Pressemitteilungen 111/2012

Stuttgart, 11. April 2012Nr. 111/2012

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Zahl der Studierenden in »technischen Studiengängen« stark gestiegen

Brenner: Frauenanteil bei knapp 30 Prozent

Ein großer Teil der zukünftigen Fachkräfte für MINT-Berufe (Fachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) bereitet sich heute an einer Hochschule auf seine Berufstätigkeit vor. Die Zahl der Studierenden in Studiengängen, die zur Aufnahme eines "Technischen Berufes" (in Anlehnung an die Klassifikation der Bundesagentur für Arbeit) berechtigen, stieg an den Baden-Württembergischen Hochschulen seit dem Wintersemester 2000/01 bis zum Wintersemester 2010/11 von 79 400 auf 127 400. Das ist ein Plus von über 60 Prozent oder 48 000 Studierende. Damit war der prozentuale Zuwachs in dieser Studierendengruppe mehr als 10 Prozentpunkte höher als bei der Gesamtzahl der Studierenden im Land. Diese Ergebnisse stellten heute auf einer Pressekonferenz die Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, vor.

Die Zahl der Studienanfänger in technischen Studiengängen nahm im gleichen Zeitraum in ähnlichem Maß (61 Prozent) zu. Die Verkürzung der Studienzeiten in Folge der Einführung von Bachelorstudiengängen hat zu einem noch höheren Anstieg der Absolventenzahlen geführt. Im Prüfungsjahr 2000 beendeten 13 000 Personen ein Studium in einem der »technischen Studiengänge«. Im Prüfungsjahr 2010/11 waren es über 23 000. Die Steigerungsrate bei den Absolventen beträgt fast 77 Prozent oder 10 000 Studierende.

Die Zahl der Frauen in Studiengängen, die zu technischen Berufen führen, ist in den vergangenen zehn Jahren von rund 21 100 auf 36 100 um 15 000 (71 Prozent) angewachsen. Der Frauenanteil ist in Teilbereichen gestiegen, insbesondere im Wirtschaftsingenieurwesen oder bei den Naturwissenschaftlern. In der Summe über alle MINT-Berufe betrachtet lag er im Wintersemester 2010/11 mit 28,3 Prozent um knapp zwei Prozentpunkte über dem Wert vor zehn Jahren. Mit zahlreichen Kampagnen sollen Schülerinnen ermutigt werden, technische Studiengänge aufzunehmen. Die Zahl der Studienanfängerinnen hat innerhalb von 10 Jahren um 61 Prozent von rund 4 700 auf 7 500 zugelegt. Herausragend waren dabei die prozentualen Zuwächse im Wirtschaftsingenieurwesen und bei den Ingenieuren. In der Summe aller Studienanfänger ist allerdings keine Änderung des Frauenanteils zu beobachten. Er liegt wie vor zehn Jahren bei 29 Prozent. Bei den Absolventinnen in technischen Studiengängen ist der größte Anstieg zu beobachten. Schlossen im Prüfungsjahr 2000 noch etwas mehr als 3 300 Frauen ein »technisches Studium« ab, waren es im Prüfungsjahr 2010 mit knapp 6 800 mehr als doppelt so viele. Der Frauenanteil aller Absolventen stieg dabei von 25,5 Prozent auf 29,4 Prozent.

Bei detaillierter Betrachtung nach Studiengängen zeigen sich die unterschiedlichen Präferenzen von Männern und Frauen. Den höchsten Frauenanteil bei den Studierenden im Wintersemester 2010/11 hat die Berufsgruppe der Naturwissenschaftler. Drei von fünf Studierenden, Studienanfängern, oder Absolventen sind hier Frauen. Am geringsten ist der Frauenanteil dagegen bei den Datenverarbeitungsfachleuten. Dort liegt er bei den Studierenden und Absolventen unter 20 Prozent. In der größten Teilsparte, den Studiengängen, die auf den Ingenieurberuf vorbereiten, ist durchgängig nur eine von fünf Studierenden weiblich.

Studierende, Studienanfänger und Absolventen in Technischen Studiengängen im Wintersemester 2000/01 bzw. Prüfungsjahr 2000*)
Studiengang1)StudierendeStudienanfängerAbsolventen
männlichweiblichFrauen-
anteil
insgesamtmännlichweiblichFrauen-
anteil
insgesamtmännlichweiblichFrauen-
anteil
insgesamt
Anzahl%Anzahl%Anzahl%Anzahl

1) Studiengänge, die zur Aufnahme von »MINT-Berufen« nach der Klassifikation der Bundesagentur für Arbeit berechtigen (»Techniker (62)« setzen kein Studium voraus)

2) Seit dem Wintersemester 2009/10 ist der Studienbereich Wirtschaftsingenieurwesen in zwei Studienbereiche aufgeteilt: in einen mit wirtschaftswissenschaftlichem und einen mit ingenieurwissen-schaftlichem Schwerpunkt. Um eine Gegenüberstellung zu ermöglichen bleiben in dieser Darstellung beide Studienbereiche zusammengefasst.

Wirtschaftsingenieurwesen2)5.5541.24218,36.79687624121,61.11790913412,81.043
Datenverarbeitungsfachleute (774)11.4771.95614,613.4332.85559817,33.45395713212,11.089
Chemiker, Physiker, Mathematiker (61)7.6575.36541,213.0221.4391.42849,82.8671.79991833,82.717
Naturwissenschaftler (883)5.2336.18754,211.4207431.07759,21.8201.1091.17051,32.279
Ingenieure (60)28.3616.37118,334.7325.5491.35019,66.8994.96397316,45.936
Insgesamt58.28221.12126,679.40311.4624.69429,116.1569.7373.32725,513.064
Studierende, Studienanfänger und Absolventen in Technischen Studiengängen im Wintersemester 2010/11 bzw. Prüfungsjahr 2010
Studiengang1)StudierendeStudienanfängerAbsolventen
männlichweiblichFrauen-
anteil
insgesamtmännlichweiblichFrauen-
anteil
insgesamtmännlichweiblichFrauen-
anteil
insgesamt
Anzahl%Anzahl%Anzahl%Anzahl

1) Studiengänge, die zur Aufnahme von »MINT-Berufen« nach der Klassifikation der Bundesagentur für Arbeit berechtigen (»Techniker (62)« setzen kein Studium voraus)

2) Seit dem Wintersemester 2009/10 ist der Studienbereich Wirtschaftsingenieurwesen in zwei Studienbereiche aufgeteilt: in einen mit wirtschaftswissenschaftlichem und einen mit ingenieurwissen-schaftlichem Schwerpunkt. Um eine Gegenüberstellung zu ermöglichen bleiben in dieser Darstellung beide Studienbereiche zusammengefasst.

Wirtschaftsingenieurwesen2)9.4333.52927,212.9621.91770126,82.6181.71759825,82.315
Datenverarbeitungsfachleute (774)17.4083.77817,821.1863.50089220,34.3923.21961916,13.838
Chemiker, Physiker, Mathematiker (61)11.9258.05140,319.9762.1611.67943,73.8401.9321.39641,93.328
Naturwissenschaftler (883)6.3469.63460,315.9801.2191.81559,83.0341.3272.22562,63.552
Ingenieure (60)46.18411.07319,357.2579.6852.45520,212.1408.1171.95319,410.070
Insgesamt91.29636.06528,3127.36118.4827.54229,026.02416.3126.79129,423.103

Schaubild: Absolventen technischer Studiengänge in Baden-Württemberg im Wintersemester 2001 und 2011 nach Geschlecht

Absolventen technischer Studiengänge an baden-württembergischer Hochschulen im Prüfungsjahr 2000 und 2010
Studiengang1)MännerFrauen
20012011Veränderung20012011Veränderung
Anzahlin %Anzahlin %

1) Studiengänge, die zur Aufnahme von »MINT-Berufen« nach der Klassifikation der Bundesagentur für Arbeit berechtigen (»Techniker (62)« setzen kein Studium voraus)

2) Seit dem Wintersemester 2009/10 ist der Studienbereich Wirtschaftsingenieurwesen in zwei Studienbereiche aufgeteilt: in einen mit wirtschaftswissenschaftlichem und einen mit ingenieurwissen-schaftlichem Schwerpunkt. Um eine Gegenüberstellung zu ermöglichen bleiben in dieser Darstellung beide Studienbereiche zusammengefasst.

Wirtschaftsingenieurwesen2)9091.71780888,9134598464346,3
Datenverarbeitungsfachleute (774)9573.2192.262236,4132619487368,9
Chemiker, Physiker, Mathematiker (61)1.7991.9321337,49181.39647852,1
Naturwissenschaftler (883)1.1091.32721819,71.1702.2251.05590,2
Ingenieure (60)4.9638.1173.15463,69731.953980100,7

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