Die Quote der Empfänger von Transferleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts zeigt, wie hoch der Anteil der Bevölkerung ist, der gar kein oder kein ausreichendes Einkommen zur grundlegenden Existenzsicherung durch eigene Erwerbsarbeit erzielen kann. Die Quote kann als Maß für den Bevölkerungsanteil, der ohne die Transferleistungen von Armut betroffen wäre, interpretiert werden. Ziel der Sozialpolitik ist die Reduzierung von Armut. Die Zahl der Erwachsenen und vor allem aber der Kinder, die von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind, soll deshalb verringert werden.
Im Jahr 2010 (siehe Hinweis) erhielten in Baden-Württemberg 562 971 Menschen Transferleistungen der sozialen Mindestsicherungssysteme, um ihren grundlegenden Lebensunterhalt zu sichern, rund 3 % weniger als im Vorjahr. Der Großteil davon (468 464 Empfänger) bezog die häufig auch mit »HARTZ IV« bezeichneten Leistungen Arbeitslosengeld II und Sozialgeld. Die Sozialhilfe (Laufende Hilfe für den Lebensunterhalt sowie die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung) stellten für 80 312 Personen das soziale Auffangnetz dar. Die Kriegsopferfürsorge trug zur Mindestsicherung von 4 920 hauptsächlich älteren Menschen bei.
Ein Vergleich der Bundesländer zeigt, dass vor allem die Menschen in den Stadtstaaten und in Ostdeutschland auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts angewiesen sind. So bezog 2010 fast jeder fünfte Berliner Transferleistungen zur Mindestsicherung. Geringere Bezugsquoten waren in Süddeutschland festzustellen. So wies Baden-Württemberg mit 5,2 % die zweitniedrigste Mindestsicherungsquote auf. Damit war jeder zwanzigste in Baden-Württemberg lebende Mensch auf Existenz sichernde finanzielle Hilfen des Staates angewiesen.
Es ist zu beachten, dass es sich bei den Zahlen um vorläufige Daten handelt, da die Daten zu den Empfängerinnen und Empfängern von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz für 2010 noch nicht vorliegen. Den Quoten und der Tabelle sind deshalb die Daten der Asylbewerberleistungsempfänger des Jahres 2009 zu Grunde gelegt.
| Empfänger/innen von Leistungen der sozialen Mindestsicherung in Baden-Württemberg jeweils am Jahresende nach Leistungsarten | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Leistungsart | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
| Anzahl | |||||
|
1) vorläufiger Wert; Daten für Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz 2010 liegen noch nicht vor, daher Wert für 2009 verwendet. | |||||
| Leistungen nach dem SGB II | |||||
| ALG II | 358.373 | 335.947 | 314.688 | 346.711 | 332.180 |
| Sozialgeld | 153.308 | 145.787 | 134.395 | 142.941 | 136.284 |
| Leistungen nach dem SGB XII | |||||
| HLU außerhalb von Einrichtungen | 5.409 | 5.543 | 5.418 | 5.416 | 5.392 |
| Grundsicherung im Alter u.b. Erwerbsminderung | 67.236 | 70.580 | 74.390 | 71.402 | 74.920 |
| Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz | 15.797 | 12.260 | 9.226 | 9.275 | x |
| Laufende Leistungen der Kriegsopferfürsorge (2-jährlich) | 6.384 | x | 5.599 | x | 4.920 |
| Insgesamt | 606.507 | 576.501 | 543.716 | 581.344 | 562.9711) |
infopunkt
2/20/2012
© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2012 | ^