198/2012

Stuttgart, 28. Juni 2012Nr. 198/2012

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1. Quartal 2012: Zahl der Arbeitsplätze im Südwesten um 109 000 gestiegen

Höchster Stellenzuwachs im Verarbeitenden Gewerbe

Die Situation auf dem baden-württembergischen Arbeitsmarkt hat sich im 1. Quartal 2012 deutlich verbessert. Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder« mitteilt, gab es im Startquartal 2012 über 5,77 Millionen Arbeitsplätze im Land, fast 109 000 oder 1,9 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Gegenüber dem Vorquartal ging die Zahl der Erwerbstätigen zwar um rund 23 000 bzw. 0,4 Prozent zurück, der Rückgang der Erwerbstätigenzahl gegenüber dem Schlussquartal des Vorjahres ist jedoch saisonal üblich und fiel aktuell spürbar geringer aus als in den beiden Jahren zuvor (2011: – 37 000, 2010: – 66 000). Der Stellenzuwachs in Baden-Württemberg übertraf im Startquartal 2012 mit einem Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr die bundesweite Entwicklung um 0,4 Prozentpunkte. Im Bundesländervergleich lag Baden-Württemberg nach Berlin, Bayern und Hessen auf Platz vier. Die Spannweite der Erwerbstätigenentwicklung reichte von einem Zuwachs um 2,3 Prozent in Berlin bis zu einem Arbeitsplatzabbau in Sachsen-Anhalt um 0,5 Prozent.

Von den positiven Tendenzen auf dem baden-württembergischen Beschäftigungsmarkt profitierte vor allem die große Gruppe der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer. Nach neuesten Angaben der Bundesagentur für Arbeit standen im März 2012 fast 4,06 Millionen Personen in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, 107 000 oder 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Zahlenmäßig den stärksten Erwerbstätigenzuwachs gab es im 1. Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahr im Verarbeitenden Gewerbe mit einem Anstieg um 33 000 oder 2,4 Prozent. Dort arbeiteten insgesamt 1,43 Millionen Erwerbstätige. Dank des immer kräftigeren Stellenzuwachses im Verarbeitenden Gewerbe trug das Produzierende Gewerbe im 1. Quartal 2012 zu 34 Prozent zum gesamten Erwerbstätigenzuwachs im Land bei, ein Jahr zuvor waren dies noch 21 Prozent. In diesem Wirtschaftssektor arbeiteten im Startquartal 2012 1,8 Millionen Erwerbstätige, 37 000 oder 2,1 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Allerdings verfehlte die Erwerbstätigenzahl im Produzierenden Gewerbe im 1. Quartal 2012 das Vorkrisenniveau im Startquartal 2008 noch um mehr als 30 000 oder 1,7 Prozent.

Auch im Dienstleistungssektor, in dem aktuell im Südwesten fast 3,9 Millionen Menschen erwerbstätig sind, setzte sich die dynamische Erwerbstätigenentwicklung fort. Dort gab es fast 70 000 oder 1,8 Prozent mehr Erwerbstätige als im entsprechenden Vorjahresquartal. Zahlenmäßig den stärksten Stellenzuwachs im Dienstleistungsbereich verbuchte im 1. Quartal 2012 der Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe sowie Information und Kommunikation mit einem Plus von über 29 000 Arbeitsplätzen gegenüber dem Vorjahresquartal (+ 2,1 Prozent). Bei den Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistern einschließlich Grundstücks- und Wohnungswesen entstanden per Saldo 24 000 Arbeitsplätze (+ 2,7 Prozent). In der Zeitarbeitsbranche, die wirtschaftsfachlich zu den Unternehmensdienstleistern gehört, gab es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im März 2012 erstmals seit Januar 2010 wieder einen Beschäftigungsrückgang. Dort waren aktuell fast 93 000 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 500 weniger als im entsprechenden Vorjahresmonat (– 0,5 Prozent). In den letzten Jahren lief die Beschäftigungsentwicklung in der Zeitarbeitsbranche der Beschäftigtenentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe zeitlich voraus. Der Rückgang der Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche könnte damit einen allmählich nachlassenden Beschäftigungszuwachs in der Industrie anzeigen.

Mit der heutigen Veröffentlichung revidierter Quartalsergebnisse I/2008 bis I/2012 in der Erwerbstätigenrechnung nach Bundesländern gemäß der Wirtschaftszweigsystematik WZ 2008 werden zeitgleich vorläufige revidierte Jahresergebnisse 1991 bis 2011 veröffentlicht (siehe »Wichtiger Hinweis zur Revision der Erwerbstätigenrechnung« und Links). Aus den in der Revision umgesetzten Maßnahmen resultiert eine leichte Niveauanhebung der vierteljährlichen und jährlichen Erwerbstätigenzahlen. In der Quartalsrechnung 2008 bis 2010 liegen die Niveaus der Erwerbstätigen nach der Revision im Durchschnitt 1,1 Prozent höher, in der Jahresrechnung 1991 bis 2010 um 1,4 Prozent. Die zeitlichen Verläufe der Erwerbstätigkeit bleiben durch die Revision weitgehend erhalten.

Schaubild: Erwerbstätige in Baden-Württemberg nach Quartalen und ausgewählten Wirtschaftsbereichen 2009 bis 2012

Erwerbstätige in Baden-Württemberg nach Quartalen und ausgewählten Wirtschaftsbereichen 2009 bis 2012*)
Jahr
Quartal
Erwerbstätige insgesamtProduzierendes GewerbeDienstleistungsbereiche
Veränderung zum Vorjahr in 1.000 Personen

*) Vorläufige Ergebnisse.

Quelle: Arbeitskreis »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder«

2009I+4,4−24,3+30,0
 II−30,8−53,9+22,8
 III−69,7−87,5+18,6
 IV−70,0−79,0+12,0
2010I−57,7−61,2+7,0
 II−4,6−30,7+29,5
 III+34,0−3,5+40,7
 IV+53,9+4,2+51,9
2011I+83,3+17,7+66,4
 II+85,8+23,5+60,5
 III+90,9+32,0+57,6
 IV+94,7+31,7+61,8
2012I+108,6+37,1+69,6
Erwerbstätige am Arbeitsort nach Wirtschaftsbereichen in Baden-Württemberg*)
Klassifikation der Wirtschaftszweige,
Ausgabe 2008 (WZ08)
20112012
1. Quartal2. Quartal3. Quartal4. Quartal1. Quartal
Anzahl

*) Vorläufige Ergebnisse.

Quelle: Arbeitskreis "Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder"

ALand- und Forstwirtschaft, Fischerei69.60081.40078.00071.50071.600
B bis FProduzierendes Gewerbe1.763.1001.775.3001.800.9001.806.8001.800.200
B bis EProduzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe1.462.6001.470.8001.492.2001.496.7001.495.900
darunter C Verarbeitendes Gewerbe1.400.5001.408.4001.429.5001.433.7001.433.600
FBaugewerbe300.500304.500308.700310.100304.300
G bis TDienstleistungsbereiche3.829.7003.860.6003.874.8003.915.9003.899.300
G bis JHandel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation1.378.0001.393.2001.402.8001.413.3001.407.400
K bis NFinanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen889.600900.000913.600918.400913.600
O bis TÖffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit1.562.2001.567.4001.558.4001.584.2001.578.200
A bis TAlle Wirtschaftsbereiche5.662.4005.717.2005.753.7005.794.2005.771.000
  Veränderung zum Vorjahr (Anzahl)
ALand- und Forstwirtschaft, Fischerei−900+1.800+1.300+1.200+1.900
B bis FProduzierendes Gewerbe+17.700+23.500+32.000+31.700+37.100
B bis EProduzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe+15.300+21.900+30.800+29.900+33.200
darunter C Verarbeitendes Gewerbe+14.600+21.500+30.500+29.400+33.200
FBaugewerbe+2.400+1.600+1.200+1.800+3.800
G bis TDienstleistungsbereiche+66.400+60.500+57.600+61.800+69.600
G bis JHandel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation+11.100+17.100+20.000+21.700+29.400
K bis NFinanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen+40.100+34.900+29.600+26.400+24.100
O bis TÖffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit+15.300+8.400+8.000+13.600+16.100
A bis TAlle Wirtschaftsbereiche+83.300+85.800+90.900+94.700+108.600
  Veränderung zum Vorjahr (in %)
ALand- und Forstwirtschaft, Fischerei−1,3+2,2+1,6+1,7+2,8
B bis FProduzierendes Gewerbe+1,0+1,3+1,8+1,8+2,1
B bis EProduzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe+1,1+1,5+2,1+2,0+2,3
darunter C Verarbeitendes Gewerbe+1,1+1,5+2,2+2,1+2,4
FBaugewerbe+0,8+0,5+0,4+0,6+1,3
G bis TDienstleistungsbereiche+1,8+1,6+1,5+1,6+1,8
G bis JHandel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation+0,8+1,2+1,4+1,6+2,1
K bis NFinanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen+4,7+4,0+3,3+3,0+2,7
O bis TÖffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit+1,0+0,5+0,5+0,9+1,0
A bis TAlle Wirtschaftsbereiche+1,5+1,5+1,6+1,7+1,9

Schaubild: Erwerbstätige in den Bundesländern im 1. Quartal 2012

Erwerbstätige in den Bundesländern im 1. Quartal 2012*)
BundeslandVeränderung zum Vorjahresquartal
in Prozent

*) Vorläufige Ergebnisse.

Quelle: Arbeitskreis "Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder"

Sachsen-Anhalt−0,5
Brandenburg0,4
Mecklenburg-Vorpommern0,4
Thüringen0,6
Sachsen0,7
Schleswig-Holstein0,8
Bremen1,2
Nordrhein-Westfalen1,2
Saarland1,2
Rheinland-Pfalz1,4
Deutschland1,5
Hamburg1,7
Niedersachsen1,8
Baden-Württemberg1,9
Hessen2,1
Bayern2,1
Berlin2,3

Schaubild: Erwerbstätige in Baden-Württemberg nach der Revision 2011 im Vergleich zum bisherigen Ergebnis

Erwerbstätige in Baden-Württemberg nach der Revision 2011 im Vergleich zum bisherigen Ergebnis*)
JahrBisheriges ErgebnisNeues Ergebnis1)

*) Jahresdurchschnitte (Inlandskonzept)

1) Vorläufige revidierte Ergebnisse für Zwecke der Arbeitsmarktbeobachtung.

Quelle: Arbeitskreis "Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder"

915.107.8005.170.900
925.160.8005.221.900
935.081.3005.141.200
945.030.2005.088.600
955.031.7005.095.700
965.046.7005.122.400
975.069.8005.144.000
985.140.2005.215.400
995.211.5005.300.300
005.352.0005.435.700
015.428.3005.507.500
025.424.6005.504.200
035.381.8005.464.900
045.395.1005.474.400
055.402.2005.480.000
065.432.1005.505.400
075.520.2005.599.600
085.603.1005.678.600
095.571.5005.636.800
105.594.1005.643.100
11x5.731.900

infopunkt1

Begriffliche Erläuterung

Die Erwerbstätigen umfassen neben den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern auch Beamte, Selbstständige und ausschließlich marginal Beschäftigte wie Personen mit Minijobs oder Arbeitsgelegenheiten.

Wichtiger Hinweis zur Revision der Erwerbstätigenrechnung

Mit der heutigen Veröffentlichung der revidierten vierteljährlichen Erwerbstätigenzahlen für den Zeitraum 1. Quartal 2008 bis 1. Quartal 2012 legt das Statistische Landesamt erstmals auf der Grundlage der Klassifikation der Wirtschaftszweige Ausgabe 2008 (WZ 2008) ermittelte Quartalsergebnisse vor. Die Umstellung auf die WZ 2008 ist Gegenstand einer umfassenden Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR), die neben der Umstellung auf die WZ 2008 die bisherigen Datengrundlagen und Berechnungen überprüft und neue Informationen berücksichtigt hat. Hierdurch ergibt sich nach der Revision eine leichte Niveauanhebung der Ergebnisse. Die revidierten Jahresergebnisse der Erwerbstätigenrechnung für den Zeitraum 2008 bis 2011 nach der WZ 2008 wurden bereits am 27. März 2012 veröffentlicht (Pressemitteilung Nr. 93/2012). Inzwischen wurden vom Arbeitskreis »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder« darüber hinaus vorläufig revidierte Jahresergebnisse für den Zeitraum 1991 bis 2007 für Zwecke der Arbeitsmarktbeobachtung berechnet, die heute gemeinsam mit den oben genannten revidierten Quartalergebnissen ebenfalls erstmals veröffentlicht werden.

infopunkt2

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Tel.: 0711/641-2451, E-Mail: Pressestelle

Fachliche Rückfragen

Dr. Monika Kaiser

Tel.: 0711/641-2620, E-Mail: Dr. Monika Kaiser

URI: http://www.statistik-bw.de/Pressemitt/2012198.asp

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