:: 24/2021

Statistisches Monatsheft Januar 2021

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

wie innovativ ist Baden-Württemberg? Der Innovationsindex 2020 geht dieser Frage nach und ermittelt das Innovationspotenzial der Kreise und Regionen in Baden-Württemberg. Im 2-jährigen Turnus berechnet das Statistische Landesamt den Innovationsindex für die Kreise und Regionen Baden-Württembergs und schafft damit die Grundlage für einen Vergleich der Innovationsfähigkeit dieser Wirtschaftsräume. Das vorhandene hohe Innovationspotenzial des Landes ist erwartungsgemäß innerhalb Baden-Württembergs sehr unterschiedlich verteilt. Welchen Anteil haben hierbei die einzelnen Kreise und Regionen? Ruth Einwiller stellt in ihrem Beitrag die Ergebnisse und Analysen der aktuellen Berechnung 2020 vor.

Innovationen kommen häufig aus dem Bereich der Wissenschaft. Dort ist unabhängig von den Innovationen ein Phänomen namens »leaking pipeline«-Effekt zu beobachten. Gemeint ist das allmähliche Ausscheiden von Frauen aus der wissenschaftlichen Karriere. Obwohl immer mehr junge Frauen ein Hochschulstudium aufnehmen, abschließen und anschließend promovieren, verbleiben noch immer deutlich weniger Frauen als Männer in der Wissenschaft und besetzen dort seltener Führungspositionen. Uwe Ruß betrachtet in seinem Beitrag die Entwicklung des Anteils von Frauen in verschiedenen Stadien der wissenschaftlichen Karriere in Baden-Württemberg.

Ich wünsche Ihnen viele neue Erkenntnisse für Ihre Arbeit.

Dr. Martin Votteler, Ständiger Vertreter der Amtsleitung

Frauen in der Wissenschaft

Zu Entwicklung und Anteil von Frauen in verschiedenen Stadien der wissenschaftlichen Karriere in Baden-Württemberg

Chancengleichheit wird weithin als wichtiges politisches Ziel betrachtet. So fördert das Land Baden-Württemberg die Chancengleichheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern jährlich mit etwa 4 Millionen (Mill.) Euro., Doch obwohl immer mehr junge Frauen ein Hochschulstudium aufnehmen, abschließen und anschließend promovieren, verbleiben noch immer deutlich weniger Frauen als Männer in der Wissenschaft und besetzen dort seltener Führungspositionen. Das Phänomen des allmählichen Austretens von Frauen aus der wissenschaftlichen Karriere ist auch als »leaking pipeline«-Effekt bekannt und wird in zahlreichen Berichten und Expertisen zur Situation von Frauen in der Wissenschaft aufgegriffen. Unter Rückgriff auf Daten der Hochschulstatistik beschreibt dieser Beitrag die Entwicklung des Frauenanteils in verschiedenen Stadien der wissenschaftlichen Karriere innerhalb der letzten 20 Jahre in Baden-Württemberg und beleuchtet Unterschiede und Gemeinsamkeiten ausgewählter Fächer. Dabei erweisen sich vor allem strukturierte Promotionsprogramme und Juniorprofessuren als erfolgreiche Mittel zur Erhöhung des Anteils von Frauen in der Wissenschaft. In der sogenannten Postdoc-Phase sind Frauen aber weiterhin in stärkerem Maße als Männer von Befristungen und Teilzeitbeschäftigungen betroffen.

Geben sich Paare wieder häufiger das »Ja-Wort«?

Zur Entwicklung der Eheschließungen in Baden-Württemberg

»Generation der Ja-Sager – warum wieder häufiger geheiratet wird« oder »Von wegen altmodisch! Heiraten liegt wieder im Trend«, – so oder so ähnlich lauteten Schlagzeilen in den vergangenen Jahren. Ist das Heiraten für Paare tatsächlich wieder attraktiver geworden, nachdem die Eheschließun­gen in den vergangenen Jahrzehnten zuvor tendenziell zurückgegangen sind? Dieser Frage soll im folgenden Beitrag nachgegangen werden. Darüber hinaus wird thema­tisiert, ob Heiraten zwischen Deutschen und Ausländern heute häufiger als früher statt­finden, ob sich der Altersunterschied zwischen den Eheschließen­den verändert hat und weshalb in den letzten Jahren der Dezember häufig als Monat für eine Hochzeit gewählt wurde. Abschließend wird auch die Frage behandelt, wie die Corona-Pandemie das Heiratsverhalten verändert hat.

Erziehungsberechtigte entscheiden sich häufig gegen die Grundschulempfehlung

Zum vergangenen Schuljahr 2019/20 standen in Baden-Württemberg knapp 91 600 Grundschülerinnen und Grundschüler der 4. Klassenstufe vor der Entscheidung, auf welche auf der Grundschule aufbauende Schule sie wechseln sollen. Die höchste Übergangsquote verzeichnete mit gut 43 % das Gymnasium, die Realschule folgte mit knapp 35 %, die Gemeinschaftsschule mit 13 % und den niedrigsten Anteil verbuchte mit knapp 6 % die Werkreal-/Hauptschule. Die Rangfolge bei der Schulartwahl veränderte sich allerdings im Zeitverlauf. Noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts war die meistgewählte Schulart mit gut 34 % die damalige Hauptschule und das Gymnasium lag mit knapp 34 % ein ganzes Stück unterhalb des heutigen Niveaus. Auf Basis der Daten aus der amtlichen Schulstatistik lassen sich diese Entwicklungen, welche sowohl mit schulpolitischen Maßnahmen als auch mit einem sich wandelnden Willen der Erziehungsberechtigten einhergingen, im Zeitverlauf verdeutlichen.

Corona-Pandemie: Hat die Südwestwirtschaft das Gröbste schon hinter sich?

Auch ein Dreivierteljahr nach dem Auftreten der ersten Infektionen befindet sich der Südwesten im Bann der Corona-Pandemie. Nach einem ruhigen Infektionsgeschehen über den Sommer, durchläuft Baden-Württemberg seit dem Herbst 2020 die zweite Infektionswelle. Glücklicherweise bewahrheiteten sich manche pessimistischen Wirtschaftsprognosen aus der Mitte des Jahres 2020 nicht, wenngleich das Minus der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 eines der höchsten seit dem Zweiten Weltkrieg sein dürfte. Der Einbruch in der Corona-Krise fiel in etwa so stark aus wie in der Finanzkrise 2008/2009, die einsetzende Erholung war aber kräftiger. Neben dem Krisenvergleich geht der nun folgende Beitrag auf die Konjunkturlage im Südwesten auf Basis von Daten nach Ablauf der ersten 9 Monate der Corona-Pandemie ein, soweit diese bereits zum Redaktionsschluss in der zweiten Novemberhälfte verfügbar waren.

Innovationsindex 2020

Innovationspotenzial der Kreise und Regionen in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg belegt der Landkreis Böblingen beim Innovationsindex 2020 erneut den Spitzenplatz. Das Ergebnis der aktuellen Berechnung bestätigt damit die seit Jahren ermittelte hohe Innovationsfähigkeit in diesem Landkreis. In der Spitzengruppe weisen sechs Kreise einen Indexwert von über 45 Punkten auf, während in den elf Kreisen der Schlussgruppe dieser Wert unter 20 Punkten liegt. In 17 Kreisen wurde für die vergangenen 10 Jahre ein positiver Trend und für sieben Kreise ein negativer Trend bezüglich der Entwicklung der Innovationsfähigkeit ermittelt.

Der Innovationsindex wird im 2-jährigen Turnus im Statistischen Landesamt für die Kreise und Regionen Baden-Württembergs berechnet und schafft damit die Grundlage für einen Vergleich der Innovationsfähigkeit dieser Wirtschaftsräume. Das vorhandene hohe Innovationspotenzial des Landes ist erwartungsgemäß innerhalb Baden-Württembergs sehr unterschiedlich verteilt. Welchen Anteil haben hierbei die einzelnen Kreise und Regionen? Der nachfolgende Beitrag stellt die Ergebnisse und Analysen der aktuellen Berechnung 2020 vor.

Gewerbesteuereinnahmen und Schuldenstand der Kommunen bis bzw. zum 30. September 2020

Durch die Corona-Krise und den damit verbundenen Schließungen von Unternehmen und der massiven Ausweitung von Kurzarbeit, sind in vielen Kommunen in Baden-Württemberg die Gewerbesteuereinnahmen teils dramatisch weggebrochen. Um 892 Millionen (Mill.) Euro netto lagen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer bis Ende September 2020 niedriger als im Vorjahreszeitraum. Dass dies nicht zu einer spürbaren Erhöhung des Schuldenstands geführt hat, ist Geldern zu verdanken, die von Bund und Land zur Verfügung gestellt wurden. Der Verringerung der Gewerbesteuereinnahmen, steht eine Schuldenerhöhung beim nichtöffentlichen Bereich in Höhe von 182 Mill. Euro gegenüber.

Im Blickpunkt: Die Stadt Nürtingen

In der Serie »Im Blickpunkt« steht dieses Mal die Stadt Nürtingen im Landkreis Esslingen. Aus dem Landesinformationssystem Baden-Württemberg (LIS) lassen sich für Nürtingen wie für jede andere Gemeinde des Landes interessante Erkenntnisse zur Struktur und Entwicklung gewinnen. Besonders herausgehoben werden an dieser Stelle die Bevölkerungsentwicklung, die Wohn- und die Beschäftigtensituation.

Karte des Monats: Entwicklung der Kinderbetreuung in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs 2012 bis 2020

Mit der Karte des Monats werden regelmäßig besondere Themen kartografisch aufgegriffen.

Diese und viele weitere Karten stehen für Sie zum kostenlosen Download bereit oder können auf Wunsch auch als Poster in verschiedenen Größen bestellt werden.

Darüber hinaus bieten wir mit unserem interaktiven Kartenangebot auch die Möglichkeit, Karten verschiedener Themen der amtlichen Statistik nach eigenem Bedarf zusammenzustellen. Die interaktiven Karten greifen auf einen umfangreichen Datenpool für kartografische Analysen zurück. Sie sind ebenso in verschiedenen Dateiformaten zum kostenlosen Download verfügbar.

Gerne erstellen wir für Sie auch Karten auf Wunsch. Dazu steht uns das gesamte Datenangebot des Landesinformationssystems zur Verfügung. Wenden Sie sich für Ihre Bestellung oder weiterführende Informationen telefonisch oder per Mail an uns.