2010-5

Zur Entwicklung der Geburtenzahl und -häufigkeit in Baden-Württemberg

Werner Brachat-Schwarz

PDF-Version des kompletten Aufsatzes mit Tabellen, Grafiken und Schaubildern (52,5 KB)

»Niedrige Geburtenraten steigen wieder – weltweite Trendumkehr in entwickelten Ländern«, so eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock vom vergangenen Dezember. Im folgenden Beitrag wird deshalb der Frage nachgegangen, ob sich entsprechende Entwicklungen auch in Baden-Württemberg feststellen lassen. Dabei hat sich gezeigt, dass ein Anstieg der Geburtenrate für den Südwesten nicht nachweisbar ist, und auch für die nächsten Jahre nicht mit einer Erhöhung der Kinderzahl je Frau gerechnet werden kann. Vielmehr ist aufgrund der künftig weiter sinkenden Zahl an Frauen im gebärfähigen Alter ein deutlicher Rückgang bei den Geburtenzahlen zu erwarten. Diesen Betrachtungen vorangestellt sind Ausführungen zur Entwicklung der Geburtenzahlen nach der Staatsangehörigkeit der Mutter sowie differenziert nach ehelich und nicht ehelich Geborenen.

Immer weniger ausländische Geborene und … | ^

In Baden-Württemberg sind im Jahr 2008 rund 91 900 Kinder geboren worden und damit etwa 900 weniger als 2007. Damit sind seit Bestehen des Landes lediglich in 2 Jahren (1977 und 1978) noch weniger Kinder auf die Welt gekommen. Etwa jedes 5. Kind im Südwesten ist 2008 von einer ausländischen Mutter zur Welt gebracht worden, von denen rund drei Viertel (ca. 14 600 Kinder) durch die Geburt im Land die deutsche Staatsangehörigkeit erhielten (i-Punkt). Die anderen knapp 5 100 Geborenen ausländischer Mütter blieben Ausländer, weil ihre Eltern die Voraussetzungen für den Erwerb eines deutschen Passes für ihr Kind nicht erfüllten. Damit hatten 2008 nur noch knapp 6 % aller geborenen Kinder eine ausländische Staatsangehörigkeit, im Jahr 2000 waren es noch gut 8 %, 1990 sogar noch knapp 14 %.

… immer mehr nicht eheliche Kinder | ^

Im Gegensatz zum Anteil der ausländischen Lebendgeborenen hat sich der Anteil der nicht ehelich Geborenen in den letzten Jahrzehnten stetig erhöht: 2008 waren es bereits rund 19 800 Kinder oder knapp 22 %, deren Eltern zum Zeitpunkt ihrer Geburt nicht miteinander verheiratet waren. Noch 1990 lag dieser Anteil nicht einmal halb so hoch (Schaubild 1). Verglichen mit den anderen Bundesländern hat Baden-Württemberg allerdings weiterhin den geringsten Wert. Die höchsten Anteile an nicht ehelichen Geburten gibt es in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, in denen jeweils annähernd 2 von 3 Kindern außerhalb einer Ehe geboren werden.

Die Entwicklung hin zu einer immer größeren Nichtehelichenquote dürfte auf die Pluralisierung der Lebensformen zurückzuführen sein. Das heißt, dass neben der Ehe auch andere Lebensformen stetig an Bedeutung gewinnen und gesellschaftlich immer stärker akzeptiert werden. Wichtige Voraussetzung hierfür war und ist die zunehmende Erwerbsbeteiligung und Qualifizierung der Frauen sowie die hierdurch erreichte ökonomische Unabhängigkeit.

Rückgang bei der Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter und … | ^

Die Geburtenzahl wird durch die Geburtenhäufigkeit sowie die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter determiniert. Zur Bewertung der aktuellen Entwicklung und den Perspektiven sollen deshalb im Folgenden diese beiden Komponenten für die Geburtenentwicklung näher beleuchtet werden.

Die Zahl der Geburten in Baden-Württemberg ist in den letzten Jahren relativ stetig zurückgegangen. So sind noch 1995 immerhin gut 112 000 und damit rund ein Fünftel mehr Kinder geboren worden als 2008 – obwohl die Geburtenrate, also die durchschnittliche Kinderzahl je Frau, in diesen Jahren praktisch identisch war (1995: 1,38; 2008: 1,37). Der Grund für den Rückgang der Geburtenzahl ist, dass die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter um etwa 100 000 zurückgegangen ist; hinzu kommt aber noch, dass sich dieser Rückgang vor allem auf diejenigen Altersjahrgänge mit einer hohen Geburtenrate konzentriert, während im Jahr 2008 nur die Altersjahrgänge mit einer relativ geringeren Geburtenrate – Frauen im Alter von unter 23 und über 37 Jahren – höher lag als 1995 (Schaubild 2).

… praktisch unverändert niedrige Geburtenrate | ^

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock hat eine weltweite Trendumkehr in entwickelten Ländern hin zu steigenden Geburtenraten festgestellt.1 Entsprechende Entwicklungen lassen sich allerdings in Baden-Württemberg nicht nachweisen. Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau 2007 und 2008 lag zwar mit jeweils 1,37 geringfügig über dem Wert für 2006 (1,34), was aber nicht als signifikanter Anstieg zu werten ist. Vielmehr ist die durchschnittliche Kinderzahl je Frau in Baden-Württemberg seit 2001 faktisch unverändert, und auch in den letzten 3 Jahrzehnten waren die Unterschiede relativ gering (Schaubild 3).

Feststellbar ist aber auch, dass sich die Geburtenrate der ausländischen Frauen deutlich verringert und an die der deutschen Frauen angenähert hat: Noch 1990 brachte eine deutsche Frau in Baden-Württemberg durchschnittlich 1,40 Kinder zur Welt, eine ausländische Frau dagegen 2,14 Kinder. Bis 2008 hat sich dieser Unterschied in der Geburtenhäufigkeit auf weniger als ein Drittel verringert (Schaubild 4).2

Trend zur »späten Mutterschaft« setzt sich fort | ^

Nachweisbar ist außerdem ein Trend hin zu einem immer höheren Alter der Mutter bei Geburt eines Kindes: Vor 3 Jahrzehnten lag dieses noch bei 27 Jahren, 2008 bereits bei 31 Jahren.3 Noch deutlicher wird dieser Trend zur »späten Mutterschaft«, wenn der Anteil der Geburten von Frauen, die im Alter von 35 und mehr Jahren (noch) ein Kind geboren haben, an allen Geburten herangezogen wird: 1985 lag dieser Anteil bei knapp 8 %, 1995 bei gut 11 % und im vergangenen Jahr bereits bei annähernd 24 %.4

Schaubild 5 zeigt detailliert, dass die Geburtenhäufigkeit von Müttern im Alter bis 30 Jahren seit 1995 zurückgegangen und diejenige von Müttern im Alter von 31 und mehr Jahren zum Teil deutlich angestiegen ist. Am stärksten war der Rückgang bei Frauen im Alter von 21 bis 25 Jahren: Beispielsweise betrug die Geburtenhäufigkeit der 22-Jährigen im Jahr 2008 lediglich 60 % der entsprechenden Geburtenziffer im Jahr 1995. Dagegen zeigen sich die größten »Nachholeffekte« bei 34- bis 37-jährigen Frauen: Die aktuelle Geburtenrate der 35-jährigen Frauen liegt um 50 % höher als 1995.

Eine der Hauptursachen für diesen Trend hin zur »späten Mutterschaft« wird in der zunehmenden Erwerbsbeteiligung und Ausbildungsdauer von Frauen gesehen, wodurch die Familiengründung immer mehr nach hinten verschoben wird. Dieser Trend wird insbesondere mit dem Familiengründungsmuster hochqualifizierter Frauen in Zusammenhang gebracht.

Querschnitts- versus Längsschnittsanalyse | ^

Bisher wurden die Geburtenhäufigkeiten verschiedener Berichtsjahre miteinander verglichen; aufschlussreich ist es auch, die Entwicklung anhand verschiedener Geburtsjahrgänge zu analysieren, auch wenn dies für jüngere Jahrgänge nur bedingt möglich ist (i-Punkt). Auch bei dieser sogenannten Längsschnittbetrachtung wird das »Verschieben« der Geburten in ein höheres Alter der Frauen deutlich, Schaubild 6 zeigt unter anderem für den Geburtsjahrgang 1935 die höchste Geburtenhäufigkeit im Alter von 26 Jahren, ähnlich beim Jahrgang 1950 – allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Bis zum Jahrgang 1965 hat sich das Alter mit der höchsten Geburtenhäufigkeit auf bereits 28 Jahre erhöht, für die beiden aktuellsten Jahrgänge – 1970 und 1975 – liegt es nochmals 2 bzw. 3 Jahre höher.

Was bedeutet dieses »Verschieben« der Geburten in ein höheres Alter der Frauen für die Geburtenrate? Ist zu erwarten, dass die durchschnittliche Kinderzahl je Frau durch das »Nachholen« von Geburten in den nächsten Jahren steigen wird? Der jeweilige Verlauf bei den altersspezifischen Geburtenraten spricht dagegen – denn ein Vergleich der altersspezifischen Geburtenraten für die Frauen im Alter von etwa 25 bis Anfang 30 Jahre der Jahrgänge 1965, 1970 und 1975 zeigt Folgendes (Schaubild 6): Der jeweils jüngere Jahrgang (1975 gegenüber 1970 und 1970 gegenüber 1965) weist geringere Geburtenraten in dieser Altersgruppe auf, die durch das »Nachholen« im Alter von 35 und mehr Jahren wohl nur zu einer Kompensation der geringeren altersspezifischen Geburtenraten der jüngeren Frauen führen wird, aber nicht zu einem Anstieg der Gesamtgeburtenrate.5

Ausblick: Ohne Zunahme der Geburtenhäufigkeit deutlicher Rückgang bei der Geburtenzahl in den nächsten Jahrzehnten | ^

Aus heutiger Sicht ist damit eine nennenswerte Änderung der Geburtenrate nicht zu erwarten. In der aktuellen Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamtes6 wurde deshalb eine konstante Kinderzahl je Frau auch für die Zukunft unterstellt. Unter dieser Annahme könnte die Zahl der Lebendgeborenen bis zum Jahr 2030 um 12 %, bis 2060 sogar um 28 % auf nur noch rund 66 000 Geburten zurückgehen (Schaubild 7) – und zwar deshalb, weil sich die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter aller Voraussicht nach stetig und deutlich verringern wird.

Die zu erwartende Entwicklung weicht damit von der wünschenswerten ab – denn eine Gesellschaft ohne Kinder verliert mehr als die Finanzierungsgrundlage für ihre sozialen Sicherungssysteme. Eine Entscheidung gegen Kinder ist nicht nur eine Entscheidung gegen die Zukunft. Sondern: Kinder sind ein Wert an sich!

Weshalb liegt aber die Geburtenrate in Baden-Württemberg wie in ganz Deutschland deutlich niedriger als beispielsweise in Frankreich, Norwegen oder Dänemark? Sicherlich gibt es hierfür nicht nur einen einzigen Grund, sondern ein ganzes Ursachenbündel, weshalb sich junge Paare für oder gegen ein erstes Kind oder Paare mit 2 Kindern für oder gegen weitere Kinder entscheiden. Grundsätzlich gilt, dass die Entscheidung für Kinder Stabilität und Sicherheit voraussetzt, unsere komplexe und individualisierte Gesellschaft sich aber zunehmend durch Unsicherheiten auszeichnet. Vor diesem Hintergrund dürften nicht zuletzt die Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit und die Förderung für Kinder und Familien entscheidend sein.7

Daneben gibt es aber wohl zusätzlich ein typisch deutsches Problem: Berufstätigkeit von Frauen ist zwar akzeptiert, aber nur solange keine kleinen Kinder im Haushalt leben. Mütter, die berufstätig sein wollen, müssen sich neben allen anderen Schwierigkeiten auch noch mit einem negativen gesellschaftlichen Urteil auseinandersetzen. Diese Sichtweisen beginnen sich erst allmählich aufzulösen. Ein Großteil der Elternpaare wünscht sich Teilzeitmodelle, um eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu realisieren. Dass ein Partner qualifiziert Teilzeit erwerbstätig ist, der andere Vollzeit oder dass sogar beide Elternteile in Teilzeit arbeiten, ist in Deutschland oft nicht umsetzbar.

In vielen europäischen Ländern, die eine höhere Geburtenrate haben, ist die Situation anders. In Schweden beispielsweise sind drei Viertel der Befragten einer internationalen Studie zur Sozialpolitik der Meinung, dass die Berufstätigkeit der Frau auch bei einem kleinen Kind im Haushalt selbstverständlich möglich sein sollte und sich nicht negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirkt. In Deutschland liegt der Anteil der Befragten, die sich dieser Meinung anschließen können, unter einem Drittel und das seit Jahren.

Es gilt also, diese Sichtweise zu überdenken und insgesamt günstigere Rahmenbedingungen für Familien – nicht nur finanzieller Art – zu schaffen.8 Könnte beispielsweise erreicht werden, dass die Geburtenhäufigkeit in den nächsten Jahrzehnten um 10 % höher läge als derzeit9, so würde der Rückgang bei den Geburtenzahlen deutlich geringer ausfallen. Bis 2060 kämen dann in Baden-Württemberg immerhin rund eine halbe Million mehr Kinder auf die Welt.

1 Vgl. Pressemitteilung vom 8. Dezember 2009; allerdings ist der gewählte Ansatz nach unserer Einschätzung problematisch, da der Anstieg lediglich über einen Vergleich der Geburtenrate in 2008 mit dem niedrigsten Jahreswert im Zeitraum 1989 bis 2008 ermittelt wurde. Zu konstatieren ist jedoch, dass der seit Jahren zu beobachtende Trend hin zu einem immer höheren Gebäralter der Frauen (s. u.) die berichtsjahrbezogene Geburtenrate unterschätzt. Endet dieser Anstieg, ist rein rechnerisch auch ein gewisser Anstieg der Geburtenrate zu erwarten.

2 Vgl. hierzu auch: Cornelius, Ivar: »Haben Ausländerinnen in Baden-Württemberg weniger Kinder als deutsche Frauen?«, in: »Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 9/2008«

3 Aufgrund von Änderungen des Bevölkerungsstatistikgesetzes sind erstmals für das Berichtsjahr 2008 auch Aussagen darüber möglich, in welchem Alter nicht nur verheiratete, sondern auch nicht verheiratete Frauen ihr 1. Kind zur Welt gebracht haben: Nicht verheiratete Frauen wurden 2008 im Schnitt mit 28,1 Jahren zum 1. Mal Mutter, verheiratete exakt mit 30 Jahren.

4 Ergebnisse zur exakten Zahl der Geburten nach dem Alter der Mutter sind erst seit dem Berichtsjahr 2000 verfügbar. Um dennoch einen längerfristigen Vergleich zu ermöglichen, wurde das jeweilige Alter einer Mutter als Differenz zwischen Geburts- und Berichtsjahr ermittelt. Das heißt, es wurde beispielsweise unterstellt, dass eine Mutter mit dem Geburtsjahrgang 1980, die 2008 ein Kind zur Welt gebracht hat, bei der Geburt des Kindes 28 Jahre alt war.

5 Würde für die Geburtsjahrgänge 1965, 1970 und 1975 die bei den höheren Altersjahren noch fehlenden altersspezifische Geburtenraten durch die Werte des Berichtsjahres 2008 ergänzt, so ergäbe sich eine fast identische Geburtenrate (1965: 1,54; 1970: 1,52; 1975: 1,53).

6 Zu den Annahmen und Ergebnissen der aktuellen Bevölkerungsvorausrechnung vgl. Brachat-Schwarz, Werner: »Neue Bevölkerungsvorausrechnung für Baden-Württemberg bis 2060«, in: »Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 2/2010«

7 Vgl. hierzu Lipinski, Heike/Stutzer, Erich: »Wollen die Deutschen keine Kinder?«, in: »Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 6/2004«

8 Vgl. hierzu beispielsweise die Ergebnisse der Fachtagung »Wie wird Deutschland familienfreundlich?« am 24./25. November 2009 in Stuttgart.

9 Diese Geburtenrate von 1,51 entspräche damit der höchsten Geburtenhäufigkeit in den letzten 3 Jahrzehnten und zwar der von 1980.

infopunkt

Hinweis zum Staatsangehörigkeitsrecht

Die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten seit dem 1. Januar 2000 auch Kinder von Ausländern und Ausländerinnen,

  • die sich seit 8 Jahren rechtmäßig und gewöhnlich in Deutschland aufhalten und eine Niederlassungserlaubnis oder eine Aufenthaltserlaubnis-EU besitzen
  • oder freizügigkeitsberechtigter Unionsbürger bzw. gleichgestellter Staatsangehöriger eines EWR-Staates (Island, Liechtenstein, Norwegen)
  • oder freizügigkeitsberechtigter Schweizer sind.

Besitzt das Kind in diesem Fall mehrere Staatsangehörigkeiten, muss es sich nach Erreichen der Volljährigkeit bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres entscheiden, ob es die deutsche oder die ausländische Staatsangehörigkeit beibehalten will.

Querschnitts- versus Längsschnittsanalyse

In der Bevölkerungsstatistik wird zur Darstellung und Analyse von Entwicklungen die Querschnitts- und die Längsschnittsanalyse unterschieden. Bei der üblichen Querschnittsbetrachtung werden die Häufigkeiten aus den Daten eines oder mehrerer Berichtsjahre ermittelt. Wird beispielsweise die durchschnittliche Kinderzahl je Frau für 2008 durch Addition der altersspezifischen Geburtenraten für die Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren berechnet, so ergibt sich diese Kennziffer aus den Geburtenraten von Frauen unterschiedlicher Geburtsjahrgänge.

Bei der Längsschnittsanalyse werden dagegen die altersspezifischen Geburtenraten für einen bestimmten Geburtsjahrgang von Frauen ermittelt; durch Addition dieser alterspezifischen Geburtenraten erhält man die endgültige Kinderzahl. Das bedeutet aber, dass Längsschnittsanalysen nur für sehr weit zurückliegende Geburtsjahrgänge möglich sind. Denn entsprechende Berechnungen sind zum Beispiel für den Geburtsjahrgang 1980 gar nicht möglich, da diese Frauen heute erst 29 bzw. 30 Jahre alt sind und sich damit immer noch im gebärfähigen Alter befinden. Aus diesem Grund werden kurzfristige und aktuelle Analysen überwiegend in Form einer Querschnittsanalyse erstellt.1

1 Vgl. ausführlicher Gröner, Gerhard: Zur Geburtenhäufigkeit ausgewählter Frauenjahrgänge, in: Baden-Württemberg in Wort und Zahl, Heft 3/93, S. 82 f.


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2010 | ^