Stuttgart, 3. Juli 2012 – Nr. 207/2012
Im Mai 2012 setzte sich die in den zwei vorhergehenden Monaten erkennbare leichte Aufhellung bei den Bestelleingängen der heimischen Industriebetriebe nicht weiter fort. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes gingen die preisbereinigten Auftragseingänge der Südwestindustrie im Mai 2012 saison- und arbeitstäglich bereinigt zum Vormonat April um 1,7 Prozent zurück. Maßgebend für das Auftragsminus war ein spürbarer Rückgang im Auslandsgeschäft (−3,4 Prozent). Demgegenüber stiegen die Bestelleingänge aus dem Inland um 0,5 Prozent. Lediglich die Vorleistungsgüterproduzenten erzielten im Vormonatsvergleich ein Auftragsplus (3,2 Prozent). Einen Rückgang der Bestelleingänge gab es bei den Konsumgüterproduzenten (−0,8 Prozent) und insbesondere bei den Investitionsgüterpoduzenten (−3,6 Prozent). Im weniger von Schwankungen beeinflussten Zweimonatsvergleich April/Mai gegenüber Februar/März verbuchte die Südwestindustrie insgesamt einen deutlichen Anstieg der Auftragseingänge von 4,1 Prozent.
Im Vorjahresvergleich stiegen im Mai 2012 die Auftragseingänge der Südwestindustrie preis- und arbeitstäglich bereinigt um 0,8 Prozent. Die positiven Impulse kamen ausschließlich aus dem Auslandsgeschäft. Die Orders legten hier um 2,5 Prozent zu. Die Inlandskunden brachten hingegen ein deutliches Minus in die Auftragsbücher (−2,3 Prozent). Die Investitionsgüterproduzenten übertrafen das Vorjahresergebnis um 1,1 Prozent und die Vorleistungsgüterproduzenten um 0,3 Prozent. Bei den Konsumgüterproduzenten gingen allerdings die Bestelleingänge um 1,8 Prozent zurück. Die nach dem Überschreiten des konjunkturellen Höhepunktes im Frühjahr 2011 erfolgte Abkühlung der Nachfrage scheint sich aktuell nicht weiter fortzusetzen und eher in eine Seitwärtsbewegung überzugehen.
In den Monaten Januar bis Mai 2012 verbuchte die Südwestindustrie im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum preis- und arbeitstäglich bereinigt einen spürbaren Rückgang der Nachfrage um 1,8 Prozent. Dabei gingen die Inlandsbestellungen markant um 4,9 Prozent zurück, während die Aufträge aus dem Auslandsgeschäft moderat das Vorjahresniveau übertrafen (0,4 Prozent). Das Auftragsminus fiel bei den Vorleistungsgüterproduzenten (−4,3 Prozent) und den Konsumgüterproduzenten (−3,9 Prozent) jeweils deutlich aus. Nicht ganz so stark gingen die Orders bei den Investitionsgüterproduzenten zurück (−0,6 Prozent).
In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres verbuchten unter den bedeutenden Industriebranchen im Land lediglich die »Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen« ein Auftragsplus. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum stieg hier die Nachfrage preis- und arbeitstäglich bereinigt um 3,5 Prozent. Ansonsten dominierte in der Breite der Branchen allgemein ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Auftragsminus. Am geringsten fiel der Orderrückgang noch in der »Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen« (−0,2 Prozent) und der »Herstellung von chemischen Erzeugnissen« (−1,7 Prozent) aus. In der »Herstellung von Metallerzeugnissen«(−2,7 Prozent), dem »Maschinenbau« (−3,3 Prozent), der »Herstellung von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen« (−5,2 Prozent) sowie der »Herstellung von elektrischen Ausrüstungen« (−6,4 Prozent) und der »Metallerzeugung und -bearbeitung« (−6,6 Prozent) gingen die Bestelleingänge sogar noch deutlich stärker zurück als in der Südwestindustrie insgesamt.
| Auftragseingangsindex für das Verarbeitende Gewerbe in Baden-Württemberg im Mai 2012 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Indexstand: 2005 = 100, preisbereinigt | |||||||
| WZ 2008 | Ausgewählte Wirtschaftszweige | Veränderung in Prozent | |||||
| Mai 2012 | Januar–Mai 2012 | ||||||
| gegenüber | |||||||
| April 2012 | Mai 2011 | Vorjahreszeitraum | |||||
| Originalwerte | saison- und arbeitstäglich bereinigt1) | Originalwerte | arbeitstäglich bereinigt1) | Originalwerte | arbeitstäglich bereinigt1) | ||
|
1) Nach Berliner Verfahren BV 4.1. 2) Ausgewählte Wirtschaftszweige entsprechend der EG-Verordnung über Konjunkturstatistiken. | |||||||
| Verarbeitendes Gewerbe2) | +3,0 | −1,7 | −5,3 | +0,8 | −2,4 | −1,8 | |
| Inland | +5,0 | +0,5 | −9,3 | −2,3 | −5,6 | −4,9 | |
| Ausland | +1,6 | −3,4 | −2,4 | +2,5 | 0,0 | +0,4 | |
| Vorleistungsgüterproduzenten | +6,0 | +3,2 | −7,0 | +0,3 | −5,0 | −4,3 | |
| Inland | +3,7 | +1,3 | −9,8 | −3,1 | −6,3 | −5,6 | |
| Ausland | +9,5 | +5,4 | −2,9 | +4,0 | −3,0 | −2,4 | |
| Investitionsgüterproduzenten | +1,3 | −3,6 | −4,5 | +1,1 | −1,1 | −0,6 | |
| Inland | +6,1 | +0,7 | −8,1 | −0,9 | −5,3 | −4,7 | |
| Ausland | −1,1 | −5,9 | −2,5 | +1,7 | +1,1 | +1,5 | |
| Konsumgüterproduzenten | +10,1 | −0,8 | −6,9 | −1,8 | −4,3 | −3,9 | |
| Inland | +3,1 | −6,2 | –16,6 | –10,5 | −3,2 | −2,5 | |
| Ausland | +15,5 | +3,1 | +1,2 | +5,2 | −5,1 | −4,8 | |
| 17 | Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus | +19,2 | +8,0 | −1,9 | +6,5 | −3,0 | −2,2 |
| 20 | Herstellung von chemischen Erzeugnissen | +7,9 | +1,3 | −6,2 | −1,3 | −2,2 | −1,7 |
| 21 | Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen | +3,2 | −5,4 | −10,9 | −7,2 | −0,7 | −0,2 |
| 24 | Metallerzeugung und -bearbeitung | +6,0 | +2,8 | −9,0 | −2,3 | −7,3 | −6,6 |
| 25 | Herstellung von Metallerzeugnissen | +1,9 | –2,4 | −10,8 | −4,7 | −3,3 | −2,7 |
| 26 | Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen | +5,2 | +4,1 | −2,6 | +2,6 | −5,7 | −5,2 |
| 27 | Herstellung von elektrischen Ausrüstungen | +4,1 | +2,3 | −10,3 | −2,2 | −7,1 | −6,4 |
| 28 | Maschinenbau | +6,3 | +2,3 | −4,1 | +2,5 | −3,9 | −3,3 |
| 29 | Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen | −2,7 | −6,9 | −1,3 | +4,8 | +2,8 | +3,5 |
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