Stuttgart, 18. Juni 2012 – Nr. 184/2012
Der Primärenergieverbrauch in Baden-Württemberg ist im Jahr 2010 nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes um 2,5 Prozent gestiegen. Insgesamt erreichte der Primärenergieverbrauch 2010 ein Niveau von 1 584 Petajoule. Dies sind 39 Petajoule mehr als im Vorjahr. Trotz des Anstiegs lag das Verbrauchsniveau noch um 2,5 Prozent niedriger, als vor dem konjunkturellen Einbruch im Jahr 2008. Im Jahr 2010 stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in Baden-Württemberg um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. »Das Wirtschaftswachstum war also stärker als der Verbrauchszuwachs«, fasste die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, die Entwicklung zusammen. In der Folge stieg 2010 die Energieproduktivität Baden-Württembergs an – und zwar um 3,4 Prozent. Die Energieproduktivität gilt als Maßstab für die Effizienz einer Volkswirtschaft im Umgang mit den Energieressourcen. Sie gibt an, wie viele Einheiten des Bruttoinlandsproduktes jeweils mit einer Einheit Primärenergie erwirtschaftet werden. Weitere Energieindikatoren stellt das Statistische Landesamt im neuen Energiebericht 2012 ab Seite 22 bereit. Der Energiebericht wurde gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft herausgegeben.
Umweltminister Franz Untersteller: »Der Energiebericht ist eine aufschlussreiche Sammlung an Daten und Fakten und zeigt gut auf, in welche Richtung wir uns bewegen und bewegen müssen: Zum einen müssen wir weiter daran arbeiten, dass wir das Wirtschaftswachstum vom Energieverbrauch abkoppeln, dass Wachstum stärker ist als Verbrauchszuwachs wie 2010 der Fall. Das bedeutet, wir müssen die Energieeffizienz weiter steigern. Zum anderen müssen wir den Anteil der erneuerbaren Energien sukzessive erhöhen, 2010 betrug er gut 10 Prozent am Primärenergieverbrauch, 2011 lag er nach ersten Schätzungen bereits deutlich über 11 Prozent.«
Während der Verbrauch von Mineralölen 2010 in Baden-Württemberg um geschätzte 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr anstieg, ging die Kernenergie um 7,9 Prozent zurück. Der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Primärenergieverbrauch fiel nach vorläufigen Ergebnissen mit 10,4 Prozent um einen Prozentpunkt höher aus als 2009 (9,3 Prozent). Insgesamt trugen die erneuerbaren Energieträger 164 Petajoule zur Energiebilanz 2010 bei. Über die Hälfte des Primärenergieverbrauchs aus Erneuerbaren wird durch feste und flüssige biogene Stoffe (wie Holz oder Pflanzenöle) gedeckt. 19,5 Prozent entfallen auf Biogas (einschließlich Klärgas) und weitere 11,2 Prozent auf die Wasserkraft. Die Solarenergie leistet einen Beitrag von 6,7 Prozent und biogene Abfälle und Deponiegas kommen zusammen auf 6,0 Prozent. Die Windkraft trägt in Baden-Württemberg mit 1,2 Prozent – oder 2 Petajoule – zum Primärenergieverbrauch aus erneuerbaren Energieträgern bei (Deutschland 9,9 Prozent).
Der Bruttostromverbrauch 2010 betrug in Baden-Württemberg 81,4 Terawattstunden (TWh). Dies sind 2,2 Prozent mehr als im Jahr 2009. 81,0 Prozent wurden im Land selbst erzeugt. Die übrigen 19,0 Prozent wurden per Saldo von anderen Bundesländern und dem Ausland eingeführt. Das Austauschvolumen mit dem Ausland betrug hinsichtlich der Einfuhr 12,0 TWh, hinsichtlich der Ausfuhr 18,7 TWh. Somit wurde von Baden-Württemberg mehr Strom direkt ins Ausland abgegeben als direkt eingeführt. Zu den Liefer- und Abnehmerländer gehören die Schweiz, Frankreich und Österreich.
infopunkt
Der Energiebericht 2012 steht kostenlos als PDF-Datei unter zur Verfügung. Druckexemplare können beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg (vertrieb@stala.bwl.de) angefordert werden. Der Energiebericht wurde gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft herausgegeben.
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Birgit John
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