Stuttgart, 18. März 2010 – Nr. 88/2010
Im zweiten Quartal 2009 hatten insgesamt fast 5,58 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsplatz in Baden-Württemberg. Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der neuesten Berechnungen des »Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder« feststellt, kamen davon insgesamt 364 000 als so genannte Einpendler aus anderen Bundesländern oder dem Ausland zu ihrem Arbeitsplatz nach Baden-Württemberg. Umgekehrt arbeiteten von den insgesamt 5,46 Millionen Erwerbstätigen, die in Baden-Württemberg wohnten, rund 245 000 jenseits der Landesgrenzen. Per saldo ergab sich ein Einpendler-Überschuss von 119 000 Erwerbstätigen.
Die Zahl der Einpendler blieb im zweiten Quartal 2009 erstmals seit Beginn der vierteljährlichen Berechnungen im Jahr 2005 leicht hinter dem entsprechenden Vorjahreswert zurück (– 300 bzw. – 0,1 Prozent). Bereits seit der Jahresmitte 2008 hatte mit Einsetzen der globalen Wirtschaftskrise die Zahl der Einpendler nicht mehr so stark zugenommen. Diese Tendenz war auch bei der Gruppe der Auspendler zu beobachten, allerdings gab es im zweiten Quartal 2009 noch rund 3 500 oder 1,4 Prozent Auspendler mehr als ein Jahr zuvor. In der Gesamtbilanz sank der Einpendler-Überschuss um 3 Prozent.
Die mit Abstand meisten Personen, die in anderen Bundesländern wohnten und in Baden-Württemberg arbeiteten, kamen aus Bayern, gefolgt von Rheinland-Pfalz und Hessen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hatten zur Jahresmitte 2009 alleine 29 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Einpendler im Südwesten ihren Wohnort in Bayern, 25 Prozent in Rheinland-Pfalz und 16 Prozent in Hessen. Damit kamen 70 Prozent aller Einpendler aus den drei benachbarten Bundesländern. Bei den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Baden-Württembergern, die zu ihrem Arbeitsplatz in ein anderes Bundesland auspendelten, stand Bayern mit einem Anteil von 38 Prozent noch deutlicher an der Spitze, gefolgt von Hessen mit einem Anteil von 20 Prozent und Rheinland-Pfalz mit einem Anteil von 16 Prozent. Damit arbeiteten sogar drei Viertel aller baden-württembergischen Auspendler in einem der drei angrenzenden Bundesländer.
| Erwerbstätige am Arbeitsort und Wohnort sowie Ein- und Auspendler in Baden-Württemberg im Jahr 2009 | |
|---|---|
| Erwerbstätige am Arbeits- und Wohnort, Einpendler und Auspendler | 2009*) |
| Anzahl in 1.000 | |
|
*) Erwerbstätige: Angaben für das 2. Quartal; sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: Angaben zum Stichtag 30.06. Quellen: Arbeitskreis "Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder", Bundesagentur für Arbeit | |
| Erwerbstätige am Arbeitsort | 5.575,4 |
| – Einpendler über die Landesgrenzen | 364,3 |
| + Auspendler über die Landesgrenzen | 245,1 |
| Erwerbstätige am Wohnort | 5.456,2 |
| nachrichtlich: | |
| sozialversicherungspflichtig beschäftigte Einpendler aus anderen Bundesländern | 303,0 |
| davon aus | |
| Bayern | 88,1 |
| Rheinland-Pfalz | 76,9 |
| Hessen | 48,9 |
| Nordrhein-Westfalen | 28,6 |
| Niedersachsen | 11,6 |
| Sachsen | 11,5 |
| den übrigen Bundesländern | 37,4 |
| sozialversicherungspflichtig beschäftigte Auspendler aus Baden-Württemberg | 188,2 |
| davon nach | |
| Bayern | 71,2 |
| Hessen | 38,1 |
| Rheinland-Pfalz | 30,6 |
| Nordrhein-Westfalen | 24,8 |
| Niedersachsen | 5,8 |
| Hamburg | 4,3 |
| übrige Bundesländer zusammen | 13,4 |
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