:: 212/2021

Pressemitteilung 212/2021

Stuttgart,

Durchschnittliche Prognose für die Getreideernte

Baden-Württemberg: Nässe verzögerte Erntestart 2021

Nach mehreren zu trockenen Jahren kamen im Verlauf des bisherigen Sommers ausreichend Niederschläge auf die Äcker und Wiesen. Oftmals zu viel in kurzer Zeit, was zu niedergedrückten, lagernden Getreidebeständen führte oder in Verbindung mit Hagel sogar örtlich Totalausfälle verursachte. Auch Pflanzenkrankheiten, wie Fusarium, traten durch die feuchten Bedingungen verstärkt auf.

Die Getreideernte (ohne Körnermais) in Baden-Württemberg wird nach den Schätzungen der Ernteberichterstatter des Statistischen Landesamtes dieses Jahr voraussichtlich 2,9 Mill. Tonnen erreichen und sich demnach in der Größenordnung des Vorjahres und des langjährigen Mittels (2015-2020) bewegen. Bei der wichtigsten Getreideart Winterweizen wird mit 1,6 Mill. Tonnen eine stabile Ernte erwartet. Die Ertragsprognosen liegen zwar mit 7,5 Tonnen/Hektar (t/ha) noch unter dem Ergebnis von 2020, die Gesamtmenge würde sich jedoch aufgrund des vergrößerten Anbauumfangs (+7 %) in den Bereich der vergangenen Jahre einreihen.

Den regional heftigen Gewitterschauern konnten insbesondere die Gerstenbestände nicht Stand halten und gingen vermehrt ins Lager. Nach den vorläufigen Informationen würden aus der aktuellen Ernte 592 000 t Wintergerste (+11 % über Vorjahr; −4 % unter 6‑jährigem Mittel) zur Verfügung stehen. Der Flächenertrag könnte 7,2 t/ha erreichen und damit nach den Frostschäden von 2020 wieder im Erwartungsbereich liegen. Deutliche Einbußen sind bei der Sommergerste zu erwarten, die in erster Linie auf den starken Anbaurückgang (−20 %) zurückzuführen sind. Der prognostizierte Ertrag von 5,9 t/ha liegt leicht unter dem Vorjahreswert, aber in Verbindung mit der geringeren Fläche wird nur von 295 000 t Sommergerste (−21 %) ausgegangen.

Bei Triticale kann mit einem leicht höheren Flächenertrag von 7,4 t/ha gerechnet werden, das ein Druschergebnis von 149 000 t ergeben würde. Auch bei Roggen (einschl. Wintermenggetreide) zeichnet sich gegenüber 2020 mit Erträgen von 5,5 t/ha (+ 8 %) ein verbessertes Ergebnis ab, womit die gesamte Ernte einen Umfang von 50 000 t (+ 7 %) erzielen könnte. Ein deutlicher Sprung im Haferanbau sorgt dafür, dass sich trotz der mäßigen Ertragserwartungen (4,8 t/ha) die zu erwartende Hafermenge mit 98 000 t über dem langjährigen Mittel bewegt.

Nach dem Einbruch von Winterraps im Jahr 2019 hat sich die Anbaufläche noch nicht wieder erholt. Da die Ertragsprognosen mit 3,9 t/ha niedriger als im Vorjahr liegen, wird die geschätzte Erntemenge von rund 165 000 t das Vorjahresergebnis um 4 % als auch das 6-jährige Mittel (2015/2020: 179 000 t) um 8 % verfehlen.