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Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt eines Kindes ist seit Ende der 70er-Jahre stetig angestiegen: 1978 lag dieses Durchschnittsalter in Baden-Württemberg noch bei 27 Jahren, 2009 bereits bei 31 Jahren. Noch deutlicher wird dieser Trend zur »späten Mutterschaft«, wenn der Anteil der Geburten von Frauen, die im Alter von 35 und mehr Jahren (noch) ein Kind geboren haben, an allen Geburten herangezogen wird: Allein seit Anfang dieses Jahrzehnts hat sich dieser Anteil von gut 17 % auf knapp 24 % erhöht. Aufgrund der Entwicklung in den letzten Jahren zeichnet sich allerdings ab, dass der Anteil »später Mütter« in Zukunft kaum weiter ansteigen dürfte.

Innerhalb des Landes gibt es deutliche Unterschiede bezüglich des Anteils der Neugeborenen von Frauen im Alter von 35 und mehr Jahren an allen Geburten. Am höchsten war der Anteil »später Mütter« 2009 in den universitär geprägten Kreisen Heidelberg und Tübingen mit 30 bzw. 28 % sowie in Baden-Baden und in Stuttgart (jeweils 28 %). Dagegen lag dieser Anteil insbesondere in den Stadtkreisen Pforzheim und Heilbronn sowie in den eher ländlich strukturierten Landkreisen Tuttlingen, Schwarzwald-Baar- und Neckar-Odenwald-Kreis erheblich niedriger. In diesen Kreisen wurde nicht einmal jedes fünfte Kind von einer 35-jährigen oder älteren Frau zur Welt gebracht. In allen 44 Stadt- und Landkreisen hat sich der Anteil Spätgebärender gegenüber dem Jahr 2000 erhöht – am stärksten im Bodenseekreis (+10 Prozentpunkte) sowie im Landkreis Esslingen und im Alb-Donau-Kreis (jeweils +9 Prozentpunkte). Am schwächsten war der Anstieg im Stadtkreis Pforzheim (+0,4 Prozentpunkte), dem Kreis mit dem heute geringsten Anteil Spätgebärender.
Die Hauptursache für den Trend zur »späten Mutterschaft« wird in der zunehmenden Erwerbsbeteiligung und Ausbildungsdauer von Frauen gesehen, wodurch die Familiengründung immer mehr nach hinten verschoben wird. Dieser Trend wird insbesondere mit dem Familiengründungsmuster hoch qualifizierter Frauen in Zusammenhang gebracht. Tatsächlich zeigt sich, dass dort, wo es viele Akademikerinnen gibt, die Mütter bei der Geburt ihrer Kinder tendenziell älter sind.
© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2010 | ^