Kohlendioxid-Emissionen

Indikatoren zum Thema »Umwelt, Verkehr, Energie«

Aussage

Kohlendioxid (CO2) ist mit einem Emissionsanteil von deutschlandweit rund 90 % das wichtigste Treibhausgas und damit maßgeblich verantwortlich für die globale Klimaerwärmung (siehe »Verweis auf Indikator Treibhausgase«). CO2-Emissionen entstehen überwiegend bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern (energiebedingte CO2-Emissionen), vor allem in den Bereichen Stromerzeugung in öffentlichen Kraftwerken und Industrie, Prozessfeuerungen, Raumwärmebereitstellung und Verkehr. Vor dem Hintergrund des 2007 veröffentlichten Klimaberichts des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist die Entwicklung der CO2-Emissionen verstärkt ins Blickfeld der Öffentlichkeit gelangt.

Referenzwert

Auf dem G8 Gipfel in Heiligendamm 2007 wurde die Zielsetzung vereinbart, die weltweiten CO2-Emissionen bis 2050 um 50% zu senken. Die EU hat sich darauf verständigt, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 20 % gegenüber 1990 zu reduzieren.

Ergebnisse

Die energiebedingten CO2-Emissionen je Einwohner sind in Baden-Württemberg seit 1990 tendenziell leicht zurückgegangen. Die Entwicklung zeigt deutliche Schwankungen vor allem in Abhängigkeit vom Temperaturverlauf im jeweiligen Betrachtungsjahr und vom dadurch beeinflussten Energieverbrauch zur Erzeugung von Raumwärme. Nach einem geringen Anstieg 2008 gingen die Emissionen 2009 – nicht zuletzt durch die tiefgreifende Wirtschaftskrise und den verstärkten Einsatz CO2-neutraler oder weniger CO2-intenssiver Energieträger – außerordentlich stark zurück. Nach vorläufigen Angaben für 2010 konnte dieses niedrige Niveau nahezu gehalten werden. Die leichte Steigerung gegenüber 2009 erstreckt sich konjunkturell bedingt über die Sektoren Industrie, Kraftwerke und Verkehr.
Langfristig ist ein Rückgang der CO2-Emissionen vor allem im Bereich der Industrie zu verzeichnen, bedingt durch die Verlagerung der industriellen Stromerzeugung in Kraftwerke für die allgemeine Versorgung, wo gleichzeitig durch steigende Stromproduktion auch die CO2-Emissionen angestiegen sind. Seit 2006 sind aber auch letztere tendenziell rückläufig, vor allem da sich die Bemühungen zur Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in einem geringeren CO2-Ausstoß niederschlagen. Im Straßenverkehr war bis zum Jahr 1999 noch ein Anstieg zu verzeichnen, seither gingen die Emissionen bis 2009 stetig leicht zurück. Der Sektor Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und übrige Verbraucher, der zuletzt fast 30 % Anteil an den gesamten CO2-Emissionen ausmachte, konnte bis 2006 nicht merklich zur Reduktion der CO2-Emissionen je Einwohner beitragen. Seither ist hier ein leichter Rückgang zu verzeichnen, bedingt durch Einsparungen beim Brennstoffeinsatz in privaten Haushalten, ausgelöst durch erhöhte Energiepreise sowie die Umsetzung besserer Energiestandards bei Neu- und Umbauten.

Schaubild: Energiebedingte CO2-Emissionen je Einwohner in Baden-Württemberg

Energiebedingte CO2-Emissionen (Quellenbilanz) in Baden-Württemberg seit 1990
JahrEnergiebedingte CO2-Emissionen insgesamtdavon
öffentliche Wärme­kraftwerkeIndustrie/
Feuerungen
Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und übrige VerbraucherStraßenverkehrsonstiger Verkehr
1.000 tt1)/EW2)1.000 tt/EW1.000 tt/EW1.000 tt/EW1.000 tt/EW1.000 tt/EW

1) Tonnen

2) Einwohner im Jahresmittel

3) Vorläufige Werte.

Berechnungsstand: Frühjahr 2012

199074.3747,6517.0491,7515.2451,5720.6792,1319.1281,972.2730,23
199178.5907,9418.1821,8415.4601,5623.5412,3819.3141,952.0930,21
199278.0367,7516.9181,6815.2201,5122.6032,2421.2972,111.9990,20
199378.6737,7216.2451,5914.8061,4523.5062,3122.0692,162.0470,20
199474.5357,2714.4931,4114.0951,3822.4192,1921.5012,102.0270,20
199578.0747,5817.2211,6714.3351,3922.7742,2121.9042,131.8410,18
199681.7587,9018.5861,8013.7211,3325.8292,5021.9392,121.6840,16
199778.5707,5617.0991,6513.1661,2724.4342,3522.1382,131.7320,17
199880.0807,6918.4111,7712.4771,2024.7822,3822.5932,171.8170,17
199977.3797,4117.1451,6411.5321,1023.3812,2423.5872,261.7340,17
200074.9407,1416.8441,6111.6521,1121.7312,0722.9652,191.7480,17
200180.1087,5920.0721,9011.4001,0824.4202,3122.6532,151.5630,15
200276.5497,2020.3321,9111.3631,0720.9321,9722.3882,111.5350,14
200375.5987,0819.7521,8510.5670,9922.0432,0621.6912,031.5440,14
200474.7686,9820.2081,899.7950,9221.2191,9821.8002,041.7450,16
200577.2227,2022.0262,0510.2840,9622.5042,1020.6601,931.7480,16
200678.2837,2922.1292,0611.2761,0522.9222,1320.1241,871.8320,17
200770.9526,6020.9831,9511.2131,0417.1111,5919.7941,841.8510,17
200872.5566,7519.4711,8111.1611,0420.5741,9119.7481,841.6010,15
200966.1536,1616.7331,5610.0020,9318.3301,7119.6171,831.4710,14
20103)67.4076,2717.8271,6610.1770,9518.2921,7019.6661,831.4450,13
Definition / Berechnung
Energiebedingte CO2-Emissionen in Tonnen (t) / Einwohner (EW)
Die Darstellung der energiebedingten CO2-Emissionen erfolgt quellenbezogen und basiert auf dem Primärenergieverbrauch des Landes. Die quellenbezogene Darstellung bedeutet, dass die Emissionen am Ort der Entstehung, d. h. am Standort der Emissionsquelle (Kraftwerksanlage, Ort des Verkehrsgeschehens) nachgewiesen werden. Die quellenbezogenen CO2-Emissionen werden gegliedert nach Umwandlungsbereich und Endenergieverbrauchssektoren. Unberücksichtigt bleiben dabei die mit dem Importstrom verbundenen Emissionen. Hingegen sind die Emissionen, die bei der Erzeugung von Strom für den Export entstehen, in vollem Umfang einbezogen.
Datenquelle
Länderarbeitskreis (LAK) Energiebilanzen, Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder (UGRdL), Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGRdL; Einwohner im Jahresmittel)
Mögliche regionale Gliederung
Gemeinde, Kreis, Region, Regierungsbezirk, Land
Berechnungsstand
Oktober 2012
Basisjahr
1990
Periodizität
Jährlich
Nächste Aktualisierung
Frühjahr 2013

29.11.2012


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2013 | ^