Landesbibliographie Baden-Württemberg online

Geschichte

Die Landesbibliographie von Baden-Württemberg ist eine der großen Regionalbibliographien Deutschlands. Obwohl erst im Jahre 1973 entstanden, kann sie auf eine lange Tradition zurückblicken. Erste Literaturverzeichnisse für die Territorien im deutschen Südwesten gab es ab dem 17. Jahrhundert. Eine Bibliographie mit Literatur zum Herzogtum Württemberg wurde erstmals von Johann Jakob Moser 1729 zusammengestellt. Fortlaufende Verzeichnisse erschienen ab 1819 mit den regelmäßig erscheinenden Württembergischen Jahrbüchern und seit 1878 mit den Württembergischen Vierteljahresheften für Landesgeschichte.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Wilhelm Heyd von der Württembergischen Kommission für Landesgeschichte (1891-1954) mit der Erstellung einer selbstständig erscheinenden Bibliographie der württembergische Geschichte beauftragt, die von 1895 bis 1974 in 11 Bänden erschien und die Literatur von den Anfängen bis zum Jahre 1972 verzeichnet.

Die Bibliographie der badischen Geschichte, mit deren Erstellung 1915 Friedrich Lautenschlager von der Badischen Historischen Kommission (1883-1941) beauftragt wurde, erschien erstmals im Jahr 1929, das Register als Band 9 im Jahr 1984.

Die Bibliographie der Hohenzollerischen Geschichte wurde von Rudolf Seigel und Walter Bernhardt bearbeitet und von der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg 1975 herausgegeben.

Die Gebiets- und Kreisreform in Baden-Württemberg 1973 gab schließlich den Anlass, die bis dahin getrennt voneinander bestehenden Bibliographien zur badischen und württembergischen Geschichte zusammenzuführen. Seither erfolgt die Erstellung der Landesbibliographie von Baden-Württemberg als Dienstaufgabe an der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart (WLB) und der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe (BLB). Beide Landesbibliotheken nehmen für das Bundesland Baden-Württemberg das regionale Pflichtexemplarrecht wahr und beschaffen gemeinsam die auf Baden-Württemberg bezogene Literatur. Dieses Regionalschrifttum wird in Zusammenarbeit mit der 1954 gegründeten Kommission für geschichtliche Landeskunde (KgL) und dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg als technischem Partner verzeichnet. Die KgL unterstützt die Landesbibliotheken bei der Erstellung der Bibliographie, fungierte als Herausgeber und übernahm die Drucklegung der Bände der Landesbibliographie von Baden-Württemberg. Die Württembergische Landesbibliothek übernimmt als Zentralredaktion übergreifende Auswertungs-, Redaktions- und Projektaufgaben und ist für die Konzeption und Weiterentwicklung der technischen Plattform verantwortlich.

Die Landesbibliographie, die seit 1986 elektronisch in einer Datenbank als Teil des Landesinformationssystems beim Statistischen Landesamt bereitgestellt wird, steht seit 1999 auch als Online-Datenbank im Internet frei zur Verfügung. Der letzte gedruckte Band 21 (Berichtsjahr 2000) erschien 2004. Danach wurde die Bibliographie ausschließlich online mit allen Vorteilen einer Datenbankrecherche angeboten. Die Datenbank bietet somit Zugriff auf den aktuellen Datenbestand und ist jederzeit weltweit für jedermann kostenlos zugänglich.

In einem Konversionsprojekt wurden, mitfinanziert von der Kommission für geschichtliche Landeskunde, insgesamt 72.884 Titel aus den Bänden 1 bis 6 (1973 bis 1985) der Landesbibliographie von Baden-Württemberg in die Online-Datenbank nachgetragen.