Stuttgart, 23. Mai 2012 – Nr. 165/2012
In Baden-Württemberg lebten zum Jahresende 2011 insgesamt 28 700 afrikanische Staatsbürger, davon 16 100 Männer und 12 600 Frauen. Wie das Statistische Landesamt zum Afrikatag am 25. Mai 2012 mitteilt, stellten unter allen afrikanischen Staaten die Tunesier (3 200 Personen) die stärkste Nationalitätengruppe, gefolgt von Staatsbürgern aus Nigeria (2 800 Personen), Marokko (2 700 Personen), Algerien (2 700 Personen) und Kamerun (2 500 Personen). Gemessen an den gut 1,2 Millionen ausländischen Einwohnern im Südwesten sind Personen aus dem Schwarzen Kontinent mit einem Anteil von lediglich 2,4 Prozent vergleichsweise schwach vertreten.
Wie aus der Auswertung des Ausländerzentralregisters des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge weiter hervorgeht, wohnen afrikanische Staatsbürger im Durchschnitt seit 11 Jahren unter uns, nur etwa halb so lang wie die hier lebenden Ausländer insgesamt (21 Jahre). 31 Prozent oder fast jeder dritte Afrikaner (8 900 Personen) wohnte 2011 in der Region Stuttgart, 14 Prozent bzw. 4 100 Afrikaner in der Region Rhein-Neckar und jeweils rund 12 Prozent in den Regionen Mittlerer Oberrhein (3 500 Afrikaner) und Südlicher Oberrhein (3 400 Afrikaner). Damit fanden rund 70 Prozent aller Personen aus einem afrikanischen Staat alleine in 4 der insgesamt 12 Regionen des Landes ihr neues Zuhause. 13 100 bzw. 46 Prozent aller Afrikanerinnen und Afrikaner waren ledig, 11 300 bzw. 39 Prozent verheiratet, darunter 5 300 oder 47 Prozent mit einem deutschen Partner. Dabei gingen afrikanischen Männer insgesamt zwar seltener als afrikanische Frauen den Bund fürs Leben ein. Gleichwohl waren unter den Verheirateten afrikanische Männer etwas häufiger mit einer deutschen Frau verheiratet (2 700) als afrikanische Frauen mit einem deutschen Mann (2 600). Die verbleibenden rund 4 300 Afrikaner waren entweder verwitwet (370 Personen bzw. 1 Prozent), geschieden (2 500 Personen bzw. 9 Prozent) oder es lag keine Angabe zum Familienstand vor (1 400 Personen bzw. 5 Prozent).
Die afrikanischen Staatsbürger im Südwesten waren zum Jahresende 2011 durchschnittlich 33 Jahre alt und damit im Durchschnitt 7 Jahre jünger als die hier lebenden Ausländer insgesamt. 66 Prozent der afrikanischen Einwohner waren im Alter zwischen 20 und 45 Jahren. Unter allen Ausländern lag der Anteil in dieser Altersklasse bei nur 49 Prozent. Insgesamt übten Mitte 2011 in Baden-Württemberg 11 000 afrikanische Staatsbürger eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus. Darunter arbeiteten 2 800 (25 Prozent) im Bereich wirtschaftliche Dienstleistungen1), 2 200 (20 Prozent) im Verarbeitenden Gewerbe und jeweils rund 1 200 Personen (11 Prozent) im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Gastgewerbe. Von den im Wintersemester 2010/11 an baden-württembergischen Hochschulen immatrikulierten 36 000 ausländischen Studierenden hatten 2 400 eine afrikanische Staatsbürgerschaft. Somit studierten gut 8 Prozent aller im Südwesten lebenden Afrikaner an einer Hochschule in Baden-Württemberg.
| Ausländische Bevölkerung in Baden-Württemberg 2011*) darunter die 15 häufigsten afrikanischen Staaten | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staatsangehörigkeit | Ausländische Bevölkerung insgesamt | Männer | Frauen | Durchschnittsalter | Aufenthaltsdauer | Anteil der Ledigen | Anteil der Verheirateten |
| Anzahl | in Prozent | ||||||
|
*) Stichtag 31.12.2011 Quelle: Ausländerzentralregister | |||||||
| Ausländer insgesamt | 1.208.289 | 615.527 | 592.762 | 39,9 | 21,0 | 40,2 | 45,6 |
| darunter | |||||||
| Afrika | 28.672 | 16.070 | 12.602 | 33,2 | 10,7 | 45,6 | 39,5 |
| darunter | |||||||
| Tunesien | 3.232 | 2.141 | 1.091 | 34,9 | 12,7 | 36,9 | 48,0 |
| Nigeria | 2.757 | 1.828 | 929 | 32,1 | 7,8 | 51,6 | 33,5 |
| Marokko | 2.692 | 1.462 | 1.230 | 35,2 | 11,8 | 30,3 | 53,7 |
| Algerien | 2.663 | 1.839 | 824 | 35,9 | 12,4 | 38,0 | 45,4 |
| Kamerun | 2.512 | 1.360 | 1.152 | 28,0 | 6,5 | 63,7 | 25,9 |
| Kenia | 1.682 | 347 | 1.335 | 29,5 | 7,0 | 45,5 | 36,9 |
| Ghana | 1.631 | 799 | 832 | 35,9 | 13,2 | 41,9 | 34,2 |
| Ägypten | 1.369 | 914 | 455 | 33,9 | 9,0 | 37,5 | 50,0 |
| Togo | 1.081 | 584 | 497 | 30,1 | 9,6 | 57,4 | 31,2 |
| Äthiopien | 1.062 | 511 | 551 | 37,7 | 15,8 | 46,6 | 36,5 |
| Kongo, Demokratische Republik | 928 | 487 | 441 | 29,7 | 13,4 | 59,9 | 31,8 |
| Eritrea | 882 | 378 | 504 | 38,4 | 15,3 | 44,9 | 37,0 |
| Angola | 840 | 456 | 384 | 30,6 | 15,5 | 57,9 | 30,5 |
| Gambia | 755 | 573 | 182 | 30,1 | 6,2 | 57,6 | 26,8 |
| Südafrika | 720 | 263 | 457 | 39,4 | 10,9 | 31,9 | 54,2 |
1) Gemäß der Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ 2008) zählen zu den wirtschaftlichen Dienstleistungen: Vermietung von beweglichen Sachen, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, Reisebüros, Wach- und Sicherheitsdienste, Gebäudebetreuung.
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