für die EU-Länder und -Regionen 2006 und 2008*) | ||||
|---|---|---|---|---|
| Indikator | Berichtsjahr 2006 | Berichtsjahr 2008 | ||
| Niveau | Dynamik | Niveau | Dynamik | |
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*) Für einige EU-Länder lagen die Daten für die im folgenden genannten Berichtsjahr nicht vor. In diesen Fällen wurden Ersatzwerte aus anderen Berichtsjahren verwendet. 1) Eurostat-Klassifikation. 2) HRST-O (occupation): Personen, die in wissenschaftlich-technischen Berufen arbeiten (Erwerbstätige), unabhängig davon ob sie einen formalen wissenschaftlich-technischen Bildungsabschluss vorweisen können. Datenquelle: Eurostat, Patente auf NUTS 1-Ebene: eigene Schätzung. | ||||
| FuE-Ausgaben insgesamt / Bruttoinlandsprodukt | 2003 | 1997 - 2003 | 2005 | 1999 - 2005 |
| FuE-Personal (VZÄ) / Erwerbspersonen (Köpfe) | 2003 | 1997 - 2003 | 2005 | 1999 - 2005 |
| Erwerbstätige in industriellen Hochtechnologiebranchen 1) / Erwerbstätige insgesamt | 2004 | 1997 - 2004 | 2006 | 1999 - 2006 |
| Erwerbstätige in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen 1) / Erwerbstätige insgesamt | 2004 | 1997 - 2004 | 2006 | 1999 - 2006 |
| Personen, die in wissenschaftlich-technischen Berufen arbeiten (HRSTO) 2) / Beschäftigte insgesamt | 2004 | 1997 - 2004 | 2006 | 1999 - 2006 |
| Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt / Einwohner | 2003 | 1997 - 2002 | 2005 | 1999 - 2005 |
| Übersicht 2: Die Indikatoren des Innovationsindex für die Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs 2006 und 2008 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Indikator | Berichtsjahr 2006 | Berichtsjahr 2008 | ||
| Niveau | Dynamik | Niveau | Dynamik | |
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1) Eurostat-Klassifikation. 2) Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen in Hochtechnologiebranchen. Datenquellen: Stifterverband Wissenschaftsstatistik, Bundesagentur für Arbeit, Deutsches Patent- und Markenamt, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. | ||||
| Interne FuE-Aufwendungen der Unternehmen / Bruttowertschöpfung der Wirtschaft (D + K) | 2003 | 1997 - 2003 | 2005 | 1999 - 2005 |
| FuE-Personal in Unternehmen (VZÄ) / Erwerbstätige (Köpfe) in der Wirtschaft (D + K) | 2003 | 1997 - 2003 | 2005 | 1999 - 2005 |
| Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in industriellen Hochtechnologiebranchen 1) / Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt | 2005 | 1997 - 2005 | 2007 | 1999 - 2007 |
| Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen 1) / Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt | 2005 | 1997 - 2005 | 2007 | 1999 - 2007 |
| Existenzgründungen in Hochtechnologiebranchen 1)2) / Einwohner von 21 - unter 60 | 2005 | 2003 - 2005 | 2006/2007 | 2003/2004–2006/2007 |
| Veröffentlichte Patentanmeldungen aus der Wirtschaft und Wissenschaft beim Deutschen Patent- und Markenamt und beim Europäischen Patentamt unter Vermeidung von Doppelzählungen / Einwohner von 21 - unter 65 | 2005 | 1997 - 2005 | 2005 | 1999 - 2005 |
Die statistische Abgrenzung der Hochtechnologie- und der wissensintensiven Dienstleistungsbranchen im Innovationsindex folgt der Klassifikation von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften.
Demzufolge umfasst der Hochtechnologiesektor folgende Wirtschaftszweige (Nummer der Amtlichen Klassifikation der Wirtschaftszweige – Ausgabe 2003 in Klammern):
Zu den industriellen Hochtechnologiebranchen bzw. FuE-intensiven Industriezweigen zählen die Wirtschaftszweige 24 und 29 bis 35.
Als wissensintensiv gelten Wirtschaftszweige, in denen der Anteil der Hochschulabsolventen, der Beschäftigten mit natur- und ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung und/oder der Beschäftigten mit Forschungs-, Entwicklungs- und Konstruktionstätigkeiten überdurchschnittlich hoch ist.
Zu den wissensintensiven Dienstleistungsbranchen werden folgende Wirtschaftszweige gezählt (Nummer der Amtlichen Klassifikation der Wirtschaftszweige – Ausgabe 2003 in Klammern):
Die statistische Abgrenzung von wissenschaftlich-technischen Berufen folgt einer Klassifikation von Eurostat und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Im Rahmen der EU-Arbeitskräfteerhebung werden Haushalte u. a. nach dem Ausbildungsniveau und der beruflichen Tätigkeit der einzelnen Haushaltsmitglieder befragt. Die diesen Eurostat-Daten zugrunde liegende Klassifikation (International Standard Classification of Occupation – ISCO-88) umfasst Beschäftigte, die über gute bis sehr gute berufliche oder technische Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der Natur-, Ingenieur-, Human-, Lebens- oder Sozialwissenschaften verfügen (ISCO-88, Hauptgruppen 3 + 4). Dazu zählen zum Beispiel Physiker, Biowissenschaftler, Wissenschaftliche Lehrkräfte, Technische und Biowissenschaftliche Fachkräfte.
1) Vgl. Übersicht 1 und 2
2) Nomenclature des unités territoriales statistique
3) Für das Vereinigte Königreich konnte entsprechend der zur Verfügung stehenden Datenbasis im Innovationsindex 2008 keine Untergliederung in NUTS 1-Regionen erfolgen.
© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2011 | ^