Stuttgart, 18. Mai 2012 – Nr. 161/2012
Im Jahr 2009 belegte Baden-Württemberg im Vergleich der 97 Regionen der EU (NUTS-1 Ebene1)) mit deutlichem Vorsprung den Spitzenplatz im Forschungswettbewerb. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes investierte Baden-Württemberg 4,8 Prozent (FuE-Intensität)2) des Bruttoinlandprodukts in Forschung und Entwicklung (FuE) – ein neuer Rekordwert. Das Engagement in FuE im Land, das heißt in den Forschungsstätten der Wirtschaft, an den Hochschulen und in den öffentlich geförderten FuE-Einrichtungen außerhalb der Hochschulen (Staatssektor), lag damit deutlich über der Marke von 3 Prozent. Die Europäische Union hatte sich dieses Ziel zuerst im Rahmen der Lissabon-Strategie zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung für das Jahr 2010 gesetzt und inzwischen bis zum Jahr 2020 fortgeschrieben.
Auf Platz zwei im EU-Ranking der NUTS-1 Regionen lag mit einer FuE-Intensität von 4,3 Prozent die nordöstlich von London im Umfeld der University of Cambridge gelegene Region East of England. Diese Region teilte noch im Jahr 2007 mit Baden-Württemberg den ersten Platz. Im Gegensatz zu Baden-Württemberg fielen in der Region East of England jedoch die absoluten FuE-Ausgaben im Krisenjahr 2009 gegenüber dem Jahr 2007 deutlich zurück (- 2,3 Mrd. Euro). Auf den Plätzen drei bis fünf folgten wie bereits im Jahr 2007 zwei Regionen in Schweden und eine in Finnland, wobei die finnische Region Manner Suomi (4,0 Prozent) die schwedische Region Södra Sverige (3,9 Prozent) vom vierten auf den fünften Platz verdrängt hat. Östra Sverige (4,1 Prozent) konnte den dritten Platz verteidigen.
Baden-Württemberg belegt bei der FuE-Intensität auch im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz. Die FuE-Intensität lag im Jahr 2009 in den USA (2,9 Prozent), China (1,7 Prozent) und Japan (3,4 Prozent) zwar deutlich unter der von Baden-Württemberg (4,8 Prozent). Absolut betrachtet gaben aber diese drei weltweit führenden Schwergewichte (USA: 402 Mrd. US-Dollar, China: 154 Mrd. US-Dollar und Japan: 137 Mrd. US-Dollar) erheblich mehr Finanzmittel für Forschung und Entwicklung aus (Deutschland: 83 Mrd. US-Dollar, Baden-Württemberg: 20 Mrd. US-Dollar).3) Das hervorragende Abschneiden von Baden-Württemberg wird durch den Umstand begünstigt, dass hier eine relativ kleine Region mit großen Nationalstaaten verglichen wird. Ein Vergleich von Baden-Württemberg mit einzelnen Bundesstaaten in den USA zeigt, dass dort sechs von 50 Bundesstaaten eine höhere FuE-Intensität aufweisen. Dazu gehören zum Beispiel Maryland (5,9 Prozent), Massachusetts (5,5 Prozent) und Washington (5,0 Prozent), die gemessen an der Bevölkerungszahl mit Baden-Württemberg annähernd vergleichbar sind.4)
1) Die Gebietssystematik „Nomenclature des Unités Territoriales Statistiques“ - kurz NUTS - ist eine Klassifikation der Regionen innerhalb der Europäischen Union zur Erstellung regional vergleichbarer Statistiken, die auf Verwaltungseinheiten basiert. Die NUTS-1 Ebene entspricht in Deutschland den Bundesländern.
2) Die FuE-Ausgabenintensität - kurz FuE-Intensität - ist der Anteil der FuE-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt eines Landes, einer Region oder eines Wirtschaftszweiges in Prozent. Der starke Anstieg der Kennzahl resultiert aus der Zunahme der FuE-Ausgaben und aus der rezessionsbedingten Abnahme des nominalen Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2009.
3) Quelle: Organisation for Economic Cooperation and Development, Main Science and Technology Indicators 2011/2 edition.
4) Quelle: National Science Foundation, FuE-Jahr 2008.
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