229/2012

Stuttgart, 16. Juli 2012Nr. 229/2012

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Zahl der Geburten auf niedrigstem Stand seit 1952

Brenner: Bereits in 35 der 44 Stadt- und Landkreise gab es im Jahr 2011 weniger Geborene als Gestorbene

In Baden-Württemberg sind im vergangenen Jahr rund 88 800 Kinder geboren worden und damit etwa 1 900 weniger als 2010. Damit sind seit des Bestehen des Landes noch nie so wenige Kinder geboren worden wie 2011. Zum Vergleich: 1964, dem Jahr mit der höchsten Geborenenzahl im Südwesten, sind noch 161 000 Kinder zur Welt gekommen. Gleichzeitig ist im vergangenen Jahr auch die Zahl der Gestorben gegenüber 2010 um rund 1 100 auf etwa 97 700 zurückgegangen. Das Geburtendefizit, also die Differenz zwischen der Zahl der Geborenen und der der Gestorbenen, ist somit nochmals von 8 100 im Jahr 2010 auf zuletzt 8 900 angestiegen – dem höchsten Minus seit der Gründung Baden-Württembergs im Jahr 1952. Diese Ergebnisse stellte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute der Presse vor.

Lediglich in 9 der 44 Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs konnte noch ein Geburtenplus verzeichnet werden, alle anderen wiesen ein mehr oder weniger großes Geburtendefizit auf. Dagegen wurden im Jahr 2000 noch in 33 Stadt- und Landkreisen im Südwesten mehr Kinder geboren als Menschen gestorben sind, so das Statistische Landesamt weiter. Ein Geburtenplus wurde im Jahr 2011 mit einer Ausnahme (Landkreis Biberach) nur noch in Stadtkreisen oder stärker verdichteten Landkreisen erzielt: Die Spitzenstellung nahm hierbei die Landeshauptstadt Stuttgart ein (614 mehr Geborene als Gestorbene), gefolgt vom Stadtkreis Freiburg im Breisgau (+474) sowie den Landkreisen Tübingen (+258), Ludwigsburg (+218) und Böblingen (+193).

Zu den 9 Kreisen mit einem Geburtenplus zählen neben Stuttgart und Freiburg im Breisgau auch die Stadtkreise Ulm und Heidelberg. Heidelberg ist somit der einzige Kreis im Regierungsbezirk Karlsruhe und Freiburg im Breisgau der einzige Kreis im Regierungsbezirk Freiburg, in dem mehr Kinder auf die Welt gekommen als Personen gestorben sind. Die meisten Kreise mit einem Geburtenplus befinden sich damit in den Regierungsbezirken Stuttgart (4 Kreise) und Tübingen (3 Kreise). Insgesamt wiesen 35 Stadt- und Landkreise des Landes weniger Geborene als Gestorbene auf. Die größten Geburtendefizite waren 2011 im Landkreis Karlsruhe (−835), im Rhein-Neckar- (−746), im Ortenau- (−568) und im Ostalbkreis (−519) zu beobachten. Unter den 9 Stadtkreisen wiesen Baden-Baden (−395) und Mannheim (−387) die höchsten Geburtendefizite auf.

Die sehr unterschiedliche Bilanz aus der Zahl der Geborenen und der der Gestorbenen in den einzelnen Kreisen wird wesentlich durch die Altersstruktur der Bevölkerung beeinflusst. Aber auch die Geburtenhäufigkeit – also die durchschnittliche Kinderzahl je Frau – und die unterschiedliche Lebenserwartung in den einzelnen Teilräumen bestimmen das Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen.

Dass dieses Verhältnis in den Stadtkreisen Stuttgart und Freiburg im Breisgau am günstigsten ist, dürfte vor allem auf die in den letzten Jahren enorme Zuwanderung zuführen sein, die zu einer gewissen »Verjüngung« der dortigen Bevölkerung geführt hat. Außerdem dürfte die überdurchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung in diesen beiden Großstädten dazu beigetragen haben, dass das zahlenmäßige Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen relativ günstig ist. Dagegen zählt die Geburtenrate, also die durchschnittliche Kinderzahl je Frau, sowohl in Stuttgart als auch in Freiburg i. Br. landesweit zu den niedrigsten.


Lebendgeborene, Gestorbene sowie Geburtensaldo in Baden-Württemberg seit 1990
JahrLebendgeboreneGestorbeneGeburtensaldo
Anzahl
1990118.57997.57021.009
1991117.52897.14620.382
1992117.55997.97719.582
1993117.98298.57219.410
1994113.39896.63816.760
1995112.45997.73314.726
1996114.65798.90815.749
1997116.41997.16719.252
1998111.05696.81014.246
1999107.97396.93311.040
2000106.18295.35410.828
2001101.36694.0967.270
200299.60495.1104.494
200397.59697.229367
200496.65591.6465.009
200594.27994.074205
200691.95592.662−707
200792.82394.079−1.256
200891.90996.431−4.522
200989.67897.556−7.878
201090.69598.807−8.112
201188.82397.732−8.909

Schaubild: Geburtenüberschuss bzw. -defizit in Baden-Württemberg seit 1990

Lebendgeborene, Gestorbene sowie Geburtensaldo in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs im Jahr 2011
Stadt- / LandkreisLebendgeboreneGestorbeneGeburten-saldo
Anzahl
Stuttgart (SKR)5.6675.053614
Böblingen (LKR)3.2443.051193
Esslingen (LKR)4.3664.474−108
Göppingen (LKR)1.9452.440−495
Ludwigsburg (LKR)4.6274.409218
Rems-Murr-Kreis (LKR)3.3273.650−323
Heilbronn (SKR)1.1881.16721
Heilbronn (LKR)2.6432.835−192
Hohenlohekreis (LKR)9151.029−114
Schwäbisch Hall (LKR)1.5001.752−252
Main-Tauber-Kreis (LKR)9661.388−422
Heidenheim (LKR)9391.311−372
Ostalbkreis (LKR)2.5383.057−519
Baden-Baden (SKR)344739−395
Karlsruhe (SKR)2.6572.782−125
Karlsruhe (LKR)3.2884.123−835
Rastatt (LKR)1.7902.180−390
Heidelberg (SKR)1.3061.117189
Mannheim (SKR)2.6573.044−387
Neckar-Odenwald-Kreis (LKR)1.0531.504−451
Rhein-Neckar-Kreis (LKR)4.3505.096−746
Pforzheim (SKR)1.1151.312−197
Calw (LKR)1.1931.392−199
Enzkreis (LKR)1.4091.764−355
Freudenstadt (LKR)9201.161−241
Freiburg im Breisgau (SKR)2.2141.740474
Breisgau-Hochschwarzwald (LKR)2.0452.178−133
Emmendingen (LKR)1.2331.394−161
Ortenaukreis (LKR)3.2973.865−568
Rottweil (LKR)1.1631.334−171
Schwarzwald-Baar-Kreis (LKR)1.6362.141−505
Tuttlingen (LKR)1.1941.320−126
Konstanz (LKR)2.0962.530−434
Lörrach (LKR)1.7591.917−158
Waldshut (LKR)1.1661.575−409
Reutlingen (LKR)2.2182.536−318
Tübingen (LKR)1.8331.575258
Zollernalbkreis (LKR)1.4331.889−456
Ulm (SKR)1.1991.058141
Alb-Donau-Kreis (LKR)1.6181.661−43
Biberach (LKR)1.7021.64755
Bodenseekreis (LKR)1.7051.808−103
Ravensburg (LKR)2.3562.559−203
Sigmaringen (LKR)1.0091.175−166
Baden-Württemberg88.82397.732−8.909

Schaubild: Geburtenüberschuss bzw. -defizit in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs 2011


URI: http://www.statistik-bw.de/Pressemitt/2012229.asp

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