Erläuterungen Umweltökonomie

Umwelt, Verkehr, Energie – Erläuterungen

Umweltökonomie

Rechtsgrundlagen, Erläuterungen | ^

Die Angaben über Umweltschutzausgaben umfassen Investitionen und laufende Ausgaben für den Umweltschutz durch die öffentliche Hand und das Produzierende Gewerbe.

Angaben über Umweltschutzinvestitionen durch die öffentliche Hand sowie durch Betriebe des Produzierenden Gewerbes werden seit 1975 jährlich statistisch nachgewiesen. Grundlagen dafür sind die Erhebungen über Umweltschutzinvestitionen im Produzierenden Gewerbe nach § 11 des Umweltstatistikgesetzes (UStatG) von 1974 bzw. 1980 bzw. nach § 15 UStatG und ab dem Berichtsjahr 2006 nach § 11 des neuen Umweltstatistikgesetzes von 2005, sowie im Bereich der öffentlichen Hand zunächst die Jahresrechnungsstatistik der Gemeinden, Gemeindeverbände und Zweckverbände (kamerale Haushalte), ab 1994 ergänzend auch die Jahresabschlussstatistik der öffentlich bestimmten Fonds, Einrichtungen und wirtschaftlichen Unternehmen (kaufmännisch buchende Unternehmen). In diesen Statistiken für den Bereich der öffentlichen Hand werden neben den Investitionen (Ausgaben für Sachanlagen) auch laufende Ausgaben für den Umweltschutz nachgewiesen.

Ab dem Berichtsjahr 1995 wurden die Statistiken im Produzierenden Gewerbe auf die neue »Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 1993 (WZ93)«, ab dem Berichtsjahr 2004 auf die »Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2003 (WZ03)« umgestellt. Vergleiche der Jahre vor 1996 unterliegen daher leichten Einschränkungen. Die Vergleichbarkeit mit den Ergebnissen der Vorjahre ist ab 1996 auch deshalb eingeschränkt, da zum einen bis 1995 die Investitionen für die Umweltbereiche Naturschutz und Landschaftspflege sowie Bodensanierung nicht erhoben und zum anderen die integrierten Umweltschutzinvestitionen nur bis 1995 erfragt wurden. Ab dem Berichtsjahr 2003 wird diese Investitionsart wieder erfragt. Ab Berichtsjahr 2006 sind im Bereich Produzierendes Gewerbe, ohne Baugewerbe, zusätzlich zu den seit 1996 abgefragten Umweltbereichen auch Investitionen für den Klimaschutz, bestehend aus Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung der Emissionen von Kyoto-Treibhausgasen, zur Nutzung erneuerbarer Energien sowie zur Energieeffizienzsteigerung und zum Energiesparen einbezogen.

Bei den statistisch erfassten Investitionen für Umweltschutz handelt es sich weitgehend um nachgeschaltete Maßnahmen, die ausschließlich dem Umweltschutz dienen bzw. um solche, für die der auf den Umweltschutz entfallende Teil beziffert werden kann. Andere Maßnahmen, die hauptsächlich anderen Zwecken dienen, zugleich aber auch mit Umweltentlastungen verbunden sind (integrierte Umweltschutzmaßnahmen), können hierbei zumindest überwiegend nicht einbezogen werden. Dies gilt sowohl für Aktivitäten im Produzierenden Gewerbe (Produktionsumstellungen), als auch für Leistungen der öffentlichen Hand (insbesondere Lärmschutzmaßnahmen). Bei den produktbezogenen Umweltschutzinvestitionen sind nur solche erfasst, die auf gesetzliche Vorschriften zurückgehen. Insofern stellen die in den Tabellen ausgewiesenen Beträge auch eine untere Grenze für die insgesamt erbrachten Umweltschutzinvestitionen dar.

Die Umsetzung und Durchführung der öffentlichen Umweltschutzmaßnahmen liegt hauptsächlich in der Zuständigkeit der Gemeinden und Landkreise. Dies gilt generell für die öffentliche Abfallentsorgung und Abwasserbeseitigung. Das Land leistet dafür vor allem Finanzhilfen. Allerdings übertragen die Gemeinden und Kreise die entsprechenden Aufgaben in zunehmendem Umfang auf Eigenbetriebe, Zweckverbände oder andere rechtlich selbständige Unternehmen, an denen die Gemeinden oder Gemeindeverbände mit mehr als 50 % beteiligt sind. Damit erfolgen die Entsorgungsaufgaben in zunehmendem Umfang außerhalb der kameralen Haushalte. Für die Darstellung der Umweltschutzausgaben ist deshalb zusätzlich zur Jahresrechnungsstatistik auf der Grundlage der kameralen Haushalte auch die Statistik der Jahresabschlüsse der öffentlich bestimmten Fonds, Einrichtungen und wirtschaftlichen Unternehmen mit einzubeziehen. Die in den Tabellen ausgewiesenen Umweltschutzinvestitionen der öffentlichen Hand umfassen die durch Gemeinden, Gemeindeverbände sowie Zweckverbände und öffentliche Unternehmen in den Bereichen Abfallentsorgung und Abwasserbeseitigung erbrachten Investitionen. Die Unternehmen der öffentlichen Abwasserbeseitigung melden nach § 6 UStatG zusätzlich alle 3 Jahre die in verschiedenen Aufgabenbereichen der Abwasserbeseitigung und -behandlung durchgeführten Investitionen sowie die Zahl der insgesamt mit mehr als der Hälfte ihrer Arbeitszeit in diesen Bereichen tätigen Personen. Für die übrigen Bereiche Luftreinhaltung, Lärm- und Naturschutz liegen keine Angaben vor. Ebenso fehlen vollständige statistische Informationen über die Investitionen des Landes. Auch deshalb stellen die ausgewiesenen Umweltschutzinvestitionen der öffentlichen Hand eine untere Grenze für die insgesamt in diesem Bereich geleisteten Investitionen dar.

Über Umweltschutzinvestitionen in anderen Wirtschaftsbereichen außerhalb des Produzierenden Gewerbes liegen ebenfalls keine vergleichbaren Daten vor.

Daten über laufende Ausgaben für den Umweltschutz im Bereich des Produzierenden Gewerbes werden erst ab dem Erhebungsjahr 1996 auf der Basis des § 15 UStatG und seit dem Berichtsjahr 2006 nach § 11 des neuen UStatG von 2005 erfasst. Die entsprechende, zentral vom Statistischen Bundesamt durchgeführte Statistik (Stichprobenerhebung bei ausgewählten Unternehmen) ist auf die Gewinnung entsprechender Daten für bundesstatistische Zwecke ausgelegt. Ergebnisse für einzelne Bundesländer sind auf dieser Grundlage nur eingeschränkt ableitbar. Sie sind aber die Grundlage für die Berechnung der entsprechenden ausgewiesenen Angaben für das Produzierende Gewerbe im Land insgesamt.

Für die Jahre vor 1996 hat das Statistische Bundesamt im Rahmen der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) ersatzweise die laufenden Umweltschutzausgaben für den Betrieb eigener Anlagen im Produzierenden Gewerbe geschätzt. Auf der Basis dieser Schätzungen für das gesamte Bundesgebiet wurden die laufenden Ausgaben für Baden-Württemberg anhand des Anteils an den kummulierten Umweltschutzinvestitionen hilfsweise berechnet. Diese Ergebnisse wurden durch die Stichprobenerhebung 1996 und 1997 weitgehend bestätigt. Aufgrund einer Revision zurück bis 1991 sind diese Angaben mit früheren Veröffentlichungen nicht mehr vergleichbar.

Produktion und Umsatz von Umweltschutzgütern und -dienstleistungen

Nach § 16 Abs. 1 UStatG werden seit 1997 und seit dem Berichtsjahr 2006 nach § 12 des neuen UStatG von 2005 jährlich bei Betrieben des Produzierenden Gewerbes bzw. in den relevanten Dienstleistungsbereichen die Umsätze mit Waren, Bau- und Dienstleistungen erhoben. Erfasst werden bei dieser Statistik die erzielten Umsätze mit Waren, Bau- und Dienstleistungen für den Umweltschutz. Einbezogen werden dabei nur Waren und Leistungen, die ausschließlich dem Umweltschutz dienen. So genannte multifunktionale Güter, die auch anderen als Umweltschutzzwecken dienen können, sind nicht einbezogen. Waren, Bau- und Dienstleistungen, die dem Klimaschutz und der Ressourcenschonung, z. B. Energieeinsparung dienen, sind erst ab Berichtsjahr 2006 mit einbezogen.

Definitionen | ^

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Additive Umweltschutzinvestitionen

Sind in der Regel separate, vom übrigen Produktionsprozess getrennte Maßnahmen, welche der Entsorgung von Abfällen (z. B. Verbrennungsanlage), dem Schutz von Gewässern (z. B. Kläranlage), der Lärmbekämpfung (z. B. Lärmschutzwand) oder der Luftreinhaltung (z. B. Abgasreinigungsanlage) dienen. Sie sind der Produktion nachgeschaltet (end-of-pipe), damit die durch den Produktionsprozess entstandenen Emissionen verringert und Umwelt-Standards eingehalten werden.

Integrierte Umweltschutzinvestitionen

Sind vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sie Emissionen erst gar nicht oder in geringerem Umfang entstehen lassen (vorsorgender Umweltschutz). Beispiele sind die Kreislaufführung von Stoffen oder die Nutzung von Reaktionswärme (Wärmetauscher). Integrierte Anlagen stellen in der Regel einen nicht klar definierbaren, oft nur durch Schätzung bezifferbaren, Teil einer größeren Anlage dar.

Produktbezogene Umweltschutzinvestitionen

Es handelt sich um Investitionen in Verfahrensumstellungen zur Herstellung umweltfreundlicherer Produkte soweit sie durch gesetzliche oder behördliche Vorschriften bzw. Auflagen oder aufgrund von Selbstverpflichtungen erfolgt sind.

Zeichenerklärung | ^

0
weniger als die Hälfte von 1 in der letzten besetzten Stelle, jedoch mehr als nichts
nichts vorhanden (genau Null)
·
Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten
x
Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll
Angabe fällt später an
/
Zahlenwert nicht sicher genug
()
Aussagewert eingeschränkt
p
vorläufige Zahl
r
berichtigte Zahl
s
geschätzte Zahl
D
Durchschnitt (arithmetisches Mittel)

© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2013 | ^