:: 85/2021

Pressemitteilung 85/2021

Stuttgart,

Auftragseingänge blieben im Jahr 2020 trotz beachtlichem Schlussspurt im Minus

Nachfrageplus in drei Branchen der Südwestindustrie

Die Nachfrage nach Industrieprodukten in der Südwestindustrie brach in Folge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im April und Mai 2020 erdrutschartig ein und sorgte damit für einen beispiellosen Rückgang des Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe in Baden-Württemberg.

Nachdem die Aufträge in der Südwestindustrie preisbereinigt im Vergleich zum Vorjahresmonat im Februar 2020 mit einem Zuwachs von 1,9 % erstmal seit Oktober 2018 wieder im Plus lagen, sank der Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe im April (-43,8 %) und Mai (-35,8 %) in Folge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erdrutschartig in die Tiefe. Wie das Statistische Landesamt feststellt, erholte sich die Auftragslage der Industriebetriebe Baden-Württembergs im weiteren Jahresverlauf 2020 zusehends und so legte der Auftragseingangsindex mit einem preisbereinigten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 2,1 % im dritten Quartal und 15,0 % im vierten Quartal einen beachtlichen Schlussspurt hin. Insgesamt verzeichnete die Südwestindustrie im Jahr 2020 preisbereinigt dennoch einen Rückgang der Aufträge von 3,5 % im Vergleich zum Vorjahr.

Die Auftragslage der einzelnen Branchen der Südwestindustrie entwickelte sich dabei im Pandemiejahr 2020 sehr unterschiedlich. Von den 12 ausgewählten Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes in Baden-Württemberg, in denen Auftragseingänge erhoben werden, verbuchten im Vorjahresvergleich lediglich drei Branchen mehr Aufträge, während ein Großteil der Branchen einen teils sehr starken Rückgang der Nachfrage verzeichnete.

Den höchsten preisbereinigten Zuwachs verbuchte mit 22,9 % die Branche der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen.

Den zweithöchsten Zuwachs verzeichnete mit 7,8 % die Branche der Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen, die neben der Herstellung von pharmazeutischen Grundstoffen auch medizinische Diagnostik und pharmazeutische Präparate, wie Impfstoffe, beinhaltet.

Die Branche der Herstellung von chemischen Erzeugnissen erzielte einen Zuwachs von 3,0 %.

Die Auftragslage der beiden gewichtigsten Branchen der Südwestindustrie entwickelte sich im Jahr 2020 rückläufig. Während nach deutlichen Aufholeffekten im zweiten Halbjahr das Minus in der Branche der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen preisbereinigt im Vorjahresvergleich mit 3,3 % noch moderat ausfiel, verbuchte der Maschinenbau einen deutlichen Rückgang der Aufträge um 8,5 %.

Datenquelle: Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden.