Stuttgart, 2. März 2010Nr. 64/2010

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2009 exportierte Baden-Württemberg 16,3 Prozent weniger als im Vorjahr

Im Dezember aber erstmals seit 5 Quartalen wieder Zuwachs gegenüber dem Vorjahresmonat

Im Jahr 2009 wurden nach Feststellung des statistischen Landesamtes Güter im Wert von 125 Milliarden Euro aus Baden-Württemberg ausgeführt. Die baden-württembergischen Einfuhren erreichten einen Wert von 109,1 Mrd. Euro. Damit lagen die Ausfuhren um 16,3 Prozent und die Einfuhren um 14,6 Prozent unter den entsprechenden Werten des Jahres 2008. Immerhin konnte zum Jahresende erstmals seit Ausbruch der Krise wieder ein Ausfuhrplus gegenüber dem Vorjahresmonat verbucht werden: 10 Prozent mehr Exporte sah der Dezember 2009 gegenüber dem Dezember 2008 – wobei nicht vergessen werden darf, dass letzterer bereits um mehr als ein Fünftel unter dem Durchschnitt der Jahre 2007 und 2008 gelegen hatte.

Nachdem 2008 trotz des Rückgangs im 4. Quartal nochmals in etwa das hohe Exportniveau von 2007 erreicht worden war, verzeichnet Baden-Württemberg nun den mit Abstand stärksten Einbruch im Außenhandel seit Beginn seiner Erfassung in der Bundesrepublik im Jahr 1950. Dabei wurde Baden-Württemberg insbesondere im ersten Halbjahr 2009 vom Ausfall der internationalen Nachfrage im Bundesvergleich überdurchschnittlich betroffen, holt inzwischen aber auch schneller als der Bundesdurchschnitt wieder auf. So exportierte die bundesweite Exportwirtschaft im abgelaufenen Jahr wertmäßig 18,4 Prozent weniger als 2008. Der Zuwachs der Exportwerte Deutschlands im Dezember beträgt 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Die Erzeugnisse der gewerblichen Wirtschaft, die 92 Prozent der Gesamtexporte Baden-Württembergs ausmachen, verzeichnen für das Jahr 2009 einen Ausfuhreinbruch um 19,8 Prozent gegenüber 2008. Maschinen sind mit gut 22 Prozent der baden-württembergischen Ausfuhren die exportstärkste Güterkategorie hierzulande; 23,4 Prozent weniger hat das Ausland davon im abgelaufenen Jahr bezogen. Noch stärker hat es den Export von Kraftwagen- und Kraftwagenteilen getroffen, die mit 19,2 Prozent zweitstärkste Position auf der baden-württembergischen Ausfuhrliste: KFZ und -teile im Wert von 24 Mrd. Euro, das sind 28,3 Prozent weniger als 2008, wurden bis Jahresende ins Ausland verkauft. Pharmazeutische Erzeugnisse und Elektrische Ausrüstungen sind mit knapp 9 bzw. knapp 7 Prozent die nächstwichtigen Exportkategorien; die Pharmaindustrie konnte trotz Krise 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr exportieren, während der Elektrobereich Einbußen um 18,6 Prozent zu verzeichnen hat.

Nach wie vor wird der weitaus größte Anteil baden-württembergischer Exportartikel ins europäische Ausland verkauft: Knapp 71 Prozent der Gesamtausfuhren verbleiben in Europa. 57 Prozent werden von den 27 Ländern der Europäischen Union, gut 40 Prozent von Ländern der Eurozone gekauft. Die Rangfolge der Abnehmerländer wird von Frankreich angeführt (9,0 Prozent), dicht gefolgt von den Vereinigten Staaten (8,1 Prozent). Unter den zehn größten Abnehmerländern Baden-Württembergs sind gegenüber 2008 drei »Aufsteiger« auszumachen: Dies sind zum einen unsere südlichen Nachbarn Schweiz und Österreich, die sich von Rang 5 auf Rang 3 (Schweiz) bzw. von Rang 7 auf Rang 5 (Österreich) »vorgearbeitet« haben, und zum anderen China, das 2008 noch unser neuntgrößter Handelspartner war und nun Rang 8 belegt. In diese Länder hat Baden-Württemberg gegenüber 2008 auch 2009 absolut mehr ausgeführt: in die Schweiz 1,6 Prozent, nach Österreich 2,8 Prozent und nach China 4,7 Prozent.

Schaubild: Ausfuhren Baden-Württembergs 1950 bis 2009 in Millionen Euro*)

Schaubild: Die 10 größten Zielländer baden-württembergischer Exporte 2009

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