Volkswirtschaft, Branchen (URS), Konjunktur, Preise – Erläuterungen

Preise und Verbrauch, Preisindex

Rechtsgrundlagen, Erläuterungen | ^

Die Preisstatistik weist die Entwicklung der Preise für Waren und Leistungen in bestimmten Bereichen von Erzeugung und Handel nach. Die Waren und Leistungen werden auf repräsentativer Grundlage nach Arten, Qualitäten, Handelsstufen und Abnahmemengen beschrieben und die erzielten Preise zu Durchschnitten zusammengefasst.

Messziffernreihen bilden das Verhältnis des aktuellen Preises zu dem zugrunde liegenden Basispreis ab und weisen dadurch die Preisentwicklung nach. Entsprechend ihrer Bedeutung an den Gesamtausgaben gehen die einzelnen Waren und Dienstleistungen mit unterschiedli-cher Gewichtung - als Wägungsschema bezeichnet - in die Indexberechnung ein. Die Wägungsschemata beziehen sich auf ein bestimmtes Basisjahr und werden in der Regel alle 5 Jahre revidiert.

Der Verbraucherpreisindex (entspricht dem früheren Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte) misst die durchschnittliche Preisveränderung aller Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Er ist ein Indikator zur Beurteilung der Geldwertstabilität, dient der Wertsicherung von Forderungen, bildet die Grundlage für die Deflationierung von Wertgrößen in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und stellt eine wichtige Orientierungsgröße bei Tarifverhandlungen dar. Seit Februar 2008 erfolgt die Berechnung des Verbraucherpreisindex auf der Basis eines neuen Warenkorbes und des dazugehörigen Wägungsschemas mit Bezug zum Jahr 2005 = 100.
Folgende Preisindizes werden ab diesem Zeitpunkt nicht mehr berechnet und veröffentlicht: Preisindizes für die Lebenshaltung für bestimmte Haushaltstypen wie den 4-Personen-Haushalt von Arbeitern und Angestellten mit mittlerem Einkommen, die Preisindizes für die Lebenshaltung früherer Basisjahre; der Verbraucherpreisindex wird nur noch für das jeweils aktuelle Basisjahr, die sogenannte Originalbasis, ausgewiesen. Zur Zeit ist das die Basis 2005 = 100.

Laufende Wirtschaftsrechnungen Haushaltstyp 2: 4-Personen-Arbeitnehmerhaushalte mit mittlerem Einkommen der Bezugsperson.

Es handelt sich um Ehepaare mit zwei Kindern, darunter mindestens einem Kind unter 15 Jahren. Die Bezugsperson soll als Angestellter oder Arbeiter tätig und alleiniger Einkommensbezieher sein. Ihr monatliches Bruttoarbeitseinkommen sollte 1998 zwischen 1.994 EUR und 3.017 EUR liegen. Bei der erstmaligen Bestimmung der Einkommensgrenzen im Jahre 1964 wurde von einem Wert ausgegangen, der ungefähr dem durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst eines männlichen Arbeiters bzw. eines männlichen Angestellten entsprach. Die Einkommensgrenzen werden seitdem entsprechend der Lohn- und Gehaltsentwicklung fortgeschrieben.

In diesem Haushaltstyp sollen zusätzliche Einkünfte (z.B. Kindergeld, Zinsen, Mietwert von Eigentümerwohnungen) nicht mehr als 40% des genannten Haupteinkommens übersteigen.

Die als "Privater Verbrauch" nachgewiesenen Beträge beziehen sich auf die Marktentnahme der beobachteten Haushalte. Sie umfassen die Käufe von Waren und Dienstleistungen für den Eigenverbrauch und für Geschenke an Dritte sowie die unterstellten Käufe, das heißt die zu Einzelhandelspreisen bewerteten Deputate, und den Mietwert der Eigentümerwohnung. Nicht enthalten sind Menge und Wert der Sachgeschenke von Dritten und der Sachzugänge aus der Eigenbewirtschaftung.

Ab den Jahren 1965 und 1986 wurde die bei der Gliederung der Angaben verwendete Systematik aktualisiert und in einigen Zuordnungen modifiziert. Daher sind die Zeitreihen in den betroffenen Ausgabengruppen nur bedingt vergleichbar.

Indexzahlen

Die Methodik des Rechnens mit Mess- und Indexzahlen ist gleichermaßen für die Preisindizes der Lebenshaltung sowie die Baupreisindizes u. ä. anwendbar. Es genügt deshalb, die Messung von Indexveränderungen in Punkten und in Prozent anhand von Anwendungsbeispielen aus dem Bereich der Indizes für die Lebenshaltung zu erklären.

Indexveränderungen in Prozent
Die Indexentwicklung in Prozent wird nach folgender Formel berechnet:
(Neuer Indexstand / Alter Indexstand) x 100 - 100.
Das Ergebnis ist von der Wahl des Basisjahres unabhängig, wenn von geringfügigen Rundungsdifferenzen abgesehen wird.

Verbraucherpreisindex / Preisindizes für die Lebenshaltung

Die Gliederung des Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte erfolgte bis 1994 nach der "Systematik der Einnahmen und Ausgaben der privaten Haushalte", die ab dem Basisjahr 1980 verwendet wurde. Ab 1995 werden Ergebnisse nach einer internationalen harmonisierten Klassifikation nachgewiesen, der "Classification of Individual Consumption by Purpose" in einer für Zwecke der Berechnung von Verbraucherindizes leicht modifizierten Form (COICOP-VPI). Auch die Ergebnisse ab 1991 werden entsprechend dieser Klassifikation dargestellt. Dies bedeutet keine Neuberechnung dieser Zahlen, sondern nur eine neue Zusammenfassung der einzelnen Preisreihen entsprechend dieser Gliederung.

Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen im Budget der privaten Haushalte zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Hierzu wird eine Verbrauchsstruktur auf der Grundlage der Ausgaben der privaten Haushalte für die Käufe von Waren und Dienstleistungen bestimmt. Die Ausgaben der privaten Haushalte für Waren und Dienstleistungen werden auf Stichprobenbasis in regelmäßigen Haushaltsbefragungen ermittelt.

Preisindex für Lebenshaltung aller privaten Haushalte

Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen im Budget der privaten Haushalte zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Hierzu wird eine Verbrauchsstruktur auf der Grundlage der Ausgaben der privaten Haushalte für die Käufe von Waren und Dienstleistungen bestimmt. Die Ausgaben der privaten Haushalte für Waren und Dienstleistungen werden auf Stichprobenbasis in regelmäßigen Haushaltsbefragungen ermittelt.

Preisindex für die Lebenshaltung der Haushalte von Arbeitern und Angestellten mit mittlerem Einkommen

(Dieser Index wird seit dem Jahr 2003 nicht mehr berechnet.)

Dieser Haushaltstyp besteht aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern, darunter mindestens einem Kind unter 15 Jahren. Für das Basisjahr 1995 wurde ein monatliches Haushaltsbruttoeinkommen zwischen 1.917 EUR - 2.914 EUR zugrunde gelegt.

Zeichenerklärung | ^

0
weniger als die Hälfte von 1 in der letzten besetzten Stelle, jedoch mehr als nichts
nichts vorhanden (genau Null)
·
Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten
x
Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll
Angabe fällt später an
/
Zahlenwert nicht sicher genug
()
Aussagewert eingeschränkt
p
vorläufige Zahl
r
berichtigte Zahl
s
geschätzte Zahl
D
Durchschnitt (arithmetisches Mittel)

© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2010 | ^