Treibhausgasemissionen

Indikatoren zum Thema »Umwelt, Verkehr, Energie«

Treibhausgasemissionen je Einwohner

Aussage

Die anthropogen, durch Aktivitäten von Menschen, verursachten Treibhausgasemissionen sind maßgeblich verantwortlich für die überdurchschnittlich rasche Erwärmung der Erdatmosphäre (Treibhauseffekt). Die damit einhergehende globale Klimaänderung hat nachhaltige Auswirkungen auf die Ökosysteme sowie damit verbunden erhebliche wirtschaftliche und soziale Folgen. Vor diesem Hintergrund wird auf nationaler und internationaler Ebene das Ziel diskutiert, die globale Erwärmung langfristig auf insgesamt 2°C, verglichen mit vorindustriellen Werten, zu begrenzen. Um dies zu erreichen, müssen die jährlichen Treibhausgasemissionen weltweit deutlich gesenkt werden.

Referenzwert

Im Energiekonzept von 2010 hat die Bundesregierung das Ziel formuliert, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 % gegenüber 1990 und bis 2050 um 80 bis 95 % zu reduzieren. Im Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg ist eine Reduktion um 25 % bis 2020 und um 90 % bis 2050 festgeschrieben.

Ergebnisse

In Baden-Württemberg werden jährlich je Einwohner 7 Tonnen CO2-Äquivalente an Treibhausgasen emittiert. Die Emissionen je Einwohner differieren zwischen den einzelnen Bundesländern erheblich. Baden-Württemberg weist einen der niedrigsten Werte unter den Flächenländern auf. Der mit Abstand größte Teil der jährlichen Treibhausgas-Emissionen entfällt in allen Bundesländern auf Kohlendioxid (CO2; deutschlandweit fast 90 %). Die CO2-Emissionen sind überwiegend bestimmt vom Volumen des Primärenergieverbrauchs im Bundesland (siehe »Verweis auf Indikator CO2-Emissionen«). Die übrigen gut 10 % der Treibhausgasemissionen setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Methan (CH4) und Distickstoffoxid (N2O). Methan-Emissionen entstehen in erster Linie durch die Tierhaltung sowie durch deponierte Abfallmengen. N2O entsteht vor allem durch die landwirtschaftliche Bodennutzung.

Die Treibhausgasemissionen wurden deutschlandweit seit 1990 bereits um mehr als 20 % verringert. Der überwiegende Teil der Reduktion wurde im Zeitraum von 1990 bis 1995 vor allem durch die enormen industriellen Umstrukturierungen in den neuen Bundesländern erreicht (insgesamt minus 11 %). Seit 1995 ist der Rückgang deutlich verlangsamt.

Schaubild: Treibhausgasemissionen je Einwohner in den Bundesländern

Treibhausgasemissionen*) in Deutschland seit 1995 nach Bundesländern
Land1)Treibhausgase insgesamt2)
1995200020052010
1.000 t3) CO2-Äqui­valentet CO2-Äqui­valente/EW4)1.000 t CO2-Äqui­valentet CO2-Äqui­valente/EW1.000 t CO2-Äqui­valentet CO2-Äqui­valente/EW1.000 t CO2-Äqui­valentet CO2-Äqui­valente/EW

1) Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen: Ohne prozessbedingte CO2-Emissionen. Niedersachsen 1995: Wert für CO2 aus 1996. Quelle der Deutschlandwerte: Umweltbundesamt.

2) Kohlendioxid, Methan, Distickstoffoxid.

3) Tonnen.

4) Einwohner.

5) Für 2010 Wert aus 2009.

Baden-Württemberg92.3248,9786.9738,2987.0718,1277.1977,18
Bayern108.5429,08106.9748,7894.5127,5992.5187,39
Berlin24.6237,0923.4866,9419.6285,7919.3646
Brandenburg60.89023,9869.68626,8068.27426,6461.22224
Bremen13.77020,2514.49321,9112.44118,7614.06021
Hamburg13.4337,87..11.1346,4011.5806,51
Hessen54.1909,0450.7088,3747.1377,7342.2167
Mecklenburg-Vorpommern5)18.29310,0118.10410,1517.66010,3116.1049,72
Niedersachsen100.65112,9993.79111,86..84.33511
Nordrhein-Westfalen351.10319,67326.01618,11310.16017,17296.78616,62
Rheinland-Pfalz53.38413,4734.7118,6131.5567,7730.4407,60
Saarland25.84723,8526.11924,4226.66825,3319.98519,59
Sachsen68.97015,0748.08210,8252.99712,3752.36012,60
Sachsen-Anhalt34.43612,5235.77013,5938.38215,4636.85815,72
Schleswig-Holstein32.46911,9530.42310,9328.0189,9027.3689,66
Thüringen18.4487,3516.5386,7815.3676,5514.0806,28
Deutschland1.100.97413,481.026.36512,49983.74611,93929.76511,37
Definition / Berechnung
Treibhausgasemissionen in Tonnen (t) CO2-Äquivalenten / Einwohner (EW)
Die jährlichen Treibhausgasemissionen werden in CO2-Äquivalenten angegeben. Dabei ist die Klimawirksamkeit der einzelnen Gase mit ihrem spezifischen Treibhauspotenzial auf die Wirkung der entsprechenden Menge an CO2 umgerechnet. Methan wird dabei mit dem Faktor 21 multipliziert, N2O mit dem Faktor 310. Die darüber hinaus im Kyoto-Protokoll aufgeführten Fluorverbindungen machen deutschlandweit zusammen rund 1,5 % der gesamten Treibhausgase aus und sind aufgrund dieser geringen Bedeutung und der nicht ausreichenden Datenlage hier nicht dargestellt.
Die Angaben über Treibhausgasemissionen in den Bundesländern sind Ergebnisse differenzierter Modellrechnungen auf der Grundlage der Energiebilanzen sowie zahlreicher weiterer amtlicher Statistiken. Die Berechnung orientiert sich an der vom IPCC für den nationalen Inventarbericht zum deutschen Treibhausgas-Inventar (für Deutschland veröffentlicht vom Umweltbundesamt) vorgegebenen Methodik.
Datenquelle
Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder (UGRdL), Umweltbundesamt: Nationale Trendtabellen zum deutschen Treibhausgasgasinventar (Deutschlandwerte), Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGRdL; Einwohner im Jahresmittel)
Mögliche regionale Gliederung
Bundesland
Berechnungsstand
Oktober 2013
Basisjahr
1990; Daten für die Bundesländer sind erst ab 1995 verfügbar
Periodizität
Jährlich
Nächste Aktualisierung
Herbst 2014

7. 11. 2013


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2014 | ^