:: 278/2021

Pressemitteilung 278/2021

Stuttgart,

Südwestindustrie im August 2021: Lieferengpässe bremsen Erholung deutlich

Auftragseingang −4,9 %, Produktion −2,5 %, Umsatz −4,2 % gegenüber Vormonat

Die zu Beginn des Jahres 2020 weltweit getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatten sich im März 20201 erstmals sichtbar negativ auf die Südwestindustrie ausgewirkt. Nach noch massiveren Rückschlägen insbesondere im April und Mai 2020 verringerten sich in den Folgemonaten die Rückgänge. Gegen Ende des Jahres 2020 setzte eine Erholung ein, die sich mit Unterbrechung zu Beginn des Jahres 2021 zunehmend verstetigte. Aktuell zeigt sich die Erholung deutlich gebremst. Zwar blieben im August 2021 die Auftragseingänge noch über dem Vorjahresniveau des August 2020, die Produktion und die Umsätze lagen aber auf bzw. schon wieder deutlich unter den noch krisenbelasteten Vorjahresniveaus des August 2020. Die Produktion und insbesondere der Umsatz gingen auch im August 2021 gegenüber dem Vormonat weiter zurück. Bei einem zwar ebenfalls rückläufigen aber weiterhin starken Niveau der Auftragseingänge wirken sich die bestehenden Lieferengpässe - insbesondere im Bereich der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen – zunehmend negativ auf die Produktion und den Absatz der Südwestindustrie aus.

Nach vorläufiger Feststellung des Statistischen Landesamtes erhielt die Südwestindustrie im August 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat August 2020 preis- und arbeitstäglich bereinigt mehr AufträgeS1 (+5,3 %). Die positiven Impulse kamen dabei ausschließlich aus dem Inlandsgeschäft (+17,1 %). Das Auslandsgeschäft ging leicht zurück (−1,3 %), wobei für die negative Entwicklung ausschließlich das Geschäft in der Nicht-Eurozone (−2,3 %) ursächlich war. Das Geschäft in der Eurozone entwickelte sich hingegen leicht positiv (+1,3%). Gegenüber dem Vormonat Juli ging der Auftragseingang preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt deutlich zurück (−4,9 %). Damit liegt der Auftragseingang allerdings immer noch auf einem starken Niveau, vergleichbar mit dem des Aprils 2018. Insgesamt verbuchte die Südwestindustrie im Zeitraum Januar bis August 2021 preis- und arbeitstäglich bereinigt ein Auftragsplus von 26,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wobei das Plus stärker von den Auftragseingängen aus dem Ausland (+29,6 %) als von den Auftragseingängen aus dem Inland (+22,6 %) getragen wurde. Die Impulse im Auslandsgeschäft kamen etwas stärker aus der Nicht-Eurozone (+30,1 %) als aus der Eurozone (+28,5 %).

Die ProduktionS2 der Südwestindustrie zeigte sich nach vorläufigen Angaben im Ferienmonat August 2021 im Vergleich zu dem noch deutlich von der Pandemie betroffenen Produktionsergebnis des Vorjahresmonats August 2020 preis- und arbeitstäglich bereinigt unverändert (+/-0,0 %). Gegenüber dem Ergebnis des Vormonats Juli ging der Produktionsausstoß preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt und damit bereits den dritten Monat in Folge zurück (−2,5 %). Bezogen auf den Zeitraum Januar bis August 2021 lag die Industrieproduktion im Südwesten preis- und arbeitstäglich bereinigt über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (+10,2 %).

Der reale (d. h. preisbereinigte) UmsatzS3 der Südwestindustrie verzeichnete nach vorläufigen Angaben im August 2021 arbeitstäglich bereinigt ein deutliches Minus (−5,4 %) gegenüber dem, wohlgemerkt, ebenfalls noch deutlich krisenbelasteten Vorjahresmonat August 2020. Das Umsatzminus ist stärker auf das Auslandsgeschäft (−6,9 %) als auf das Inlandsgeschäft (−3,3 %) zurückzuführen. Die negativen Impulse auf das Auslandsgeschäft gingen deutlich stärker von der Nicht-Eurozone (−9,6 %) als von der Eurozone aus (−1,3 %). Wie die Produktion, ging auch der Umsatz gegenüber dem Vormonat Juli preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt bereits zum dritten Mal in Folge zurück (−4,2 %). Insgesamt verzeichnete die Südwestindustrie im Zeitraum Januar bis August 2021 preis- und arbeitstäglich bereinigt ein Umsatzplus (+11,7 %) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die positive Umsatzentwicklung ging dabei deutlich stärker von den Auslandskunden (+15,2 %) als von den Inlandskunden (+7,1 %) aus. Das positive Auslandsgeschäft wurde insbesondere von den Ländern der Nicht-Eurozone (+17,2 %) und weniger von den Ländern der Eurozone (+11,2 %) getragen.

1 Bei der Interpretation der Vergleiche der aktuellen Werte mit dem Vorjahresmonat oder auch dem Vorjahreszeitraum ist zu berücksichtigen, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Vergleichsbasis aus dem Vorjahr 2020 in erheblichem Maße negativ beeinflussten.

Schaubild 1: Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe – Indexstand
Schaubild 1: Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe – Indexstand
Tabelle 1
Auftragseingangsindex für das Verarbeitende Gewerbe in Baden-Württemberg im August 2021
Indexstand: 2015 = 100, preisbereinigt
WZ
2008
Ausgewählte WirtschaftszweigeVeränderung in Prozent - vorläufige Ergebnisse
August 2021Januar–August 2021
gegenüber
Juli 2021August 2020Vorjahreszeitraum
Original­werte saison- und arbeits­täglich bereinigt1)Original­werte arbeits­täglich bereinigt1)Original­werte arbeits­täglich bereinigt1)

1) Nach Berliner Verfahren BV 4.1.

2) Auftragseingänge werden nur in ausgewählten Wirtschaftszweigen erhoben.

Datenquelle: Monatsbericht für Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden. Endgültige Daten für das aktuelle Berichtsjahr liegen i.d.R. ab Mitte Februar des Folgejahrs vor.

 Verarbeitendes Gewerbe2)−17,6−4,9+9,2+5,3+27,0+26,9
 Inland−12,8+0,2+23,1+17,1+22,6+22,6
 Ausland−20,6−7,6+1,5−1,3+29,7+29,6
 Eurozone−21,6−4,8+5,4+1,3+28,6+28,5
 Nicht-Eurozone−20,2−8,6−0,2−2,3+30,1+30,1
 Vorleistungsgüterproduzenten−14,8−4,4+20,5+15,7+30,1+30,0
 Inland−16,4−3,8+24,7+18,7+28,8+28,7
 Ausland−13,0−4,9+16,3+12,6+31,7+31,6
 Eurozone−19,4−5,4+14,3+9,9+28,3+28,2
 Nicht-Eurozone−8,7−4,4+17,5+14,3+33,8+33,7
 Investitionsgüterproduzenten−19,4−5,0+4,3+0,7+27,4+27,3
 Inland−10,4+3,2+23,9+17,6+20,6+20,6
 Ausland−23,7−8,4−4,0−6,5+30,7+30,6
 Eurozone−26,3−4,2−2,5−6,4+30,4+30,3
 Nicht-Eurozone−22,8−9,8−4,5−6,5+30,8+30,7
 Konsumgüterproduzenten−12,4−4,5+14,9+11,7+14,1+14,0
 Inland−11,8−1,4+11,5+8,0+10,0+9,9
 Ausland−12,4−6,0+16,8+13,9+16,2+16,2
 Eurozone−7,2−6,2+22,2+19,1+22,1+22,1
 Nicht-Eurozone−19,9−5,9+8,7+6,1+7,3+7,3
17Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus−9,4−1,4+16,2+11,2+11,0+10,9
20Herstellung von chemischen Erzeugnissen−3,7−0,4+8,0+4,9+18,1+18,1
21Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen−12,5−1,9+9,2+6,5−1,1−1,1
24Metallerzeugung und -bearbeitung−22,3−2,6+28,0+21,0+31,4+31,3
25Herstellung von Metallerzeugnissen−14,6−1,3+17,6+12,6+28,5+28,4
26Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen+5,7+3,3+44,6+41,1+31,8+31,7
27Herstellung von elektrischen Ausrüstungen−22,0−8,2+26,4+20,1+32,3+32,2
28Maschinenbau−18,0−7,2+17,3+13,9+33,5+33,5
29Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen−24,8−5,4−10,9−14,0+25,1+25,0
Schaubild 2: Produktionsindex im Verarbeitenden Gewerbe – Indexstand
Schaubild 2: Produktionsindex im Verarbeitenden Gewerbe – Indexstand
Tabelle 2
Produktionsindex für das Verarbeitende Gewerbe in Baden-Württemberg im August 2021
Indexstand: 2015 = 100, preisbereinigt
WZ
2008
Ausgewählte WirtschaftszweigeVeränderung in Prozent - vorläufige Ergebnisse
August 2021Januar–August 2021
gegenüber
Juli 2021August 2020Vorjahreszeitraum
Original­werte saison- und arbeits­täglich bereinigt1)Original­werte arbeits­täglich bereinigt1)Original­werte arbeits­täglich bereinigt1)

1) Nach Berliner Verfahren BV 4.1.

2) Einschließlich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden.

Datenquelle: Monatliche Produktionserhebung im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden. Endgültige Daten für das aktuelle Berichtsjahr liegen i.d.R. ab Mitte Februar des Folgejahrs vor.

 Verarbeitendes Gewerbe2)−17,9−2,5+5,00,0+10,2+10,2
 Vorleistungsgüterproduzenten−13,0−2,7+13,0+8,4+15,5+15,5
 Investitionsgüterproduzenten−23,3−2,8+0,6−5,1+9,6+9,5
 Konsumgüterproduzenten−11,0−2,0+4,4+0,4+2,5+2,5
10Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln−2,4−0,6+2,8+0,1−0,8−0,8
17Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus−6,8−1,8+9,0+4,9+4,0+4,0
20Herstellung von chemischen Erzeugnissen−7,7−1,9+10,9+7,7+17,0+17,0
21Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen−12,4−3,2+4,2+1,2−0,5−0,5
22Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren−11,7−2,3+10,6+6,1+11,9+11,8
24Metallerzeugung und -bearbeitung−27,8−6,5+9,6+3,4+23,1+23,1
25Herstellung von Metallerzeugnissen−14,5−3,1+11,8+6,8+15,5+15,5
26Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen−4,1+0,1+14,7+11,1+12,6+12,6
27Herstellung von elektrischen Ausrüstungen−15,1−2,7+14,9+9,3+17,1+17,0
28Maschinenbau−19,3−3,4+16,2+11,0+11,7+11,7
29Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen−39,4−5,5−23,8−30,5+10,2+10,2
33Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen+3,5+1,4+10,7+8,1−0,7−0,7
Schaubild 3: Umsatzindex im Verarbeitenden Gewerbe – Indexstand
Schaubild 3: Umsatzindex im Verarbeitenden Gewerbe – Indexstand
Tabelle 3
Umsatzindex für das Verarbeitende Gewerbe in Baden-Württemberg im August 2021
Indexstand: 2015 = 100, preisbereinigt
WZ
2008
Ausgewählte WirtschaftszweigeVeränderung in Prozent - vorläufige Ergebnisse
August 2021Januar–August 2021
gegenüber
Juli 2021August 2020Vorjahreszeitraum
Original­werte saison- und arbeits­täglich bereinigt1)Original­werte arbeits­täglich bereinigt1)Original­werte arbeits­täglich bereinigt1)

1) Nach Berliner Verfahren BV 4.1.

2) Einschließlich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden.

Datenquelle: Monatsbericht für Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden. Endgültige Daten für das aktuelle Berichtsjahr liegen i.d.R. ab Mitte Februar des Folgejahrs vor.

 Verarbeitendes Gewerbe2)−18,2−4,2−0,9−5,4+11,7+11,7
 Inland−16,9−2,9+1,5−3,3+7,1+7,1
 Ausland−19,2−5,1−2,6−6,9+15,2+15,2
 Eurozone−18,8−2,4+3,5−1,3+11,2+11,2
 Nicht-Eurozone−19,4−6,7−5,5−9,6+17,3+17,2
 Vorleistungsgüterproduzenten−11,3−2,1+12,2+7,7+14,6+14,6
 Inland−13,5−2,4+11,7+6,7+12,3+12,3
 Ausland−8,7−1,5+12,7+8,8+17,5+17,5
 Eurozone−13,3−1,8+7,9+3,6+15,2+15,2
 Nicht-Eurozone−5,2−1,4+16,2+12,6+19,3+19,2
 Investitionsgüterproduzenten−24,8−6,0−8,2−13,0+12,8+12,8
 Inland−24,4−3,7−4,6−10,0+7,2+7,2
 Ausland−24,9−7,2−9,9−14,3+15,6+15,5
 Eurozone−25,3−2,4−1,1−6,7+10,0+10,0
 Nicht-Eurozone−24,8−9,0−12,9−16,8+17,7+17,7
 Konsumgüterproduzenten−5,3−0,5+7,3+4,0+4,0+4,0
 Inland−6,4−1,0+2,6−0,4+0,6+0,6
 Ausland−3,5+0,5+13,6+9,7+8,1+8,1
 Eurozone−6,9−2,7+10,0+6,5+8,7+8,7
 Nicht-Eurozone+0,6+4,8+18,4+13,9+6,6+6,6
10Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln+0,2+2,3+3,2+1,3−0,7−0,7
17Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus−6,5−1,8+9,5+5,3+5,3+5,2
20Herstellung von chemischen Erzeugnissen−4,7−1,4+9,6+6,0+17,5+17,4
21Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen−3,5+3,1+20,3+17,2+4,4+4,4
22Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren−10,0−1,1+10,0+5,9+10,8+10,7
24Metallerzeugung und -bearbeitung−19,3−5,1+12,5+7,1+15,6+15,6
25Herstellung von Metallerzeugnissen−14,9−4,3+9,6+4,5+16,4+16,3
26Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen−2,9+1,0+13,3+9,8+12,7+12,6
27Herstellung von elektrischen Ausrüstungen−11,7−1,8+16,0+11,0+16,9+16,9
28Maschinenbau−16,1−2,1+17,5+12,3+11,9+11,8
29Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen−40,2−12,4−31,1−35,3+15,9+15,9
33Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen+13,8−0,1+2,4−1,1+3,3+3,2