:: 63/2021

Pressemitteilung 63/2021

Stuttgart,

Trotz Corona: 7,2 % Umsatzplus für zulassungspflichtiges Handwerk Baden-Württembergs im 4. Quartal 2020

Umsatz im Jahr 2020 insgesamt gleichauf mit 2019 - Zahl der Tätigen Personen leicht rückläufig

Mit einem kräftigen Umsatzplus von 7,2 % schloss das zulassungspflichtige Handwerk Baden-Württembergs das 4. Quartal 2020 im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres ab. Die nach dem absoluten Corona-Tiefpunkt im 2. Quartal 2020 (Umsatz: −9,0 %) im 3. Quartal beginnenden Erholungsprozesse setzen sich damit im 4. Quartal fort. Das Wiederanlaufen der Konjunktur im zulassungspflichtigen Handwerk war letztlich stark genug dafür, dass trotz Corona im Jahr 2020 insgesamt das Umsatzergebnis aus dem Vorjahr gehalten werden konnte. Dies teilte das Statistische Landesamt Baden-Württemberg auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse der Handwerksberichterstattung mit. Die Zahl der im zulassungspflichtigen Handwerk Tätigen Personen lag im 4. Quartal 2020 um 2,1 % unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Im Corona-Jahr 2020 insgesamt ging ihre Zahl um 1,3 % zurück.

Im 4. Quartal konnten die Handwerksunternehmen im Ausbau- (+10,7 %) und im Bauhauptgewerbe (+9,4 %) kräftige Umsatzzuwächse erzielen, sodass auch über das ganze Jahr hinweg noch ein deutliches Plus von +4,1 % bzw. + 5,3 % zu verbuchen war. Im Kraftfahrzeuggewerbe (4. Quartal: +10,2 %; 2020: −1,9 %) und im Gesundheitsgewerbe (4. Quartal: +6,7 %; 2020: −3,0 %) hingegen gaben die Umsätze trotz der guten Entwicklung im 4. Quartal in der Gesamtjahresbilanz nach. In den Handwerken für den gewerblichen Bedarf waren die Umsätze im 4. Quartal nur knapp im Plus (+1,2 %), über das ganze Jahr hinweg deutlich im Minus (−6,2 %). Im Lebensmittelgewerbe (4. Quartal: −4,4 %; 2020: −1,4 %) und in den Handwerken für den privaten Bedarf (4. Quartal: −5,0 %; 2020: −6,0 %) gaben die Umsätze sowohl im 4. Quartal als auch im Gesamtjahr nach. Besonders hoch waren die Umsatzeinbußen bei den Konditoren (4. Quartal: −13,9 %; 2020: −14,7 %) und Friseuren (4. Quartal: −14,6 %; 2020: −13,0 %).

Auch was die Beschäftigungsentwicklung angeht, zeigt sich für die Gewerbegruppen ein differenziertes Feld: So sank die Zahl der Tätigen Personen im Lebensmittelgewerbe im 4. Quartal 2020 um −6,3 %, im gesamten Jahr um −3,8 %, bei den Konditoren um −13,1 % bzw. −8,6 %. Die Handwerke für den privaten Bedarf (4. Quartal: −4,7 %; 2020: −3,2 %), darunter die Friseure (−6,0 % bzw. −4,0 %), sowie die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (4. Quartal: −4,2 %; 2020: −3,2 %) und das Kraftfahrzeuggewerbe (4. Quartal: −2,9 %; 2020: −1,6 %) verzeichneten eine ähnliche Entwicklung. Der Arbeitsmarkt im Gesundheitsgewerbe hingegen erwies als vergleichsweise robust (4. Quartal: −0,7 %; 2020: −0,9 %). Der guten Auftragslage am Bau geschuldet stieg die Zahl der Tätigen Personen sowohl im Bauhauptgewerbe (4. Quartal: +0,4 %; 2020: +1,1 %) als auch im Ausbaugewerbe (4. Quartal: +0,3 %; 2020: +0,1 %) an.

Das vergangene Jahr stand ganz im Zeichen der Maßnahmen zur Eindämmung des Covid-Virus. Während das Ausbau- und das Bauhauptgewerbe dennoch gut über die Runden kamen oder möglicherweise sogar von der Entwicklung profitieren, hatten alle anderen Gewerbezweige schwierige Zeiten zu überstehen.