Stuttgart, 2. März 2010Nr. 70/2010

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Auftragseingänge der Südwestindustrie auf Erholungskurs: Im Januar 20 ½ Prozent mehr Aufträge als im Vorjahr

Impulse kommen in erster Linie von der Auslandsnachfrage

Die Nachfrage nach Industriegütern aus Baden-Württemberg befindet sich auf einem moderaten Erholungskurs. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes stiegen die Auftragseingänge der Südwestindustrie preisbereinigt im Januar 2010 im Vorjahresvergleich kräftig um 20 ½ Prozent an. Damit gab es den dritten Monat in Folge mehr Aufträge als im Vorjahresmonat. Die maßgeblichen Impulse kamen hierbei in erster Linie aus dem Auslandsgeschäft, das den zweiten Monat in Folge eine sprunghaft aufwärtsgerichtete Entwicklung zeigte (35 ½ Prozent).

Die Inlandsbestellungen brachten im Januar 2010 lediglich ein moderates Plus von 3 Prozent in die Auftragsbücher. Diese positive Entwicklung ist allerdings relativierend auch vor dem Hintergrund des ausgesprochen niedrigen Vorjahresniveaus zu sehen, an dem die aktuellen Monatswerte gemessen werden. Insoweit spiegelt sich auch ein Basiseffekt in den relativ günstigen Daten wider. Die in der Tendenz aufwärtsgerichte Bewegung befindet sich insgesamt noch deutlich unterhalb des Niveaus vor 2005. Im Vormonatsvergleich gingen im Januar die Auftragseingänge der Industrie um 5 ½ Prozent zurück, und damit den zweiten Monat in Folge. Dieser Dämpfer zeigt, dass der Erholungskurs gegenwärtig sehr moderat und zögerlich verläuft.

Im Januar 2010 verbuchten vor allem die Investitionsgüterproduzenten ein kräftiges Auftragsplus. Hier lagen die Bestelleingänge um 24 ½ Prozent über dem Vorjahresergebnis. Die Hersteller von Vorleistungsgütern erzielten einen Orderanstieg von 16 ½ Prozent. Im Vergleich hierzu fiel das Auftragsplus bei den Konsumgüterherstellern deutlich schwächer aus (6 Prozent).

Unter den bedeutenden Industriebranchen im Land lassen im Januar 2010 nahezu alle Anzeichen einer gewissen Erholungstendenz erkennen. So verzeichnete die »Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen« im Vorjahresvergleich ein kräftiges Auftragsplus von 39 ½ Prozent. Ein zweistelliger Nachfrageanstieg war auch in der »Metallerzeugung und –bearbeitung« (27 Prozent) zu registrieren, ebenso wie in der »Herstellung von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen« (23 Prozent), der »Herstellung von Metallerzeugnissen« (16 Prozent), im »Maschinenbau« (12 Prozent) und der »Herstellung von elektrischen Ausrüstungen« (10 Prozent). Einen Rückgang der Nachfrage verbuchte lediglich die »Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen« ( ‑ 4 Prozent).

Schaubild: Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe - preisbereinigt und kalendermonatlich

Schaubild: Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe - Veränderungsraten gegenüber Vorjahresmonat

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe in Baden-Württemberg im Januar 2010
Indexstand: Auftragseingang 2005 = 100, preisbereinigt
WZ
2008
Ausgewählte WirtschaftszweigeVeränderung in Prozent
Januar 2010Januar–Januar 2010
gegenüber
Dezember 2009Januar 2009Vorjahreszeitraum
Originalwerte

1) Ausgewählte Wirtschaftszweige entsprechend der EG-Verordnung über Konjunkturstatistiken.

 Verarbeitendes Gewerbe1)−5,4+20,5+20,5
 Inland−3,4+3,1+3,1
 Ausland−6,7+35,7+35,7
 Vorleistungsgüterproduzenten+6,4+16,5+16,5
 Investitionsgüterproduzenten−10,1+24,3+24,3
 Konsumgüterproduzenten−0,3+5,8+5,8
17Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus+3,9+7,5+7,5
20Herstellung von chemischen Erzeugnissen+7,5+3,0+3,0
21Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen−5,7−3,9−3,9
24Metallerzeugung und -bearbeitung+40,1+27,1+27,1
25Herstellung von Metallerzeugnissen+2,4+15,8+15,8
26Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen−21,8+23,1+23,1
27Herstellung von elektrischen Ausrüstungen+1,8+9,9+9,9
28Maschinenbau−6,6+12,2+12,2
29Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen−6,9+39,4+39,4

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