PDF-Version des kompletten Aufsatzes mit Tabellen, Grafiken und Schaubildern (20,2 KB)
Der Anstieg des Frauenanteils unter den Studierenden an baden-württembergischen Universitäten von anfänglich knapp 18 % (1950/51) auf inzwischen fast 47 % (2008/09) verlief seit Beginn der 50er-Jahre kontinuierlich. Der Trend verlangsamt sich in den letzten Jahren, sodass das Erreichen einer Geschlechterparität bei den Studierenden aller Voraussicht nach erst in einigen Jahren zu erwarten ist.
Seit Wiederaufnahme der statistischen Erfassung von Studierendenzahlen ist ein kontinuierlicher Anstieg bis in die frühen 90er-Jahre zu beobachten. Nachdem Mitte der 90er-Jahre die geburtenstarken Jahrgänge ihr Studium abschlossen hatten, kam es in den Folgejahren zu einem deutlichen Rückgang der Studierendenzahlen. Diese Entwicklung markiert gewissermaßen als Echoeffekt den ab den späten 60er-Jahren einsetzenden Geburtenrückgang – häufig als »Pillenknick« bezeichnet. Der nachfolgende erneute Anstieg der Studierendenzahlen kann auf die zunehmende Zahl von Abiturientinnen und Abiturienten zurückgeführt werden, denn die demografische Entwicklung allein ließe sinkende Studierendenzahlen erwarten. Beim Rückgang der Studierendenzahlen um 5,4 % nach dem Studienjahr 2006/07 kann die Einführung der Studiengebühr an Baden-Württembergischen Hochschulen eine Rolle gespielt haben. Der neuerliche Anstieg im Folgejahr deutet auf eine Wiederaufnahme des Trends vor Einführung der Studiengebühr hin.
Die Studierendenzahlen aller Hochschulen des Landes (Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen sowie Kunst- und Verwaltungsfachhochschulen) stiegen im Studienjahr 2008/09 durch die Zusammenfassung der ehemals 8 baden-württembergischen Berufsakademien zur »Dualen Hochschule Baden-Württemberg«, der damit zugleich der Hochschulstatus verliehen wurde, auf 259 237 an – das waren rund 12 % mehr als im Jahr zuvor. Die Duale Hochschule bildet seitdem mit 23 013 Studierenden nach der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (24 918 Studierende) die zweitgrößte Hochschule des Landes.

© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2009 | ^