Stuttgart, 13. Juli 2010Nr. 225/2010

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Zahl der Adoptionen in Baden-Württemberg auch 2009 weiter rückläufig

320 Jungen und 295 Mädchen wurden adoptiert

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2009 in Baden-Württemberg 615 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren adoptiert. Das waren 43 Adoptionen weniger als im Vorjahr. Damit erreicht die Zahl der Adoptionen im Land den niedrigsten Stand seit 1991, dem Jahr der Einführung dieser Statistik in ihrer heutigen Form. Damals wurden noch 1 005 Kinder und Jugendliche adoptiert.

Von den 320 Jungen und 295 Mädchen war fast die Hälfte (301) zwischen 3 und 12 Jahre alt, knapp ein Viertel (139) hatte das 3. Lebensjahr noch nicht erreicht.

Für 60 Prozent der Adoptierten (369) war mit der Adoption keine Veränderung der Lebensumstände und Bezugspersonen verbunden. Sie wurden von ihrem Stiefvater oder ihrer Stiefmutter an Kindes statt angenommen. Bei 35 Prozent der Fälle (215) standen die Adoptiveltern in keinem Verwandtschaftsverhältnis zu dem von ihnen adoptierten Kind oder Jugendlichen. 90 Kinder oder Jugendlichen lebten vor der Adoption in einem Heim, 8 waren Vollwaisen.

Die deutsche Staatsangehörigkeit hatten 375 (60 Prozent) der Adoptierten. Von den 240 Adoptivkindern mit ausländischer Staatsangehörigkeit stammten 40 Prozent (97) aus europäischen Ländern, darunter 45 Kinder aus Ländern der Russischen Föderation und 11 aus der Türkei. Fast 30 Prozent (70) der ausländischen Adoptierten kamen aus Asien, darunter 22 Kinder aus Thailand und 7 Kinder aus Indien. 13 Prozent (30) stammten aus (Latein-)Amerika, darunter 13 Kinder aus Kolumbien. Knapp die Hälfte (115) der Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit wurde aus Anlass der Adoption nach Baden-Württemberg geholt.

Am Ende des Jahres 2009 waren 26 Mädchen und 33 Jungen für eine Adoption vorgemerkt. Bei den Adoptionsvermittlungsstellen lagen 882 Anträge von Bewerbern vor, die gern ein Kind adoptieren möchten. So kamen rein rechnerisch auf ein zur Adoption vorgemerktes Kind 15 mögliche Adoptiveltern. In Adoptionspflege befanden sich 222 Kinder und Jugendliche. Die Adoptionspflege ermöglicht ein gegenseitiges Aneinandergewöhnen, während das Kind oder der Jugendliche bei einem adoptionswilligen Paar lebt.

Schaubild: Adoptierte Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg 1991 bis 2009

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