2010-2

Jedes 5. Kind in Baden-Württemberg wird von einer ausländischen Mutter zur Welt gebracht

Schaubild des Monats

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In Baden-Württemberg sind im Jahr 2008 rund 91 900 Kinder geboren worden, darunter etwa 19 700 von ausländischen Frauen. Damit ist etwa jedes 5. Kind im Südwesten von einer ausländischen Mutter zur Welt gebracht worden. Rund 14 600 dieser Kinder erhielten durch die Geburt im Land die deutsche Staatsangehörigkeit. So erhalten seit dem 1. Januar 2000 insbesondere auch Kinder von Ausländerinnen und Ausländern die deutsche Staatsangehörigkeit, die sich seit 8 Jahren rechtmäßig und gewöhnlich in Deutschland aufhalten und eine Niederlassungserlaubnis oder eine Aufenthaltserlaubnis-EU besitzen. Die anderen knapp 5 100 Kinder ausländischer Mütter blieben Ausländer, weil ihre Eltern die Voraussetzungen für den Erwerb eines deutschen Passes für ihr Kind nicht erfüllten. Damit hatten 2008 nur noch knapp 6 % aller geborenen Kinder eine ausländische Staatsangehörigkeit, im Jahr 2000 waren es noch gut 8 %.

Der Anteil der Geburten von ausländischen Müttern an allen Geburten lag in Baden-Württemberg in den letzten Jahren konstant bei 21 bzw. 22 % – obwohl sich die Geburtenrate der ausländischen Frauen deutlich verringert und an die der deutschen Frauen angenähert hat. Noch 1990 brachte eine deutsche Frau in Baden-Württemberg durchschnittlich 1,40 Kinder zur Welt, eine ausländische Frau dagegen 2,14 Kinder. Bis zum vergangenen Jahr hat sich dieser Unterschied in der Geburtenhäufigkeit auf weniger als ein Drittel verringert. Die Geburtenhäufigkeit der Ausländerinnen liegt jetzt im Durchschnitt bei 1,57 Kindern, die der deutschen Frauen bei 1,34 Kindern je Frau.

Innerhalb des Landes zeigen sich deutliche Unterschiede beim Anteil der von ausländischen Müttern geborenen Kinder an allen Geborenen. Am höchsten ist dieser Anteil im Stadtkreis Heilbronn, wo 40 % aller Kinder von ausländischen Müttern zur Welt gebracht werden, während es im Main-Tauber-Kreis nur gut 8 % sind. Tendenziell lässt sich ein deutliches »Stadt-Land-Gefälle« belegen – sicherlich vor allem deshalb, weil die ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger überdurchschnittlich oft in der Nähe der Arbeitsplatzzentren und damit in den Stadtkreisen beziehungsweise deren Umland leben.


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2010 | ^