200/2012

Stuttgart, 27. Juni 2012Nr. 200/2012

RSS Newsletter abonnieren

Merkliche Entspannung bei den Verbraucherpreisen im Juni

Inflation liegt mit 1,6 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit November 2010.

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes erhöhte sich im Juni 2012 der Verbraucherpreisindex für Baden-Württemberg gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,6 Prozent auf einen Indexstand von 112,7 (2005 = 100). Dies ist der niedrigste Anstieg im Südwesten seit November 2010. Damit hat der Preisauftrieb der vergangenen Monate vorläufig ein Ende erreicht. Gegenüber dem Vormonat Mai gingen die Preise um 0,1 Prozent zurück.

Die Preisanstiege gegenüber Juni 2011 bei Heizöl (3,3 Prozent) und Kraftstoffen (3,0 Prozent) lagen weiterhin über der Gesamtentwicklung. Bei den Kraftstoffen hat insbesondere der Superbenzinpreis zugelegt (3,5 Prozent), während der Anstieg bei Diesel bei 1,6 Prozent lag. Einen noch deutlicheren Anstieg verzeichneten der Gaspreis mit 6,9 Prozent und der Fernwärmepreis mit 6,0 Prozent. Strom verteuerte sich mit 2,0 Prozent nicht ganz so stark.

Spürbar angezogen haben binnen Jahresfrist die Preise für Nahrungsmittel (4,1 Prozent). Insbesondere Obst (7,6 Prozent), Gemüse (6,2 Prozent), Fleischwaren (5,5 Prozent) und Brot und Getreideerzeugnisse (4,8 Prozent) verteuerten sich spürbar. Allerdings ist bei den Gemüsepreisen zu bedenken, dass im Vorjahr die Folgen der EHEC-Epidemie die Preise für ausgewählte Sorten deutlich dämpften. Deutlich verbilligt haben sich dagegen Speisefette und –öle (minus 4,4 Prozent): Auch Kartoffeln (minus 11,6 Prozent) wurden deutlich billiger. Bei alkoholfreien Getränken lag der Anstieg bei 3,8 Prozent, während alkoholische Getränke sich um 1,3 Prozent verteuerten.

Bei den Ausgaben rund um das Wohnen (Nettokaltmieten und Wohnnebenkosten) legten die Preise um 0,6 Prozent zu. Bekleidung verteuerte sich um 3,6 Prozent, Heimtextilien um 3,5 Prozent. Bei Schuhen lag der Anstieg bei 3,4 Prozent. Bei den Ausgaben rund um das Reisen haben sich Flugtickets (12,2 Prozent) stark verteuert. Restaurantbesuche legten um 2,4 Prozent, Übernachtungen in Baden-Württemberg um 2,2 Prozent zu. Bei Pauschalreisen stiegen die Preise um 1,8 Prozent. Preisrückgänge gab es dagegen bei Unterhaltungselektronik (minus 9,4 Prozent) und Foto- und Filmausrüstung (minus 6,9 Prozent).

Gegenüber dem Vormonat Mai gingen sowohl der Preis für Kraftstoffe wie auch der Preis für Heizöl jeweils um 2,8 Prozent zurück. Nahrungsmittel verteuerten sich um 1,2 Prozent. Insbesondere Obst wurde um 9,6 Prozent teurer. Bei Bekleidung und Schuhe gingen die Preise um 1,2 Prozent zurück. Bei Übernachtungen in Baden-Württemberg kletterten die Preise um 1,7 Prozent.

Schaubild: Verbraucherpreisindex für Baden-Württemberg

Ausgewählte Verbraucherpreisindizes für Baden-Württemberg im Juni 2012
BezeichnungJuni 2012Veränderung Juni 2012 gegenüber
Juni 2011Mai 2012
2005=100%

1) Saisonabhängige Nahrungsmittel: Fisch, Kartoffeln, Obst und Gemüse

Gesamtindex112,7+1,6−0,1
Gliederung nach Abteilungen
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke120,7+4,1+1,0
Alkoholische Getränke, Tabakwaren117,2+2,9+0,3
Bekleidung und Schuhe111,7+3,5−1,2
Wohnung, Wasser, Strom, Gas u.a. Brennstoffe115,8+1,7−0,1
Einrichtungsgegenstände (Möbel), Apparate, Geräte und Ausrüstungen für den Haushalt sowie deren Instandhaltung105,8+0,8−0,1
Gesundheitspflege107,0+2,0−0,1
Verkehr119,4+2,1−0,8
Nachrichtenübermittlung84,6−1,4
Freizeit, Unterhaltung und Kultur102,8+1,3−0,2
Bildungswesen124,5−20,9−0,2
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen112,2+2,2+0,7
Andere Waren und Dienstleistungen109,5−0,7−0,2
Gliederung nach Waren und Leistungen
Waren115,8+2,8−0,3
Verbrauchsgüter123,6+3,6−0,1
Nahrungsmittel120,5+4,1+1,2
Saisonabhängige Nahrungsmittel1)129,4+5,5+6,4
Strom, Gas u.a. Brennstoffe (Haushaltsenergie)138,8+4,7−0,4
Heizöl158,4+3,3−2,8
Kraftstoffe133,0+3,0−2,8
Gebrauchsgüter mit mittlerer Lebensdauer109,4+2,5−0,8
Langlebige Gebrauchsgüter96,9−0,1
Dienstleistungen einschl. Wohnungsnettomieten109,6+0,4+0,1
Wohnungsnettomieten109,5+1,0+0,1
Wohnungsnebenkosten108,0−1,5−0,2
Nachrichtlich: Deutschland insgesamt
IndexMai 2012Veränderung gegenüber
Mai 2011April 2012
in %
Verbraucherpreisindex für Deutschland (2005=100)112,6+1,9−0,2
Harmonisierter Verbraucherpreisindex (2005=100)113,3+2,2−0,2

infopunkt

Weitere Informationen

Eine Tabelle mit aktuellen Ergebnissen für Baden-Württemberg und Deutschland kann per Fax unter der Nummer 0711/641-2135 abgerufen werden.

Kontakt

Pressestelle

Tel.: 0711/641-2451

E-Mail: Pressestelle

Fachliche Rückfragen

Auskunftsdienst Preisstatistik

Tel.: 0711/641-2533 oder -2449

E-Mail: Preisstatistik

URI: http://www.statistik-bw.de/Pressemitt/2012200.asp

Ihre Pressemitteilung per Mail!

Tragen Sie sich bitte einfach in den automatischen Mail-Versand ein.

Senden Sie uns unter pressestelle@stala.bwl.de ihre bisherige Postadresse mit der Bitte um Streichung zu. Vielen Dank.

Ihre Pressestelle im Statistischen Landesamt

Herausgegeben vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg. Nachdruck mit Quellenangabe erwünscht.

© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2013 | ^