Stuttgart, 26. Juli 2012 – Nr. 240/2012
In Baden-Württemberg verdienten 2010 rund 9 Prozent der Arbeitnehmer in Betrieben mit mindestens 10 Beschäftigten weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Zusammen waren das annähernd 284 000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Zwischen den Geschlechtern sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes deutliche Unterschiede zu beobachten: 13 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer hatten einen Stundenverdienst unterhalb der Schwelle von 8,50 Euro.
Die Mehrzahl der Geringverdiener waren geringfügig Beschäftigte (60 Prozent), deren Monatsgehalt entsprechend den gesetzlichen Vorgaben maximal 400 Euro betrug. Ein knappes Viertel der Personen mit einem Bruttostundenverdienst von weniger als 8,50 Euro arbeitete 2010 im Land Vollzeit. Der Monatsverdienst eines Vollzeitbeschäftigten erreichte durchschnittlich knapp 1 200 Euro. Vor allem unter den jüngeren Beschäftigten ist der Anteil der Geringverdiener hoch. Fast jeder vierte Jugendliche bzw. junge Erwachsene im Alter von 15 bis 24 Jahren (ohne Auszubildende) verdiente unter 8,50 Euro in der Stunde. Schüler und Stundenten, die einem Minijob nachgehen, um das Taschengeld aufzubessern oder das Studium zu finanzieren, gehören ebenso zu dieser Personengruppe wie junge Menschen, die über keinen Berufsabschluss verfügen oder aus sonstigen Gründen schwer auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. Rund 40 Prozent der jüngeren Beschäftigten mit einem Stundenverdienst von weniger als 8,50 Euro verfügten über einen Hauptschulabschluss und waren älter als 17 Jahre. Für weitere 37 Prozent dieser Personen konnten die Betriebe keine Angaben zum Schul- oder Ausbildungsabschluss machen. Darunter dürften sich auch viele jüngere Beschäftigte befinden, die über keinen Schul- oder Berufsabschluss verfügen. Einige Branchen weisen im Vergleich zum Landesdurchschnitt einen deutlich höheren Anteil an Geringverdienern auf. Im Einzelhandel etwa sind es 15 Prozent der Beschäftigten, die weniger als 8,50 pro Stunde verdienen. In der Gastronomie liegt dieser Anteil bei 46 Prozent. Auch in Zeitarbeitsfirmen und bei Firmen, die in der Gebäudebetreuung bzw. im Garten- und Landschaftsbau tätig sind, liegen die Anteile über 40 Prozent. Im Öffentlichen Dienst dagegen gibt es nahezu keine Geringverdiener (1 Prozent) und auch in dem für Baden-Württemberg wichtigen Verarbeitenden Gewerbe liegt der Anteil mit 5 Prozent weit unter dem Landesdurchschnitt.
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