Erläuterungen Umweltökonomische Gesamtrechnungen

Umwelt, Verkehr, Energie – Erläuterungen

Umweltökonomische Gesamtrechnungen

Rechtsgrundlagen, Erläuterungen | ^

Ziele und Methodik der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen

Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) stellen ein Instrument dar, das die verschiedenartigen Auswirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten auf die Umwelt zusammenfasst und für eine Bewertung zur Verfügung stellt. Die UGR sind ein Satellitensystem der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR). Durch die UGR werden die VGR, die sich auf den Einsatz von Arbeit und Kapital im Produktionsprozess beschränken, um die Darstellung der Interaktionen zwischen Ökonomie und Umwelt ergänzt. Sie sollen aufzeigen, welche Veränderungen der natürlichen Umwelt durch wirtschaftliche Aktivitäten stattfinden. Im Vordergrund stehen dabei die Betrachtung der Quantitäten der Inanspruchnahme der Natur durch Produktion und Konsum von Waren und Dienstleistungen sowie der Ökoeffizienz, einem wichtigen Thema im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsdebatte.

Konzepte und Themenbereiche der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen

Die UGR für Baden-Württemberg orientieren sich am Konzept der UGR für Deutschland. Diese wurden vom Statistischen Bundesamt, unterstützt durch den Beirat des Bundesministers für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, entwickelt. Den grundlegenden internationalen Rahmen bildet das "System of Environmental Economic Accounts" (SEEA) der Vereinten Nationen.
Für die Vermittlung eines Gesamtbildes werden unterschiedliche hochaggregierte Indikatoren (natürliche Einsatzfaktoren) nebeneinander gestellt, die jeder für sich wichtige Aussagen und Ergebnisse liefern und bei Bedarf um weitere Indikatorgrößen erweitert werden können.

Umwelteinsatzfaktoren und Produktivitäten

Im Vordergrund der umweltökonomischen Betrachtungen für Baden-Württemberg stehen die Quantitäten und Produktivitäten der natürlichen Einsatzfaktoren. Die Produktivität ist ein Maß für die Effizienz des Einsatzes der Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Natur. Die Produktivität von Natur wird für die natürlichen Einsatzfaktoren analog zur Produktivität von Kapital bzw. Arbeit in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) definiert und zwar als Bruttoinlandsprodukt in konstanten Preisen (BIP) im Verhältnis zum Produktionsfaktor. Sie drückt aus, wie viel wirtschaftliche Leistung mit der Nutzung einer Einheit des jeweiligen Faktors produziert wird. Bei der Berechnung der Produktivität verschiedener Einsatzfaktoren ergeben sich unterschiedliche Größen, die nur in ihrer Entwicklung über einen Zeitraum direkt miteinander verglichen werden können. Bei der Interpretation der Produktivität eines Faktors ist zu beachten, dass stets der gesamte reale Ertrag der wirtschaftlichen Tätigkeit ausschließlich auf den jeweiligen Produktionsfaktor bezogen wird, obwohl das Produkt aus dem Zusammenwirken sämtlicher Produktionsfaktoren entsteht.

Definitionen | ^

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Bruttoinlandsprodukt

Siehe Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Erwerbstätige

Siehe Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Kapitalstock

Der jahresdurchschnittliche Bestand an Bruttoanlagevermögen in Preisen von 1995 wird als Kapitalstock bezeichnet. Er wird als Mittelwert aus dem Jahresanfangsbestand des Berichtsjahres und dem Jahresanfangsbestand des folgenden Jahres berechnet. Diese Größe wird als Maß für den Einsatz des Produktionsfaktors Kapital im Produktionsprozess verwendet, um Relationen zwischen zeitraumbezogenen Stromgrößen und zeitpunktbezogenen Bestandsgrößen zu berechnen, wie die Kapitalproduktivität und die Kapitalintensität.

LIKI/BLAK

Hinweis auf Referenzindikatoren, die zusammengestellt werden im Rahmen des Bundesländer Arbeitskreises Nachhaltige Entwicklungen (BLAK NE) bzw. der Länderinitiative für einen länderübergreifenden Kernindikatoreneinsatz (LIKI).

Luftschadstoffe

Oberbegriff für die gemäß EU-Rahmenrichtlinie zur Luftqualität als hauptsächliche Schadstoffe bezeichneten

Siedlungs- und Verkehrsfläche

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche besteht aus einer Summe mehrerer sehr heterogener Flächennutzungsarten, die durch eine überwiegend siedlungswirtschaftliche bzw. siedlungswirtschaftlichen Zwecken dienende Ergänzungsfunktion gekennzeichnet sind. Sie setzt sich aus der Gebäude- und Freifläche, der Betriebsfläche (ohne Abbauland), der Erholungsfläche, der Verkehrsfläche und der Fläche für Friedhöfe zusammen. Sie kann keineswegs mit dem Begriff "versiegelt" gleichgesetzt werden, da sie einen nicht quantifizierbaren Anteil von nicht bebauten und nicht versiegelten Frei- und Grünflächen enthält.

Treibhausgase

Nach Definition des Beschlusses der Kyoto-Konferenz von 1998 sind Treibhausgase die Summe der klimarelevanten Gase in CO2-Äquivalenten

Zeichenerklärung

0
weniger als die Hälfte von 1 in der letzten besetzten Stelle, jedoch mehr als nichts
nichts vorhanden (genau Null)
·
Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten
x
Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll
Angabe fällt später an
/
Zahlenwert nicht sicher genug
()
Aussagewert eingeschränkt
p
vorläufige Zahl
r
berichtigte Zahl
s
geschätzte Zahl
D
Durchschnitt (arithmetisches Mittel)

© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2013 | ^