Stuttgart, 30. Dezember 2009 – Nr. 433/2009
In Baden-Württemberg lebten Ende 2008 rund 5,46 Mill. Frauen und damit ca. 178 000 mehr Frauen als Männer. Der Anteil der Frauen an der Gesamtbevölkerung lag damit zuletzt bei 50,8 Prozent. 1950 betrug dieser Anteil noch 53,7 Prozent und ist seither stetig zurückgegangen, so das Statistische Landesamt. In Zukunft wird der Anteil der Frauen aber nur noch leicht absinken, so dass aller Voraussicht nach auch in den nächsten Jahrzehnten die Frauen zahlenmäßig dominieren werden.1)
Für den größeren Anteil der Frauen an der Gesamtbevölkerung ist vor allem deren höhere Lebenserwartung entscheidend: Ein neugeborenes Mädchen kann heute in Baden-Württemberg auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83,3 Jahren hoffen, bei den Jungen sind es im Schnitt immerhin knapp 5 Jahre weniger. Allerdings hat sich die Lebenserwartung der Männer an die der Frauen in den letzten Jahrzehnten etwas angenähert – mit der Konsequenz, dass sich auch die Geschlechterproportion immer stärker angeglichen hat.
Die Frauen dominieren aber auch deshalb immer noch zahlenmäßig, weil in den letzten Jahrzehnten mehr Frauen als Männer nach Baden-Württemberg zugezogen sind: Seit 1975 sind aus dem Ausland oder aus dem übrigen Bundesgebiet per Saldo über 700 000 Frauen, aber nur knapp 600 000 Männer in den Südwesten gezogen.
Allerdings sind die Frauen nicht in allen Altersklassen überrepräsentiert: Insbesondere im Kinder- und Jugendlichenalter sowie in der mittleren Altersgruppe dominieren die Männer (vgl. Schaubild). Ursache hierfür ist vor allem, dass regelmäßig mehr Jungen als Mädchen geboren werden: In Baden-Württemberg wie auch in Deutschland insgesamt kommen rund 1 050 Jungen auf 1 000 Mädchen.
Ab der Altersgruppe der Mitte-50-Jährigen dominieren zahlenmäßig fast durchgängig die Frauen, wobei deren Dominanz mit zunehmendem Alter immer ausgeprägter wird: Unter den 60- bis 80-Jährigen Baden-Württemberger sind »nur« 53 Prozent Frauen, bei den über 80-jährigen dagegen mehr als zwei Drittel – und zwar nicht nur wegen ihrer höheren Lebenserwartung, sondern auch aufgrund der einschneidenden Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs, als erheblich mehr Männer als Frauen infolge des Krieges ums Leben kamen.
1) Nach der aktuellen Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamtes wird der Frauenanteil in Baden-Württemberg im Jahr 2060 bei 50,5 % liegen.

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