Stuttgart, 22. Februar 2010Nr. 54/2010

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Baden-Baden und der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald werden im Jahr 2030 die Kreise mit der ältesten Bevölkerung sein

Die Stadtkreise Ulm und Stuttgart haben in 20 Jahren vorausichtlich die jüngste Bevölkerung im Südwesten

Das Durchschnittsalter der Einwohner in Baden-Württemberg dürfte nach der neuen regionalisierten Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamtes im Jahr 2030 auf 46,6 Jahre steigen. Das ist ein Plus von 4,6 Jahren gegenüber heute (42,2 Jahre). Diese Zunahme des Durchschnittsalter wird in den Stadt- und Landkreisen des Landes aber sehr unterschiedlich ausfallen. So wird aus heutiger Sicht der Stadtkreis Baden-Baden mit einem Durchschnittsalter von 47,8 Jahren im Jahr 2030 der Kreis mit der ältesten Bevölkerung im Südwesten bleiben. Die Zunahme des Durchschnittsalters wird in Baden-Baden mit 0,8 Jahren gegenüber 2008 die geringste aller Kreise sein. Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald wird voraussichtlich im Jahr 2030 mit einem Durchschnittsalter von 47,7 Jahren an zweiter Stelle fast gleichauf mit Baden-Baden liegen. Der Anstieg fällt dort mit 5,2 Jahren allderdings deutlich höher aus. Dies sagte die die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute vor der Presse.

Am stärksten dürfte dabei das Durchschnittsalter in den heute »jungen« Landkreisen Tübingen und Heilbronn zunehmen. Und zwar jeweils um 5,7 Jahre auf voraussichtlich dann 46,1 bzw. 47,0 Jahre. Brenner: »Kreise mit einem stark ansteigenden Durchschnittsalter werden sich besonders den Herausforderungen einer alternsgerechten Anpassung der Infrastruktur stellen müssen.«

Während Ende 2008 die Bevölkerung der Landkreise Tübingen (40,3 Jahre) und Biberach (40,7 Jahre) die jüngste Bevölkerung im Land aufwiesen, rücken bis zum Jahr 2030 voraussichtlich die Stadtkreise Ulm und Stuttgart an diese Stelle. Mit jeweils 44,5 Jahren läge das Durchschnittsalter dann um zwei bis knapp drei Jahre höher als heute.

Ursächlich für den Anstieg des Durchschnittsalters ist zum einen die steigende Lebenserwartung. Zum anderen nimmt aufgrund geringer Geburtenzahlen der Anteil jüngerer Menschen immer weiter ab. Darüber hinaus wird die regionale Alterung auch stark vom Wanderungsverhalten der Menschen beeinflusst. In Baden-Baden beispielsweise erhöht die Zuwanderung der älteren Bevölkerungsgruppen das Durchschnittsalter. Demgegenüber profitieren insbesondere Stadtkreise mit hohen Studierendenzahlen und hoher Arbeitsplatzdichte vom Zuzug junger Menschen und einem stärkeren Weg- als Zuzug bei den Älteren. So wird aus heutiger Sicht vor allem das Durchschnittsalter der Einwohner der Stadtkreise Stuttgart, Ulm und Karlsruhe künftig relativ schwach zunehmen. Unter den Landkreisen dürfte 2030 Tuttlingen mit 45,9 Jahren die jüngste Bevölkerung aufweisen. Im Landkreis Tuttlingen mildern die Wanderungsströme zusammen mit einer überdurchschnittlichen Geburtenhäufigkeit den Altersprozess ab.

Die Zunahme des Durchschnittsalters resultiert aus Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung. Während der Anteil jüngerer Bevölkerungsgruppen zurückgeht, werden die höheren Altersjahrgänge sowohl absolut als auch relativ zunehmen. Die stärkste Zunahme - rund 85 Prozent im Landesdurchschnitt - erfährt die Altersgruppe der Hochbetagten (85 Jahre und älter).

Mehr als verdoppeln wird sich die Zahl der Hochbetagten voraussichtlich in elf Landkreisen. Spitzenreiter ist der Landkreis Emmendingen mit einer Zunahme um 131 Prozent, gefolgt von Heilbronn (124 Prozent) und Böblingen (121 Prozent). In Baden-Baden wird der Anteil der Hochbetagten dagegen vermutlich nur um 15 Prozent wachsen. Die höchsten Anteile an Hochbetagten werden nach der neuen regionalisierten Bevölkerungsvorausrechnung im Jahr 2030 in den Landkreisen Bodenseekreis und Breisgau-Hochschwarzwald leben (über 5 Prozent). Da bei den Hochbetagten die Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit am höchsten ist, dürfte in diesen Kreisen der relativ höchste Pflegebedarf entstehen. Die niedrigsten Anteile der Hochbetagten (rund 3,5 Prozent) werden für die Stadtkreise Freiburg, Heidelberg, Mannheim und Stuttgart errechnet. Der Landesschnitt dürfte 2030 bei 4,2 Prozent liegen.

Bevölkerung 2030 in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs nach Altersgruppen und deren Veränderung 2008 bis 2030
Stadt-/Landkreis (SKR/LKR)
Region
Regierungsbezirk
Land
Bevölkerung 2030
im Alter von … bis unter …
Entwicklung der Altersgruppen
2008 bis 2030
unter
20
20 - 4040 -6060 - 8585 und
älter
unter
20
20 - 4040 -6060 - 8585 und
älter
Anteile in %Veränderung in %

1) Soweit Land Baden-Württemberg

Stuttgart, Landeshauptstadt (SKR)15,728,627,424,73,6−10,1−10,4−7,810,538,7
Böblingen (LKR)17,921,826,230,04,1−18,3−16,1−16,230,2121,4
Esslingen (LKR)17,721,726,330,04,2−15,6−14,2−15,026,899,2
Göppingen (LKR)17,521,726,030,44,2−20,3−13,1−17,923,468,0
Ludwigsburg (LKR)18,121,826,529,83,9−15,7−14,7−14,330,1103,2
Rems-Murr-Kreis (LKR)17,621,726,030,44,2−19,1−11,4−18,427,298,3
Region Stuttgart17,323,326,528,94,0−16,0−13,0−14,324,183,6
Heilbronn (SKR)17,223,926,328,54,1−15,1−13,9−11,719,065,9
Heilbronn (LKR)17,521,326,130,84,3−22,6−15,1−17,444,6123,7
Hohenlohekreis (LKR)17,921,526,030,54,1−21,3−15,3−17,344,676,7
Schwäbisch Hall (LKR)18,021,526,030,44,1−22,4−13,9−16,945,183,8
Main-Tauber-Kreis (LKR)17,221,325,831,44,3−22,2−13,5−21,728,949,9
Region Heilbronn-Franken17,621,726,030,54,2−21,4−14,4−17,238,387,7
Heidenheim (LKR)17,321,825,930,94,1−24,0−14,0−20,317,751,1
Ostalbkreis (LKR)17,921,626,030,34,1−22,8−15,3−16,731,683,3
Region Ostwürttemberg17,821,726,030,54,1−23,2−15,0−17,827,273,4
Regierungsbezirk Stuttgart17,422,826,329,44,1−18,1−13,5−15,427,583,3
Baden-Baden (SKR)16,520,826,931,24,52,31,9−9,912,014,9
Karlsruhe (SKR)15,228,325,926,83,8−11,9−7,1−13,220,142,2
Karlsruhe (LKR)17,221,325,931,14,4−18,0−11,3−20,434,7109,7
Rastatt (LKR)17,121,626,131,14,2−18,9−9,6−21,330,489,3
Region Mittlerer Oberrhein16,623,426,029,94,2−15,7−8,9−18,128,175,2
Heidelberg (SKR)14,128,127,027,33,5−11,4−22,6−11,040,642,9
Mannheim (SKR)15,325,927,128,23,6−17,1−12,1−15,020,245,1
Neckar-Odenwald-Kreis (LKR)17,221,225,631,64,4−22,1−12,5−22,836,186,0
Rhein-Neckar-Kreis (LKR)17,121,325,931,24,5−16,2−12,4−20,630,9105,1
Region Rhein-Neckar1)16,323,426,329,94,1−16,8−14,0−18,229,777,3
Pforzheim (SKR)17,223,926,028,84,1−15,1−9,9−14,418,346,2
Calw (LKR)17,421,425,731,14,3−24,5−12,7−21,534,078,6
Enzkreis (LKR)17,221,525,631,24,4−24,8−8,3−22,031,6112,6
Freudenstadt (LKR)17,721,325,830,84,4−22,3−15,2−18,738,191,8
Region Nordschwarzwald17,421,925,830,64,3−22,4−11,2−19,730,784,1
Regierungsbezirk Karlsruhe16,623,126,130,14,2−17,7−11,6−18,529,378,0
Freiburg im Breisgau (SKR)14,429,225,627,23,6−15,7−11,5−14,350,651,1
Breisgau-Hochschwarzwald (LKR)17,220,825,531,45,1−21,0−9,7−19,837,4112,9
Emmendingen (LKR)17,321,025,631,34,8−19,8−9,9−19,642,7131,3
Ortenaukreis (LKR)17,621,526,030,64,3−19,8−10,9−18,236,184,9
Region Südlicher Oberrhein16,822,925,730,24,4−19,4−10,7−18,040,091,7
Rottweil (LKR)18,021,825,930,14,1−22,8−10,3−17,328,080,5
Schwarzwald-Baar-Kreis (LKR)17,521,325,730,84,7−19,8−13,3−18,121,283,5
Tuttlingen (LKR)18,722,026,229,33,8−19,4−13,2−13,130,884,2
Region Schwarzwald-Baar-Heuberg18,021,625,930,24,3−20,6−12,4−16,525,783,6
Konstanz (LKR)16,323,525,530,04,7−16,1−7,8−17,930,888,4
Lörrach (LKR)17,221,626,430,84,0−21,1−10,1−18,433,989,9
Waldshut (LKR)17,421,425,830,94,6−23,5−11,2−18,731,883,3
Region Hochrhein-Bodensee16,922,325,930,54,4−19,8−9,4−18,232,188,2
Regierungsbezirk Freiburg17,122,525,830,34,4−19,8−10,6−17,834,288,9
Reutlingen (LKR)17,122,425,930,44,2−22,8−12,3−19,330,391,0
Tübingen (LKR)16,424,825,329,83,8−23,2−14,1−23,859,1109,8
Zollernalbkreis (LKR)17,221,525,831,24,3−23,3−12,5−21,924,482,9
Region Neckar-Alb16,923,025,730,44,1−23,1−13,0−21,536,394,6
Ulm (SKR)16,428,425,725,83,7−10,8−5,3−8,424,049,5
Alb-Donau-Kreis (LKR)18,321,826,129,93,9−22,5−13,0−15,640,695,0
Biberach (LKR)18,421,826,329,83,7−22,7−13,6−13,946,183,3
Region Donau-Iller1)17,923,426,128,83,8−20,2−11,1−13,338,578,6
Bodenseekreis (LKR)17,220,926,030,65,2−17,5−11,9−14,129,8117,9
Ravensburg (LKR)17,821,326,030,44,5−22,3−15,4−15,341,6103,9
Sigmaringen (LKR)17,821,425,731,14,0−27,4−15,5−22,037,291,1
Region Bodensee-Oberschwaben17,621,225,930,64,7−21,9−14,2−16,336,4107,6
Regierungsbezirk Tübingen17,422,525,930,04,2−21,8−12,8−17,536,994,8
Baden-Württemberg17,122,726,129,94,2−19,0−12,3−17,030,984,9

Schaubild: Durchschnittsalter der Bevölkerung in den Kreisen Baden-Württembergs 2030

Schaubild: Voraussichtliche Zunahme der Hochbetagten (85 und älter)Veränderung 2008 bis 2030 in Prozent

Schaubild: Karte Durchschnittsalter in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs


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