Stuttgart, 30. Juli 2010Nr. 243/2010

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Bioabfallverwertung im Land hat deutlich zugenommen

Erhöhter Anteil der Biogasanlagen an der Abfallverwertung

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wurde die Verwertung von biogenen Abfällen in baden-württembergischen Entsorgungsanlagen 2009 auf insgesamt fast 920 000 Tonnen ausgeweitet. Das waren knapp 150 000 Tonnen (plus 19 Prozent) mehr als im Vorjahr. Der Schwerpunkt der biologischen Abfallbehandlung im Land liegt nach wie vor bei der Kompostierung, der im zurückliegenden Jahr insgesamt 650 000 Tonnen zugeführt wurden. In Biogas- und Vergärungsanlagen wurden 2009 aber auch bereits insgesamt nahezu 270 000 Tonnen an Abfällen zur Biogasgewinnung genutzt.

Bei den unterschiedlichen Sparten der biologischen Abfallverwertung in Baden-Württemberg sind deutlich abweichende Entwicklungen festzustellen. Die in den 18 Bioabfallkompostierungsanlagen im Land behandelte Menge hat 2009 gegenüber dem Vorjahr erstmals deutlich um mehr als 20 000 Tonnen abgenommen. Umgekehrt wurde den verfügbaren 66 Grünabfallkompostierungsanlagen eine um fast 60 000 Tonnen größere Menge zugeführt, wobei dieser Anstieg allein auf die erhöhte Menge an biologisch abbaubaren Garten- und Parkabfällen zurückzuführen war. Daneben wird eine nicht bekannte Menge an Gartenabfällen und ähnlichen Materialien über meist saisonal betriebene kommunale Häckselplätze dem Naturkreislauf oder zunehmend auch der thermischen Nutzung in Biomassekraftwerken zugeführt.

Deutlich ausgeweitet wurde 2009 insbesondere auch die Verwertung von Abfällen in Biogasanlagen. In den insgesamt 31 Biogasanlagen im Land, die auch Abfälle zur Gewinnung von Biogas einsetzen dürfen, wurde eine gegenüber dem Vorjahr um fast 110 000 Tonnen (plus 70 Prozent) erhöhte Menge behandelt. Ein Teil dieser Zunahme ist auch auf erstmals in der Erhebung einbezogene Anlagen zurückzuführen. Neben diesen auch für die Abfallentsorgung genutzten Biogasanlagen wird im Land eine sehr viel größere Zahl an Biogasanlagen betrieben, die entsprechend ihrer Genehmigung ausschließlich nachwachsende Rohstoffe einsetzen. Insgesamt waren Anfang 2009 rund 560 Anlagen in Betrieb.

Nach Behandlung der Bioabfälle in Kompostierungs- und Biogasanlagen fielen 2009 spezifikationsgerechter Kompost (305 000 t) und Gärrückstände (133 000 t) von zusammen 438 000 Tonnen an, die in der Landwirtschaft oder in privaten Gärten als Bodenverbesserer eingesetzt wurden. (Dieser Absatz wurde am 16.8. 2010 nachträglic geändert.)

Schaubild: In biologischen Behandlungsanlagen verwertete Mengen in Baden-Württemberg 2008 und 2009

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