Stuttgart, 15. Februar 2010Nr. 45/2010

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Insgesamt moderater Rückgang im Tourismus 2009

Aber deutliche Unterschiede innerhalb des Landes – Übernachtungen in der Region Stuttgart gehen um 10,7 Prozent zurück

Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise hat auch das baden-württembergische Tourismusgewerbe im Jahr 2009 insgesamt Rückgänge hinnehmen müssen, die im Vergleich zu vielen anderen Branchen aber moderat ausfielen. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes begrüßten die Beherbergungsbetriebe mit mehr als acht Betten im vergangenen Jahr knapp 16,1 Mill. Gäste. Dies waren 2,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die für das Gewerbe bedeutendere Übernachtungszahl ging wegen des anhaltenden Trends zu kürzeren Aufenthalten noch etwas stärker um 2,8 Prozent auf 42,4 Mill. und damit auf das Niveau des Jahres 2007 zurück. Dabei nahmen die Übernachtungen von Auslandsgästen, die zuvor sieben Jahre in Folge kontinuierlich zugenommen hatten, überdurchschnittlich um 4,3 Prozent auf knapp 7,4 Mill. ab, während die Übernachtungen der Gäste aus Deutschland etwas schwächer um 2,4 Prozent auf 35,1 Mill. zurückgingen.

Die Entwicklung in den verschiedenen Teilbereichen des Tourismus war 2009 sehr unterschiedlich. So standen überdurchschnittlichen Übernachtungseinbußen in den Vorsorge- und Reha-Kliniken (– 3,4 Prozent) sowie in der Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen, – 4,5 Prozent) Zuwächse um 2,9 Prozent in der sog. Parahotellerie gegenüber, zu der Einrichtungen wie Campingplätze, Jugendherbergen und Hütten, Erholungs- und Ferienheime, Ferienwohnungen und Schulungsheime gezählt werden. Dies deutet darauf hin, dass sich die krisenbedingten Rückgänge insbesondere auf Geschäftsreisende sowie in eingeschränktem Maß auf den Gesundheitstourismus konzentrierten. Demgegenüber scheint der klassische Erholungstourismus im Land bisher kaum negativ tangiert zu sein.

In dieses Bild passt auch die Entwicklung nach Gemeindegruppen, in der die Orte nach dem Vorliegen eines touristischen Prädikats gegliedert werden (siehe Schaubild). So konzentrierten sich die Rückgänge deutlich auf die Gemeinden ohne touristisches Prädikat (– 4,8 Prozent), zu denen insbesondere die größeren Städte zählen. Bei den prädikatisierten Gemeinden fiel der Übernachtungsrückgang dagegen mit 0,9 Prozent deutlich geringer aus, wozu vor allem die traditionell stark vom Gesundheitstourismus geprägten Mineral- und Moorbäder mit einer Abnahme um 3,7 Prozent beitrugen. Die Erholungsorte und die Kneippkurorte erzielten 2009 sogar ein Übernachtungsplus von 1,3 bzw. 1,2 Prozent. Auch in der regionalen Betrachtung erreichten die stärker vom Erholungstourismus geprägten Reisegebiete Mittlerer und Südlicher Schwarzwald bei leichten Rückgängen um 1,2 bzw. 0,5 Prozent nahezu wieder das Vorjahresergebnis. Die Reiseregion Bodensee-Oberschwaben verzeichnete sogar einen Übernachtungszuwachs um 2,6 Prozent, wozu insbesondere die Reisegebiete Bodensee und Hegau mit einem Plus um 4,1 bzw. 6,6 Prozent beitrugen. Überdurchschnittliche Verluste mussten dagegen die stärker städtisch und vom Geschäftsreiseverkehr geprägten Reisegebiete Nördliches Baden-Württemberg (– 3,5 Prozent) und Schwäbische Alb (– 4,5 Prozent) sowie vor allem die Region Stuttgart (– 10,7 Prozent) hinnehmen.

Schaubild: Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben* 2008 und 2009 nach Gemeindegruppen

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