189/2012

Stuttgart, 22. Juni 2012Nr. 189/2012

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Erster baden-württembergischer Kindergipfel am 23. Juni 2012

Die meisten Kinder wachsen auch heute noch in einer Ehepaarfamilie auf

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, der größten amtlichen Haushaltsbefragung in Deutschland, lebten in Baden-Württemberg im Jahr 2011 insgesamt rund 1,8 Millionen minderjährige Kinder. Als Folge des dauerhaft niedrigen Geburtenniveaus und der höheren Lebenserwartung der Menschen ist der prozentuale Anteil der Kinder unter 18 Jahren in Baden-Württemberg merklich geringer geworden, wie das Statistische Landesamt mitteilt: Während Anfang der 70er-Jahre noch rund 28 Prozent der Einwohner im Land unter 18 Jahre alt waren, lag der Anteil der Minderjährigen im Jahr 2011 nur noch bei gut 17 Prozent. Gut vier von fünf unter 18-Jährigen hatten eine deutsche Staatsbürgerschaft, rund 9 Prozent waren Ausländer.

Wie ist heute die Lebenssituation von Kindern, unter welchen Rahmenbedingungen wachsen sie auf? Die Rahmenbedingung schlechthin für die Lebenssituation von Kindern ist ihre familiäre Situation. Anfang der 70er-Jahre lebten noch 94 Prozent der unter 18-Jährigen mit verheirateten Eltern zusammen. Von den heute insgesamt rund 1,8 Millionen minderjährigen Kindern in Baden-Württemberg, die in einer Familie leben, lebt immer noch die überwiegende Mehrheit, nämlich knapp 1,5 Millionen (rund 81 Prozent) mit verheirateten Eltern zusammen. Insgesamt 250 000 unter 18-Jährige, d.h. annähernd 14 Prozent aller Minderjährigen in Baden-Württemberg leben heute bei einem allein erziehenden Elternteil und knapp 92 000 Kinder (5 Prozent) in einer Lebensgemeinschaft.

Ungeachtet der rückläufigen Kinderzahlen haben auch heute noch die meisten Kinder (gut 78 Prozent) Geschwister, knapp 22 Prozent der minderjährigen Baden-Württemberger lebten 2011 ohne Geschwister im Haushalt. In Ehepaarfamilien haben gut 83 Prozent der Kinder mindestens einen Bruder oder eine Schwester. In den Familien allein erziehender Eltern hingegen sieht die Situation anders aus: Im Jahr 2011 waren nahezu 41 Prozent der Kinder in diesen Familien Einzelkinder. Von den Kindern unter 18 Jahren, die in Lebensgemeinschaften leben, sind sogar gut 48 Prozent Einzelkinder.


Betrachtet man die durchschnittliche materielle Situation von Kindern in Baden-Württemberg so fällt auf, dass die unter 18-jährigen zu den Bevölkerungsgruppen mit einem überdurchschnittlichen Armutsrisiko gehören. Während die Armutsgefährdungsquote in Baden-Württemberg 2010 bei durchschnittlich 11 Prozent lag, lag die von minderjährigen Kindern im Durchschnitt bei gut 13 Prozent. Insbesondere Kinder in Einelternfamilien sind häufig materiell benachteiligt: Die Armutsgefährdungsquote der Haushalte alleinerziehender Eltern lag bei durchschnittlich knapp 35 Prozent. Die Armutsgefährdungsquote ist gemäß der EU-Definition der Anteil der Personen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen müssen.

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