2010-5

Zur Treffsicherheit von Bevölkerungs­vorausrechnungen – Spekulationen oder abgesicherte Informationen?

Ivar Cornelius

PDF-Version des kompletten Aufsatzes mit Tabellen, Grafiken und Schaubildern (48,2 KB)

Mit der Vorlage einer neuen, aktualisierten Bevölkerungsvorausrechnung erhebt sich in aller Regel die Frage nach der Treffsicherheit dieser Vorausrechnungen. Die Beantwortung dieser Frage muss immer vor dem Hintergrund der Möglichkeiten und Grenzen von demografischen Vorausrechnungen erfolgen: Sie können keine »Vorhersagen« sein, liefern aber wesentliche Orientierungspunkte über künftige Entwicklungen von Zahl und Altersstruktur der Bevölkerung. Die Ergebnisse der beiden Bevölkerungsvorausrechnungen von 1989 und 1996 für Baden-Württemberg zeigen heute, dass die entscheidende Komponente des demografischen Wandels – die Verschiebungen in der Altersstruktur – bereits damals mit guter »Treffsicherheit« vorausgerechnet wurde.

Langjährige Erfahrungen mit Bevölkerungsvorausrechnungen | ^

Das Interesse an Fragen zur künftigen Bevölkerungsentwicklung hat in Baden-Württemberg eine langjährige Tradition. Erste dokumentierte Vorausrechnungen stammen aus dem Jahr 1948 für das damalige Land Württemberg-Baden.1 Nach einer längeren Pause begann die systematische Befassung mit Bevölkerungsvorausrechnungen in der zweiten Hälfte der 60er-Jahre. So beteiligte sich Baden-Württemberg bereits an der ersten von den statistischen Ämtern des Bundes und der Länder koordiniert durchgeführten Bevölkerungsvorausrechnung für die damalige Bundesrepublik und die Bundesländer (Veröffentlichung im Juni 1968). In den folgenden Jahren wurden für das Land weitere Vorausrechnungen zur künftigen Entwicklung der Bevölkerung insgesamt und der Erwerbsbevölkerung (Erwerbspersonenvorausrechnung) erstellt.

Eine erste Regionalisierung der Vorausrechnungen für die 4 Regierungsbezirke des Landes erfolgte durch eine Bevölkerungs- und Erwerbspersonenvorausrechnung, die im Januar 1970 veröffentlicht wurde. Mit der zum 1. Januar 1973 in Kraft getretenen Gebietsreform im Lande verstärkte sich das Interesse an den Entwicklungen unterhalb der Landesebene. Daher erstellte das Statistische Landesamt 1971/72 aufwändige Vorausrechnungen zur Entwicklung der Bevölkerung und der Erwerbspersonen für die neuen 44 Stadt- und Landkreise.2 Der Vorausrechnungszeitraum erstreckte sich bis zum Jahr 1990. Eine weitere Intensivierung der regionalisierten Bevölkerungsvorausrechnungen begann mit den 1992 veröffentlichten Ergebnissen für die Stadt- und Landkreise sowie für die Städte mit 20 000 und mehr Einwohnern.3

Seit Ende der 90er-Jahre werden regelmäßig im Zusammenhang mit den landesbezogenen Bevölkerungsvorausrechnungen auch kleinräumige Rechnungen durchgeführt. Die auf dem Ausgangsbestand der Bevölkerung zum 31. Dezember 2005 und 31. Dezember 2008 basierenden Vorausrechnungen (letztere wurden im Februar 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt) stellen über die Landes- und Kreisergebnisse hinaus auch Informationen über die künftige Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden mit 5 000 und mehr Einwohnern bereit. Zudem sind hier aus einer Rechenvariante, die sich nur auf die künftige Entwicklung von Geburten und Sterbefällen stützt, Ergebnisse für alle Gemeinden des Landes verfügbar.4

Treffsicherheit und Zweck der Bevölkerungsvorausrechnungen | ^

Niemand weiß heute, im Mai 2010, wie viele Einwohner Baden-Württemberg genau im Dezember 2010, geschweige denn im Jahre 2030 oder 2060 haben wird. Gleichwohl ist heute bereits absehbar, welchen Einwohnerstand und welche Altersstruktur das Land in Zukunft haben wird, wenn man davon ausgeht, dass das Geburtenniveau auch in Zukunft niedrig bleibt, die Lebenserwartung weiter steigt und Jahr für Jahr mehr Menschen ins Land zuwandern als fortziehen. Diese Sichtweise stellt den Kern von Bevölkerungsvorausrechnungen dar. Sie können also nur Gültigkeit unter den ihnen zugrunde gelegten Annahmen beanspruchen. Daher dürfen sie nicht als vermeintliche »punktgenaue Vorhersagen« missverstanden werden.

Der Zweck dieser Vorausrechnungen besteht in erster Linie darin, Orientierungspunkte über mögliche, auf heutigen Erkenntnissen beruhenden Entwicklungen von Zahl und Struktur der Bevölkerung zu liefern. In diesem Rahmen stellen sie eine wesentliche Grundlage zum Beispiel für Planungen von Kinderbetreuungseinrichtungen und im gesamten Bildungsbereich dar, für Einschätzungen zum künftigen Erwerbspersonenpotenzial sowie für die Renten-, Gesundheits- und Sozialpolitik (hier besonders auch für ältere Menschen).

Über ihre rein analytische Funktion hinaus können die Vorausrechnungsergebnisse auch schon heute möglichen Handlungsbedarf in den verschiedenen Bereichen von Gesellschaft und Politik signalisieren. Darauf hinzuweisen ist deshalb von hohem Belang, weil die Auswirkungen der demografischen Entwicklung in den verschiedenen gesellschaftspolitischen Handlungsfeldern häufig erst allmählich sicht- und spürbar werden. In diesem Moment sind jedoch die zugrunde liegenden demografischen Vorgänge nicht mehr kurzfristig aufzuhalten oder umzukehren, weil es sich hier um langfristig wirksame Prozesse handelt. Deshalb ist auch für die heutigen Planungs- und Gestaltungsaufgaben unerlässlich, sich rechtzeitig auf die sich abzeichnenden Veränderungen einzustellen – auch wenn das Jahr 2030 und gar 2060 in weiter Ferne liegt.

Tatsächliche und voraus gerechnete Einwohnerzahlen | ^

Die Möglichkeiten und Grenzen von Bevölkerungsvorausrechnungen stellen zugleich den Bewertungsrahmen dar, wenn es um ihre Treffsicherheit geht.5 Als Zielgröße, an der die Treffsicherheit gemessen werden kann, kommt der Entwicklung der Altersstruktur deutlich größere Bedeutung zu, als der Entwicklung der Einwohnerzahl. Denn es sind die Verschiebungen in der Altersgliederung der Bevölkerung, die in den einzelnen Gesellschaftsbereichen ihre besonderen Auswirkungen entfalten. Gleichwohl gilt der erste Blick auf die Vorausrechnungsergebnisse in aller Regel der Bevölkerungszahl.

Aus Schaubild 1 wird die Abweichung der voraus gerechneten Gesamtbevölkerungszahlen im Vergleich zur tatsächlichen Einwohnerentwicklung in Baden-Württemberg erkennbar. Diese Abweichungen lagen jeweils bis zum Jahr der Vorlage einer aktualisierten Vorausrechnung im Bereich von – 1,9 % und + 1,2 %. Dabei ergaben die Vorausrechnungen, die in der Zeit der rasanten Bevölkerungszuwächse zwischen 1988 und Ende 1991 durchgeführt wurden, stets etwas niedrigere Einwohnerzahlen, als sie tatsächlich eintraten. Die folgenden Vorausrechnungen schrieben mit Blick auf ihre relativ hohen Annahmen zum Wanderungsgewinn die Erfahrungen der Vorjahre fort, trafen in der Realität jedoch auf abgeschwächte Wanderungsströme nach Baden-Württemberg. Daher lagen die voraus gerechneten Bevölkerungszahlen Mitte der 90er-Jahre etwas höher als die tatsächlichen. Die bisher geringsten Abweichungen lieferte die Bevölkerungsvorausrechnung auf der Basis 31. Dezember 2005.

Die Abweichungen zwischen tatsächlicher und vorausgerechneter Entwicklung der Bevölkerungszahl sind in keiner Weise ein Beleg dafür, dass »man sich verrechnet« hat. Hier kommt vielmehr zum Ausdruck, dass sich während des Vorausrechnungszeitraums Rahmenbedingungen, die als Annahmen in die Rechnungen eingegangen sind, geändert haben – möglicherweise auch bedingt durch unmittelbare oder mittelbare Wirkungen von politischen Steuerungsmaßnahmen. Dieser Umstand ist zugleich der Anlass, demografische Vorausrechnungen regelmäßig zu aktualisieren und an neue Gegebenheiten anzupassen. Daher stellen die jeweils aktualisierten Vorausrechnungen auch keine Korrektur einer zuvor fehlerhaften Rechnung dar.

Zuverlässigere Einsichten in die künftige Entwicklung der Altersgruppen | ^

Die letzte Bevölkerungsvorausrechnung für Baden-Württemberg (und seine Stadt- und Landkreise) vor der Wiedervereinigung Deutschlands wurde im Jahre 1989 auf Basis der bis 1988 vorliegenden Ist-Daten durchgeführt. Über die im Zuge der politischen Veränderungen in Deutschland und Osteuropa während der nachfolgenden Jahre eingetretenen Wanderungsströme lagen seinerzeit keine verlässlichen Informationen vor. Es konnten nur ansatzweise für die ersten beiden Vorausrechnungsjahre relativ hohe Nettozuwanderungen eingerechnet werden.6 Statt der zwischen 1989 und 2005 tatsächlich erreichten Wanderungsgewinne von zusammen fast 1,1 Mill. Menschen lag der Vorausrechnung eine Annahme von etwa 538 000 Nettozuwanderungen zu Grunde. Die zum Jahresende 2005 voraus gerechnete Einwohnerzahl lag mit rund 9,9 Mill. etwa um 800 000 Personen niedriger als der tatsächliche Bevölkerungsstand (10,7 Mill.).

Deutlich »treffsicherer« fiel jedoch die Vorausrechnung der Entwicklung der einzelnen Altersgruppen aus (Tabelle 1). Von den hier zugrunde gelegten 18 Altersgruppen (5-Jahresabstände bis zum Alter 85 und mehr Jahre) wurde für 16 die Entwicklungsrichtung (Zu- oder Abnahme der Besetzungszahlen) zutreffend vorausgerechnet. Lediglich bei den 15- bis unter 20-Jährigen und den 50- bis unter 55-Jährigen ergaben sich Unterschiede. Während die Vorausrechnung seinerzeit von sinkenden Zahlen ausging, trat tatsächlich eine Zunahme ein.

Häufigere Abweichungen zwischen Ist- und Vorausrechnungswerten finden sich – das ist aufgrund von Methode und Zweckbestimmung der Vorausrechnungen unvermeidbar – im Ausmaß der Veränderungen in den Besetzungsstärken der Altersgruppen. So verzeichneten 6 Altersgruppen (die unter 5-Jährigen, der Altersbereich der 20- bis unter 35-Jährigen und der 80-Jährigen und Älteren) Abweichungen zwischen beiden Werten von 10 % bis 27 %. In diesen Fällen lagen die Vorausrechnungsergebnisse niedriger als das Ist-Ergebnis zum 31. Dezember 2005. Bei den übrigen Altersgruppen bewegten sich die meisten Abweichungen (»Unterschätzungen«) im Bereich von knapp – 4 % bis – 6 %.

Aus heutiger Sicht betrachtet, beruhen die Abweichungen bei den genannten jüngeren Altersgruppen auf den 1989 nicht absehbaren enormen Zuwanderungsströmen nach Baden-Württemberg während der 90er-Jahre. Demgegenüber dürfte die »Unterschätzung« der 80-Jährigen und Älteren im Wesentlichen auf die Annahme einer nicht weiter sinkenden Sterblichkeit zurückzuführen sein. Tatsächlich hat sich die Lebenserwartung beispielsweise 60-jähriger Männer und Frauen seit Ende der 80er-Jahre um 2 ½ bis fast 3 Jahre erhöht.

Dennoch zeigt der statistische Korrelationsquotient (r = 0,93), dass der Zusammenhang zwischen der 17 Jahre zuvor vorausgerechneten Entwicklung der 18 Altersgruppen und den zum Jahresende 2005 tatsächlich eingetretenen Besetzungszahlen sehr hoch ist.

Bevölkerungsanteile der Altersgruppen | ^

Im Statistischen Jahrbuch 1983 für die Bundesrepublik Deutschland finden sich Ergebnisse einer seinerzeit aktuellen Bevölkerungsvorausrechnung, die den Bevölkerungsanteil der 60-Jährigen und Älteren zum Jahresbeginn 2000 auf 22,1 % beziffert. Der tatsächlich eingetretene Wert belief sich auf 23,0 %. Für die letzte Bevölkerungsvorausrechnung in Baden-Württemberg vor der Wiedervereinigung ergeben sich mit Blick auf die Altersstruktur – die Bevölkerungsanteile einzelner Altersgruppen – für das Jahr 2005 sogar noch enger zusammen liegende Ergebnisse von vorausgerechneten und Ist-Werten (Schaubild 2). Die prozentualen Anteile der 18 Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung unterscheiden sich im 17. Jahr der Vorausrechnung (2005) um 0,1 bis 0,7 Prozentpunkte; dabei befinden sich die meisten Abweichungen im Bereich von 0,1 bis 0,4 Prozentpunkten. Rückblickend ist somit festzustellen, dass diese vor rund 2 Jahrzehnten erstellte Bevölkerungsvorausrechnung ihren Zweck schon damals voll und ganz erfüllt hat.

Bevölkerungsvorausrechnung nach der Wiedervereinigung | ^

Die 1996 erarbeitete und 1997 veröffentlichte Bevölkerungsvorausrechnung für Baden-Württemberg (Basis 31. Dezember 2005) konnte auf etwas längere Erfahrungen mit dem turbulenten Wanderungsgeschehen in der Folge der Wiedervereinigung Deutschlands, des Zerfalls des früheren Jugoslawien und der Spätaussiedlerzuströme zurückgreifen. Die unter dem Eindruck sehr starker Wanderungsgewinne getroffenen Annahmen lagen für den Zeitraum von Anfang 1996 bis Ende 2008 mit zusammen rund 465 000 Personen deutlich über den tatsächlich eingetretenen Wanderungsgewinnen von etwa 349 000 Personen. Demgegenüber wies die vorausgerechnete Bilanz aus Geburten und Sterbefällen viel früher und in deutlich stärkerem Maße als tatsächlich eingetreten einen Sterbefallüberschuss auf. Dadurch lag die für das Jahresende 2008 vorausgerechnete Einwohnerzahl mit knapp 10,7 Mill. nur um gut 50 000 Personen (0,5 %) unter der tatsächlichen Einwohnerzahl.7

Mit Blick auf die Vorausrechnung der Entwicklungsrichtung der 18 Altersgruppen ergibt sich wiederum, dass gemessen zum Jahresende 2008 nur zweimal – bei den 20- bis unter 25-Jährigen und den 60- bis unter 65-Jährigen – Unterschiede zwischen Vorausrechnung und Ist-Werten auftraten (Tabelle 2). Bei allen übrigen Altergruppen stimmten beide Werte in der Entwicklungsrichtung überein. Im Ausmaß der Veränderung der Altersgruppenstärke lagen Vorausrechnungs- und Ist-Werte Ende 2008 erwartungsgemäß deutlich näher zusammen als bei der Bevölkerungsvorausrechnung von 1988/89. Die größte Abweichung findet sich bei den 85-Jährigen und Älteren, die vorausgerechnet knapp 8 % niedriger lagen als tatsächlich eingetreten. Am geringsten fiel der Unterschied bei den 55- bis unter 60-Jährigen mit einer Abweichung zwischen beiden Werten von 0,2 % aus.

Auch hier zeigt der statistische Korrelationsquotient (r = 0,96), dass der Zusammenhang zwischen den zum Jahresende 2008 tatsächlich eingetretenen Besetzungszahlen in den 18 Altersgruppen und den Ergebnissen der 13 Jahre zuvor erstellten Bevölkerungsvorausrechnung sehr hoch ist.

Schlussfolgerungen für künftige Bevölkerungsvorausrechnungen | ^

Mit jeder neuen Aktualisierung einer Bevölkerungsvorausrechnung und ihrer Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen stellt sich unausweichlich die Frage nach der Annahmensetzung zur künftigen Entwicklung von Geburten, Sterbefällen und Wanderungsströmen – dies nicht nur der Tendenz nach, sondern vor allem in ihrer zahlenmäßigen Umsetzung. Erfahrungswerte aus der Analyse zur vergangenen Bevölkerungsentwicklung, differenziert nach ihren einzelnen Komponenten, sind dabei eine unabdingbare Grundlage. Weitere Erfahrungen aus vorangegangenen Vorausrechnungen, etwa über die Auswirkung unterschiedlicher hoher Annahmensetzungen auf die vorausgerechnete Einwohnerzahl und Altersstruktur, sind notwendig und hilfreich. Jedoch auch sie schützen nicht vor »Fehleinschätzungen«. Das betrifft besonders die Wanderungsbewegungen, die häufig auch kurzfristig deutlichen Schwankungen unterliegen, die weniger demografisch zu erklären sind als vielmehr durch ihren Zusammenhang mit wirtschaftlichen oder politischen Rahmenbedingungen. Dennoch zeigt sich, dass Bevölkerungsvorausrechnungen, die abrupte und/oder stark zu Buche schlagende Entwicklungen nicht »auf der Rechnung« hatten, deshalb nicht ihren Wert verlieren.

Die Bevölkerungsvorausrechnungen der amtlichen Statistik erweisen sich nicht als reine Spekulationen für die Zukunft. Ihre Ergebnisse können jedoch nur vor dem Hintergrund des Zweckes dieser Rechnungen sowie ihrer Möglichkeiten und Grenzen bewertet werden. Dabei gilt auch: Die 70-jährigen Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger des Jahres 2030 leben bereits heute – wahrscheinlich nicht alle schon jetzt im Lande, manche werden im Laufe der Zeit noch zuwandern: aber das herauszufinden, obliegt einer neuen Bevölkerungsvorausrechnung.

1 Vgl. Griesmeier, Josef: Vorausberechnung der Bevölkerung von Württemberg-Baden von 1948 bis 1975, in: Statistische Monatshefte Württemberg-Baden 8/9, 1948, S. 206–211.

2 Vgl. Gröner, Gerhard: Regionale Bevölkerungs- und Erwerbspersonenvorausschätzungen, in: Baden-Württemberg in Wort und Zahl, Heft 9, 1972, S. 277–280; Statistischer Bericht A I 8, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit: Voraussichtliche Entwicklung der Bevölkerung und der Erwerbspersonen in den Stadt- und Landkreisen bis 1990.

3 Statistik von Baden-Württemberg, Kleinräumige Bevölkerungsvorausrechnung bis 2005, Band 483, 1992.

4 Diese sogenannte »natürliche Vorausrechnung« berücksichtigt keine Wanderungsbewegungen, die für kleine Gemeinden nochmals schwieriger einzuschätzen sind als für größere.

5 Eine ausführliche Behandlung dieser Thematik mit besonderem Schwerpunkt auf regionalisierten Vorausrechnungen findet sich bei Brachat-Schwarz, Werner/Walla, Wolfgang: »Zur »Treffsicherheit« von Prognosen – oder: Was können Vorausrechnungen leisten?«, in: »Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 7/2008«.

6 Die Annahmen der Vorausrechnung gingen von einer konstanten Geburtenhäufigkeit von rund 1,48 Kindern je Frau, einer konstanten Lebenserwartung und einem Wanderungsgewinn von durchschnittlich 32 000 Personen pro Jahr bis zum Jahr 2005 aus.

7 Hier zeigt sich ein nicht seltenes Phänomen von Vorausrechnungen, in die mehrere Rechenkomponenten eingehen: Ein relativ »treffsicheres« Ergebnis beruht per saldo auf gegenläufig unzutreffend eingeschätzten Entwicklungen.


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2010 | ^