:: 210/2018

Pressemitteilung 210/2018

Stuttgart,

In Baden-Württemberg sind MINT-Fächer ein Schwerpunkt der Ausbildung an Hochschulen und Fachschulen

Relativ junge Lehrerschaft an baden-württembergischen Schulen – »Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2018« erschienen

Der heute erschienene Tabellenband »Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich« präsentiert seit 2006 jährlich ausgewählte Bildungsindikatoren auf Ebene der Bundesländer und stellt sie in einem internationalen Vergleich dar. Die aktuelle Ausgabe dieser Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder ergänzt die gestern vorgestellte OECD-Veröffentlichung »Bildung auf einen Blick 2018«.

Knapp 44 % haben eine Ausbildung im MINT-Bereich begonnen

MINT-Fächer1 sind traditionell ein Schwerpunkt der Bildungseinrichtungen des Tertiärbereichs2 in Baden-Württemberg. Im Jahr 2016 hatten die zum MINT-Bereich zählenden Fächergruppen »Naturwissenschaften, Mathematik und Statistik«, »Informatik und Kommunikationstechnologie« sowie »Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe« in Baden-Württemberg einen Anteil von 43,6 % an denjenigen, die erstmals einen Ausbildungsgang im Tertiärbereich begonnen hatten. Dies war bundesweit der höchste Anteil und lag gut 4 Prozentpunkte über dem deutschen Durchschnitt von 39,3 %. Einen ähnlich hohen Anteil hatten die MINT-Fächer mit 43,3 % in Bayern, gefolgt von Niedersachsen (41,5 %) und Bremen (41,3 %).

Unter den Anfängern im Tertiärbereich waren MINT-Fächer weitaus beliebter als unter den Anfängerinnen. Von den Männern, die 2016 einen tertiären Bildungsgang begonnen hatten, wählten in Baden-Württemberg 61,1 % ein MINT-Fach. Bei den Frauen hatten sich dagegen nur 24,1 % hierfür entschieden. Bei ihnen war die Fächergruppe »Wirtschaft, Verwaltung, Recht« mit einem Anteil von 26,3 % am beliebtesten. In ganz Deutschland hatten 55,5 % der Anfänger und 22,6 % der Anfängerinnen im Tertiärbereich ein MINT-Fach gewählt.

In Baden-Württemberg überdurchschnittliche Anteile an jüngeren, und unterdurchschnittliche Anteile an älteren Lehrkräften

Im Jahr 2016 waren an den öffentlichen und privaten Schulen des Primarbereichs3 in Baden-Württemberg 10,2 % der Lehrkräfte jünger als 30 Jahre, 36,7 % gehörten zur Altersgruppe der 50-Jährigen und älteren. Deutschlandweit hatte die jüngere Altersgruppe einen Anteil von 8,2 % und die ältere einen Anteil von 39,1 %. Auch im Sekundarbereich I4 lag der Anteil der unter 30-Jährigen in Baden-Württemberg mit 9,3 % höher als im Bundesdurchschnitt (6,9 %) und der Anteil der 50-Jährigen und älteren mit 38,3 % unter dem Bundesdurchschnitt (46,6 %). Ein ähnliches Bild bot sich im Sekundarbereich II5, in dem in Baden-Württemberg 6,1 % der Lehrkräfte zur jüngeren Altersgruppe zählten und 39,7 % zur älteren. In ganz Deutschland lagen die Anteile dagegen bei 5,4 % und 41,1 %. In Baden-Württemberg wiesen die Lehrkräfte im Jahr 2016 somit eine etwas günstigere Altersstruktur auf als im Bundesdurchschnitt.

1 MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik.

2 Der Tertiärbereich gliedert sich zum einen in weitgehend theoretisch orientierte Studiengänge, die hinreichende Qualifikationen für den Zugang zu weiterführenden Forschungsprogrammen und Berufen mit hohem Qualifikationsniveau vermitteln, und zum anderen in Studiengänge, die sich auf die Vermittlung praktischer/technischer/berufsbezogener Fähigkeiten für den direkten Eintritt in den Arbeitsmarkt konzentrieren. Neben den Hochschulen zählen zum Tertiärbereich auch Bildungsgänge an Fachschulen und Schulen des Gesundheitswesens, die mindestens zwei Jahre dauern.

3 Ein für Deutschland typischer Bildungsgang für den Primarbereich ist die Grundschule.

4 Zum Sekundarbereich I gehören z.B. die Werkreal-/Hauptschule oder die Realschule.

5 Der Sekundarbereich II baut auf dem Sekundarbereich I auf und umfasst sowohl allgemeinbildende (z.B. Oberstufe der Gymnasien) als auch berufsbildende Bildungsgänge (z.B. Berufsschule, Berufsfachschule).