Erläuterungen Abfallwirtschaft

Umwelt, Verkehr, Energie – Erläuterungen

Abfallwirtschaft, Rohstoffe

Abfallwirtschaft

Im August 2005 trat das neue Umweltstatistikgesetz (UStatG) vom 16. August 2005 in Kraft Damit wurden die abfallwirtschaftlichen Erhebungen ab dem Berichtsjahr 2006 neu geregelt. Insbesondere wird den europäischen Richtlinien und Verordnungen Rechnung getragen. Im Bereich der Abfallwirtschaft verlangt die neue EU-Abfallstatistikverordnung den ausführlichen Nachweis sowohl des Abfallaufkommens als auch der Abfallverwertung und -beseitigung. Neben der EU- Abfallstatistikverordnung bestehen weitere Berichtspflichten gegenüber der EU wie z. B. zu Altfahrzeugen, Elektro-/Elektronik-Altgeräten, Deponien sowie Altöl und Verpackungen.

Im Mittelpunkt der abfallwirtschaftlichen Erhebungen steht die Statistik über die Entsorgung von Abfällen. Sie umfasst in erster Linie die Entsorgung von Abfällen in öffentlich-rechtlich und gewerblich (privatwirtschaftlich) betriebenen Behandlungs- und Beseitigungsanlagen. Gesetzliche Grundlage dieser Statistik der Abfallentsorgung ist § 3 Abs. 1 des UStatG. Danach werden jährlich Art, Menge, Herkunft und Verbleib der behandelten, abgelagerten und abgegebenen Abfälle erhoben. Zweijährlich werden Ausstattungsmerkmale der Anlagen sowie Angaben zur Verwertung und zum Verbleib gewonnener Energieträger bzw. Stoffe abgefragt. Ein wesentliches Ziel der Statistiken der Abfallentsorgung ist die Ermittlung des Bestandes verfügbarer Entsorgungsanlagen. Wegen der raschen Veränderung bei der Behandlung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen unterliegt auch der Bestand an Anlagen sowohl in der institutionellen als auch in der fachlichen Zuordnung raschen Veränderungen. Deshalb beziehen sich die Angaben zur Zahl der Anlagen jeweils auf die in einem bestimmten Zeitraum genutzten Anlagen. Werden die zu einem bestimmten Stichtag bestehenden Anlagen dargestellt, so ist dies gesondert vermerkt.

Eine vollständige Darstellung der in Baden-Württemberg angefallenen und zur Entsorgung anstehenden Abfälle bietet das Gesamtaufkommen an Abfällen. Deren Berechnung beinhaltet eine Bilanzierung von Aufkommen und Verbleib der baden-württembergischen Abfälle, gegliedert nach Abfallarten. Die Ergebnisse, die ab 1996 vorliegen, wurden auf der Basis der verschiedenen jährlichen und teilweise auch 2-jährlichen Erhebungen bei Betreibern von Abfallentsorgungsanlagen oder anderen Einrichtungen zur Behandlung bzw. Verwertung sowie den jährlichen kommunalen Abfallbilanzen ermittelt. In großen Teilen handelt es sich dabei jedoch nicht um die bei den verschiedenen Verursachern im Land entstandenen Abfallmengen, sondern um die bei den Anlagen mit Standort in Baden-Württemberg zur Entsorgung angelieferten Mengen. Infolge des Austausches von Abfällen über die Landesgrenzen hinweg, ist deshalb mit den verfügbaren hier zugrunde liegenden Statistiken eine nur näherungsweise Berechnung des Gesamtaufkommens im Land möglich. Für den Bereich der Haushalte sowie für die gefährlichen Abfälle (Sonderabfälle) stehen Statistiken zur Verfügung (Abfallbilanzerhebung und Auswertung der Abfallbegleitscheine), aufgrund derer das Aufkommen der Abfälle gebietsbezogen ermittelt werden kann. Trotz der in Teilen mangelnden räumlichen Abfragemöglichkeiten kann das auf diese Weise ermittelte Aufkommen an Abfällen als Basis für eine Gesamtbetrachtung der Abfallwirtschaft im Land herangezogen werden.

Eine Sonderstellung unter den abfallwirtschaftlichen Aktivitäten nimmt aus statistischer Sicht der Bereich der kommunalen (öffentlichen) Abfallentsorgung ein. Für den Zuständigkeitsbereich der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger wird in Baden-Württemberg jährlich die so genannte Abfallbilanzerhebung gemäß § 3 Abs. 2 des Landesabfallgesetzes durchgeführt. Diese Landesstatistik liefert seit 1990 in vergleichbarer Form differenzierte Daten über das Aufkommen und den Verbleib der im Zuständigkeitsbereich der öffentlich-rechtlichen Entsorger erfassten Abfälle. Damit kann ein vollständiges Bild über die Abfälle aus dem häuslichen Bereich (Haushalte und Kleingewerbe, soweit dieses sich der öffentlichen Abfallentsorgung bedient) dargestellt werden. Für den Bereich der kommunalen Abfallentsorgung wird unterschieden zwischen dem Aufkommen an Primärabfällen und den in Anlagen der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger entstandenen Rückständen, den Sekundärabfällen. Dadurch werden Doppelzählungen vermieden. Eine weitere Besonderheit der Darstellungen über die öffentliche Abfallentsorgung gegenüber der Entsorgungswirtschaft insgesamt liegt darin, dass der Verbleib der Abfälle allein nach der Art der Entsorgung ohne Differenzierung nach dem Standort der Entsorgungsanlagen erfolgt. Dies bedeutet, dass auch der Verbleib außerhalb der baden-württembergischen Entsorgungswirtschaft, zum Beispiel in privaten Verwerterbetrieben oder in Anlagen außerhalb des Landes enthalten ist. Abgeleitet aus dieser im Landesabfallgesetz verankerten Abfallbilanzerhebung wird die unter § 3 Abs. 2 UStatG vorgeschriebene Statistik über die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern (OERE) überlassenen Haushaltsabfälle als Sekundärstatistik durchgeführt.

Die Entsorgung gefährlicher Abfälle (Sonderabfälle) unterliegt wegen der damit verbundenen Umweltrisiken einer strengen Nachweispflicht. Festgelegt werden diese Sonderabfälle durch die Verordnung zur Bestimmung gefährlicher Abfälle (Bestimmungsverordnung vom 10.09.1996; Neufassung vom 10.12. 2001). Diese Verordnung wurde durch Artikel 3 des Gesetzes zur Vereinfachung der abfallrechtlichen Überwachung vom 15.07.2006 (BGBl. I, Nr. 34) mit Wirkung vom 1. Februar 2007 aufgehoben. Seither gilt die Abgrenzung gemäß Europäischem Abfallverzeichnis (EAV).

Für die Entsorgung der dort genannten gefährlichen Abfälle regelt die Verordnung der Verwertungs- und Beseitigungsnachweise (Nachweisverordnung vom 10.09. 1996; Neufassung vom 26.11. 2002) ein differenziertes Genehmigungs- und Nachweisverfahren, durch das der Weg der Abfälle vom Erzeuger über den Transporteur bis zur Entsorgungsanlage in so genannten Begleitscheinen dokumentiert wird.

Gemäß § 4 des UStatG wertet das Statistische Landesamt die aus dem Verwaltungsvollzug gewonnenen Überwachungsdaten jährlich als Sekundärstatistik aus.

Die Entsorgung von Sonderabfällen erfolgt häufig über Zwischenlager oder verschiedene Vorbehandlungsverfahren in mehreren aufeinander folgenden Verfahrensschritten und in erheblichem Umfang auch länderübergreifend. Bei der Ermittlung des Aufkommens an Sonderabfällen ist deshalb zur Vermeidung von Doppelzählungen grundsätzlich zu unterscheiden zwischen den unmittelbar aus der Produktion, dem Konsum oder Gebrauch von Waren entstandenen primären Sonderabfällen und den erst nach Zwischenlagerung und/oder Vorbehandlung angefallenen bzw. weitergegebenen sekundären Sonderabfällen. Diese Unterscheidung in primär und sekundär angefallene Sonderabfälle erfolgt im Einzelfall in Abhängigkeit vom jeweiligen Entsorgungsweg durch die Sonderabfallagentur Baden-Württemberg. Bis einschließlich 1999 war die Landesanstalt für Umweltschutz (LfU) die zentrale Erfassungs- und Aufbereitungsstelle für die Abfallbegleitscheine.

Den primären Sonderabfällen sind auch die im Rahmen der so genannten Sammelentsorgung erfassten gefährlichen Abfälle zugerechnet. Dabei handelt es sich um die Abgabe von Abfällen, die beim einzelnen Erzeuger eine Jahresmenge von 20 Tonnen nicht übersteigen.

Schließlich erfassen die abfallwirtschaftlichen Statistiken auch den Bereich der (Wieder-) Verwertung bzw. des Recyclings.

Nach § 5 Abs. 1 UStatG findet alle zwei Jahre die Erhebung über die Aufbereitung und Verwertung von Bauabfällen (Bauschutt, Bodenaushub, Baustellenabfällen und Straßenaufbruch) sowie von Ausbauasphalt in Asphaltmischanlagen statt. Auch diese Erhebung steht in enger Verbindung zur Entsorgungswirtschaft.

Die Erhebung über die Einsammlung von Verpackungen (§ 5 Abs. 2) wendet sich an Unternehmen und Einrichtungen, die Entsorgungsleistungen für andere erbringen bzw. als Systembetreiber oder Selbstentsorger einsammeln, und liefert jährlich Daten über die eingesammelte Menge an Verpackungen nach Art der Verpackungsmaterialien sowie deren Verbleib. Weiter werden jährlich Angaben über die Einsammlung von Transport- und Umverpackungen einschließlich Verkaufsverpackungen bei gewerblichen und industriellen Endverbrauchern erhoben.

Im § 5 Abs. 3 des UStatG schließlich wird festgelegt, dass jährlich Unternehmen und Einrichtungen zur Sammlung, Behandlung oder Entsorgung von gebrauchten Elektro- und Elektronikaltgeräten befragt werden sollen.

Rohstoffverbrauch

Der Rohstoffverbrauch (Verbleib nicht erneuerbarer Rohstoffe für Produktion und Konsum im Land) beinhaltet per Definition die Verwertete Entnahme abiotischer Rohstoffe im Land, die Einfuhr abiotischer Materialien (Rohstoffe sowie Halb- und Fertigwaren) sowie den Saldo des Austausches abiotischer Güter zwischen den Ländern. Die Ausfuhr ins Ausland geht im Gegensatz zur Ausfuhr in andere Bundesländer nicht in die Bilanzierung des Rohstoffverbrauchs ein, da davon ausgegangen wird, dass vor der Ausfuhr ins Ausland eine Verarbeitung der aus der Natur entnommenen Rohstoffe im Inland stattfindet. Der Verbleib fertiger Produkte ist für die Verfügbarkeit der Rohstoffe für Produktion und Konsum im Land nicht von Interesse.

Berechnungen zum Rohstoffverbrauch und den jeweils zugerechneten Halb- und Fertigwaren wurden für Baden-Württemberg bislang für die Jahre 1994 bis 2003 durchgeführt und sollen zukünftig jährlich erfolgen. Für die Jahre 1995 bis 2002 sind die im Rahmen der Arbeitsgruppe UGR der Länder für alle Länder berechneten Ergebnisse zum Rohstoffverbrauch dargestellt. Die Werte sind unter Berücksichtigung der Ergebnisse aller Bundesländer auf den Bundeswert koordiniert.

Für das Jahr 1994 sowie am aktuellen Rand konnte bislang diese Koordinierung nicht für alle Teilpositionen des Rohstoffverbrauchs, sondern nur für die Rohstoffentnahme (vgl. unten) durchgeführt werden. Die Abweichungen der koordinierten Werte zur Einfuhr von Materialien betragen ca. 1% in Baden-Württemberg. Zusätzlich liegen nicht koordinierte Schätzwerte zum Rohstoffverbrauch für die Jahre 1990 und 1991 vor.

Angaben zur Entnahme abiotischer Rohstoffe im Land werden hauptsächlich den vierteljährlichen Produktionsstatistiken nach der Systematik des Güterverzeichnisses für Produktionsstatistiken von 1995 (GP 95) entnommen. Für die Jahre vor 1995 wird die Systematik nach dem Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken von 1989 (GP 89) herangezogen. Zusätzliche Angaben über die Rohstoffentnahme, deren Förderung der Bergaufsicht unterliegt, werden dem jährlich erscheinenden Heft »Der Bergbau in der Bundesrepublik Deutschland; Bergwirtschaft und Statistik«, zusammengestellt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Zusammenarbeit mit den Bergbehörden der Länder entnommen. Die Erhebung zur Produktionsstatistik erfasst Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten (Ausnahme: Betriebe, deren Produkte zum Kreis der Meldenummern 1411... und 1421... nach GP 95 gehören; hier liegt die Abschneidegrenze bei 10 und mehr Beschäftigten). Für die Kleinbetriebe, deren Förderung nicht der Bergaufsicht unterliegt, werden aus diesem Grund Zuschätzungen vorgenommen.

Daten zur Einfuhr von sowohl abiotischen Rohstoffen als auch Halb- und Fertigwaren aus dem Ausland sowie zur Ausfuhr besagter Stoffe ins Ausland werden der Außenhandelsstatistik für Baden-Württemberg nach dem Warenverzeichnis für die Außenhandelsstatistik, Ausgabe 2000 entnommen.

Für die Jahre ab 2001 wird das Warenverzeichnis für die Außenhandelsstatistik, Ausgabe 2002 zugrunde gelegt.

Zur Auswertung des Güterintrahandels zwischen den Ländern werden Angaben aus den Verkehrsstatistiken des Statistischen Bundesamtes in den Bereichen Binnenschifffahrt, Schienenverkehr und Straßenverkehr genutzt (Fachserie 8 / Reihe 1.2 Verkehr – Verkehr im Überblick). Der Verkehrsträger Luft wird aufgrund seines geringen Anteils am Intrahandel vernachlässigt. Mit Hilfe von Sonderauswertungen des Kraftfahrtbundesamtes wird zwischen biotischen und abiotischen Gütern unterschieden.

Definitionen | ^

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Abfall
Abfälle sind bewegliche Sachen, deren sich der Besitzer entledigen will, oder deren geordnete Beseitigung zur Wahrung des Wohls der Allgemeinheit geboten ist.
Abfallbehandlung
Abfallbehandlung bzw. Abfallverwertung bezeichnen Verfahren der Abfallwirtschaft, die einer umweltschonenden Abfallverwertung oder -beseitigung dienen. Man unterscheidet: biologische Behandlung in Biomüll-, Grünabfall- oder Klärschlammkompostierungsanlagen einschließlich Häckselanlagen; mechanische Behandlung kombiniert mit biologischer in mechanisch-biologischen Anlagen, thermische Behandlung in Hausmüll- und Klärschlammverbrennungsanlagen sowie stoffliche Verwertung als Behandlung in Sortieranlagen, Verwendung zur Rekultivierung oder als Randdämme von Deponien sowie Verwertung im Rahmen der Rekultivierung von übertägigen Abbaustätten.
Abfallentsorgung
umfasst die Einsammlung sowie die Verwertung und Beseitigung von Abfällen.
Abfallverwertung
Siehe Abfallbehandlung
Altautoverordnung
Die Altautoverordnung regelt, dass bestimmte Kraftfahrzeuge als Abfall entweder einer anerkannten Annahmestelle oder einem anerkannten Verwerterbetrieb zu überlassen sind. Die Verordnung beruht auf dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz. Betreiber von Annahmestellen, Verwertungsbetrieben und Schredderanlagen müssen Altautos und Restkarossen nach Maßgabe der für sie jeweils geltenden Anforderungen umweltverträglich behandeln, ordnungsgemäß und schadlos verwerten und gemeinwohlverträglich beseitigen.
Bei der endgültigen Abmeldung eines PKW ist seit 01.04. 1998 (Änderung 01.07. 2002) ein Verwertungsnachweis bei Verschrottung abzugeben. Den Verwertungsnachweis erhält man von dem Verwertungsbetrieb, bei dem das Fahrzeug entsorgt wird. Wird das Fahrzeug nicht entsorgt (bzw. verschrottet) ist dies der zuständigen Kfz-Zulassungsbehörde schriftlich zu erklären.
Asphaltmischanlagen
Mobile, Semimobile und stationäre Anlagen, in denen Ausbauasphalt dem Stoffkreislauf wieder zugeführt wird.
Ausbauasphalt
ist durch Fräsen oder durch Aufbrechen eines Schichtenpaketes in Schollen gewonnener Asphalt, der anschließend z.B. als Heißmischgut oder Granulat dem Stoffkreislauf wieder zugeführt wird.
Baumassenabfall
dient als Überbegriff und umfasst Bodenaushub, Straßenaufbruch, Bauschutt und Baustellenabfälle.
Begleitscheinverfahren
Das Begleitscheinverfahren erfasst lückenlos den Weg gefährlicher Abfälle vom Abfallerzeuger über den Abfalltransporteur bis hin zum Abfallentsorger und ermöglicht so eine Kontrolle der ordnungsgemäßen Entsorgung gefährlicher Abfälle.
Bioabfall
Siehe Biomüll
biologische Behandlung
Siehe mechanisch-biologische Anlagen
Biomüll
Getrennt gesammelte, biologisch abbaubare nativ und derivativ organische Abfallanteile, wie z. B. organische Küchenabfälle oder Gartenabfälle.
Bodenaushub
Natürlich gewachsenes, nicht kontaminiertes, z. T. bereits verwendetes Erd- oder Felsmaterial.
Demontagebetriebe für Altfahrzeuge
Betriebe, in denen Altfahrzeuge zum Zweck der nachfolgenden Verwertung behandelt werden. In den Demontageanlagen werden die Fahrzeuge zunächst trockengelegt, alle flüssigen Medien werden entfernt, im Anschluss daran werden die Fahrzeuge zerlegt. Dabei werden einzelne Komponenten so weit demontiert, dass einzelne Teile als gebrauchte Ersatzteile wieder auf den Markt kommen. Damit wird die EU Altfahrzeugrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt.
Deponie
Abfallentsorgungsanlage, in der Abfälle der verschiedensten Art zeitlich unbegrenzt abgelagert werden.
Siehe Deponieklassen
Deponieklassen
In Abhängigkeit von den abzulagernden Abfällen werden Deponien in 5 Klassen eingeteilt:In Abhängigkeit von den abzulagernden Abfällen werden Deponien in 5 Klassen eingeteilt:
  1. DK 0 = für inerte und unbelastete Abfälle wie Bodenaushub.
  2. DK I = für schadstoffarme und weitestgehend mineralisierte Abfälle, mit geringem organischen Anteil
  3. DK II = für höherwertig mit Schadstoffen belastete Abfälle, die auch einen höheren biologischen Anteil haben als diejenigen in Deponieklasse I
  4. DK III = für gefährliche Abfälle
  5. DK IV = Untertagedeponien im Salzgestein; gefährliche Abfälle
DK
Siehe Deponieklassen
EAK
Siehe Europäischer Abfallkatalog
EAV
Siehe Europäischer Abfallkatalog
Elektroaltgeräte
Abfälle gebrauchter elektrischer und elektronischer Geräte, deren Komponenten teilweise als gefährlicher Abfall entsorgt werden müssen. In den Geltungsbereich des Elektro- und Elektronikaltgerätegesetzes fallen alle die Geräte, die zu ihrem Betrieb elektrische Ströme oder elektromagnetische Felder benötigen. Ausgeschlossen sind solche Elektro-/Elektronikaltgeräte, die Teil eines anderen Geräts sind oder Geräte, die nicht selbständig betrieben werden können.
Elektronikaltgeräte
Siehe Elektroaltgeräte
Europäischer Abfallkatalog
Der EAK stellt die Nomenklatur zur Klassifizierung der Abfallarten dar. Er ermöglicht eine einheitliche Abfallbezeichnung innerhalb der EU und ersetzt seit 1999 die Klassifizierung der Abfälle nach dem LAGA-Katalog (Länderarbeitsgemeinschaft Abfall). Der EAK folgt dem Leitgedanken, die branchenspezifische Herkunft der Abfälle als Grundlage für die Abfallgliederung heranzuziehen. Dadurch kann es vorkommen, dass Abfälle gleicher Zusammensetzung mit unterschiedlichen Schlüsseln zu kennzeichnen sind, je nachdem, wo sie entstanden sind. Diese herkunftsbezogene Zuordnung der Abfälle führt dazu, dass eine direkte Gegenüberstellung des EAK mit dem LAGA Katalog nicht möglich ist. In den Erhebungen ab dem Bezugsjahr 2002 wird der EAK durch das EAV (Europäisches Abfallverzeichnis) ersetzt. Das EAV regelt die Bezeichnung von Abfällen sowie deren Einstufung nach dem Grad der Überwachungsbedürftigkeit.
Europäisches Abfallverzeichnis
Siehe Europäischer Abfallkatalog
Feuerungsanlage
besteht aus einem oder mehreren Kesseln und einem gemeinsamen Kamin. Sie dienen der Erzeugung von Wärme, Prozessdampf, Strom usw. Bei entsprechender Genehmigung dürfen als Brennstoff Abfälle zur Verwertung eingebracht werden.
Gaserfassung auf Deponien
Bei anaerobem Abbau von organischen Abfällen auf Deponien entsteht neben Kohlendioxid überwiegend Methan. Aus Gründen des Emissionsschutzes ist dieses Gas mittels geeigneten Anlagen zu fassen. Zudem besitzt es auf Grund des Methangehaltes einen hohen Energiewert (Biogas).
gefährliche Abfälle
Abfälle, die nach ihrer Art, Beschaffenheit oder Menge in besonderem Maße gesundheits-, luft- oder wassergefährdend, explosibel oder brennbar sind oder Erreger übertragbarer Krankheiten enthalten oder hervorbringen können und an deren Überwachung und Beseitigung nach dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz besondere Anforderungen zu stellen sind. Um welche Abfälle es sich im Einzelnen handelt, legt die Verordnung zur Bestimmung von besonders überwachungsbedürftigen Abfällen (BestbüAbV) fest.
Grünabfälle
überwiegend aus privaten Haushaltungen stammende Gartenabfälle wie Baum-, Strauch- und Rasenschnitt, die separat und nicht über die Biotonne mit erfasst werden. Des Weiteren in öffentlichen Parkanlagen, auf Friedhöfen sowie als Straßenbegleitgrün anfallende pflanzliche Abfälle.
häusliche Abfälle
setzen sich zusammen aus Haus- und Sperrmüll, getrennt erfassten Wertstoffen (ohne Recyclingbaustoffe und ohne Wertstoffe, die von gewerblichen Betrieben angeliefert wurden) und Wertstoffgemischen aus Haushalten sowie Bioabfällen.
hausmüllähnliche Gewerbeabfälle
sind die in Gewerbebetrieben anfallenden Abfälle, die nach Art und Menge dem Hausmüll ähnlich, gemeinsam mit diesem der Entsorgung zugeführt werden (zum Beispiel Küchen- oder Kantinenabfälle, Verpackungsmaterial, Kehricht).
Hausmüllverbrennungsanlage
Abfallbehandlungsanlage, in der Abfälle durch unterschiedliche Verfahren (z.B. Verbrennung, Pyrolyse) thermisch behandelt werden. Bei entsprechender Zulassung dürfen auch einzelne gefährliche Abfälle unter Einhaltung der zulässigen Grenzwerte verbrannt werden.
Klärschlamm
Allgemeiner Oberbegriff für die beim Klärprozess (bei der mechanischen, biologischen und weitergehenden Abwasserbehandlung) anfallenden wässrigen Rückstände (Schlämme). Je nach Abwasserbeschaffenheit und Behandlungsverfahren kann Klärschlamm umwelt- oder gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten (beispielsweise Krankheitskeime, Schwermetalle, organische Verbindungen wie Dioxine und halogenierte Kohlenwasserstoffe etc.). Bezogen auf die Trockensubstanz besteht Klärschlamm ganz überwiegend aus organischen Stoffen. Der Klärschlamm wird mit dem Ziel der nachfolgenden Verwertung und/oder Entsorgung in Behandlungsanlagen Verfahren unterzogen, die dem Schlamm seine Fäulnisfähigkeit entziehen. Zur Volumenreduktion erfolgt in weiteren Verfahrensstufen eine Entwässerung.
kommunales Abfallaufkommen
Umfasst alle den öffentlich- rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenen Abfallarten wie Hausmüll, Sperrmüll, hausmüllähnliche Gewerbeabfälle, Biomüll und Grünabfälle, Wertstoffe einschließlich Verpackungen, Baurestmassenabfälle, Klärschlamm aus kommunalen Anlagen, produktionsspezifische Massenabfälle, Fäkalien, Fäkalschlamm, Rückstände aus der Kanalisation und Wasserreinigungsschlämme aus öffentlichen Anlagen.
Kompostierungsanlagen
Abfallentsorgungsanlagen, in denen biologisch abbaubare organische Stoffe in verwertbare Komposte umgewandelt werden, ausgenommen Einrichtungen zur Eigenkompostierung unabhängig von ihrer Größe.
LAGA
Siehe Europäischer Abfallkatalog
mbA
Siehe mechanisch-biologische Anlagen
mechanisch-biologische Anlagen
Mechanisch-biologische Verfahren (mbA) dienen dazu, das Abfallvolumen in zwei Stufen zu reduzieren und den Restabfall in Stoffströme zu trennen. In einer ersten Stufe werden die Abfälle von evtl. vorhandenen Schad- und Störstoffen befreit, in Teilströme aufgegliedert und zerkleinert (mechanische Behandlung). Danach folgt im zweiten Schritt i. d. R. eine aerobe Behandlung durch verschiedene Rotteverfahren (biologische Behandlung).
mechanische Behandlung
Siehe mechanisch-biologische Anlagen
Primärabfälle
umfassen das kommunale Abfallaufkommen vor der Verwertung und Behandlung der Abfälle sowie getrennt erfasste, stofflich verwertbare und biologisch behandelbare Abfälle wie zum Beispiel Grünabfälle und Biomüll oder Wertstoffe.
Problemabfälle
sind zur Verringerung des Schadstoffpotenzials von Hausmüll und hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen getrennt erfasste Stoffe aus Haushalten und Kleingewerbe, wie Lacke, Lösungsmittel, Altreifen, Haushaltschemikalien, Pflanzenschutzmittel usw.
Recycling
Wiederverwendung und Verwertung von Abfällen, Nebenprodukten oder Endprodukten aus einem Produktionsprozess für die Herstellung neuer Produkte oder alternativ: Gewinnung von Rohstoffen aus Abfällen, ihre Rückführung in den Wirtschaftskreislauf und die Verarbeitung zu neuen Produkten (stoffliche Verwertung).
Restabfall
Nach Abschöpfung der Abfälle zur Verwertung sowie nach der getrennten Erfassung von Problemabfällen aus Haushalten und Gewerbe den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern angedienter Abfall.
Restedeponien
durch den Hausmüllbeseitigungsplan gesondert ausgewiesene Deponien, die Reststoffe z.B. aus Müllverbrennungsanlagen aufnehmen sollen.
Schredderanlage
Anlage zum Zerschlagen von Autowracks, Kühlschränken und anderen Metallgegenständen sowie großformatigen Kunststoff- oder Holzgegenständen, mit dem Ziel, den entsprechenden Wertstoff als Rohstoff zurück zu gewinnen.
Sekundärabfälle
umfassen die aus Abfallentsorgungsanlagen anfallenden Entsorgungsrückstände.
Sekundärrückstände
Siehe Sekundärabfälle
Sonderabfälle
Umgangssprachlich für gefährliche Abfälle oder als Bestandteil feststehender Begrifflichkeiten wie z.B. Sonderabfallverbrennungsanlage, jedoch kommt dem Begriff keine rechtliche Bedeutung zu.
Sperrmüll
feste Abfälle, die wegen ihrer Sperrigkeit nicht in die im Entsorgungsgebiet vorgeschriebenen Behälter passen und von den Entsorgungspflichtigen selbst oder von beauftragten Dritten getrennt vom Hausmüll gesammelt und transportiert werden.
Transportverpackungen
sind Verpackungen, die den Transport von Waren erleichtern, die Waren auf dem Transport vor Schäden bewahren oder die aus Gründen der Sicherheit des Transports verwendet werden und beim Vertreiber anfallen. Beispiele für Transportverpackungen sind Fässer, Kanister, Kisten, Säcke, Paletten, Kabeltrommeln, Kartonagen, geschäumte Schalen, Schrumpffolien und ähnliche Umhüllungen, die Bestandteile von Transportverpackungen sind.
Umrechnungsfaktoren
zu den Abfallarten (m3 > Tonnen) hat das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung zusammengestellt.
Umverpackungen
sind Verpackungen, die als zusätzliche Verpackungen zu Verkaufsverpackungen verwendet werden und nicht aus Gründen der Hygiene, der Haltbarkeit oder des Schutzes der Ware vor Beschädigung oder Verschmutzung für die Abgabe an den Endverbraucher erforderlich sind und beim Vertreiber anfallen. Zu den Umverpackungen zählen u.a. Blister, Folien, Kartonagen oder ähnliche Umhüllungen.
Untertagedeponie
Unterirdische Deponien, oftmals in alten Salzstöcken und Salzbergwerken angelegt, die für die Ablagerung von gefährlichen Abfällen benutzt werden.
Vergärung
In Vergärungs- oder Biogasanlagen mit dem Ziel der Biogasgewinnung oder bei der Deponierung als Nebeneffekt auftretender anaerober Abbau von organischen Abfällen, bei dem Bio-/ Deponiegas (Hauptbestandteil: Kohlendioxid, Methan) entsteht (vgl. auch Gaserfassung auf Deponien).
Verkaufsverpackungen
sind Verpackungen, die als eine Verkaufseinheit angeboten werden und beim Endverbraucher anfallen. Zu Verkaufsverpackungen gehören auch Verpackungen des Handels, der Gastronomie und anderer Dienstleister, die die Übergabe von Waren an den Endverbraucher ermöglichen oder unterstützen (Serviceverpackungen) sowie Einweggeschirr und Einwegbestecke. Verkaufsverpackungen verlieren ihre Funktion stets erst beim Endverbraucher. Beispiele für Verkaufsverpackungen sind geschlossene oder offene Behältnisse und Umhüllungen von Waren wie Becher, Beutel, Blister, Dosen, Eimer, Fässer, Flaschen, Kanister, Kartonagen, Schachteln, Säcke, Schalen, Tragetaschen.
Wertstoffe
umfassen Abfallbestandteile oder Abfallfraktionen, die zur Wiederverwertung oder für die Herstellung verwertbarer Zwischen- und Endprodukte geeignet sind (wie Altglas, Altpapier, Altmetall, Kunststoffe, Textilien) und die im Rahmen kommunaler Sammlung aus Haushalten und Kleingewerbe mittels Depotcontainern, Einstoff- bzw. Mehrstoffbehältern, im Rahmen von Abholaktionen durch Vereine und Gewerbebetriebe, über eine zentrale Sammelstelle oder im Auftrag der entsorgungspflichtigen Körperschaft sowie der Dualen Systeme getrennt gesammelt werden.
Zerlegeeinrichtung
Einrichtungen, in denen mittels geeigneter Anlagen insbesondere Elektroaltgeräte/Elektronikaltgeräte sortenrein getrennt werden.

Zeichenerklärung

0
weniger als die Hälfte von 1 in der letzten besetzten Stelle, jedoch mehr als nichts
nichts vorhanden (genau Null)
·
Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten
x
Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll
Angabe fällt später an
/
Zahlenwert nicht sicher genug
()
Aussagewert eingeschränkt
p
vorläufige Zahl
r
berichtigte Zahl
s
geschätzte Zahl
D
Durchschnitt (arithmetisches Mittel)

© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2013 | ^