:: 309/2021

Pressemitteilung 309/2021

Stuttgart,

2020 weniger Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen im Straßenverkehr

Coronabedingte Veränderungen macht sich bemerkbar

Für das Jahr 2020 wurden in Baden-Württemberg 170 Unfälle registriert, die sich bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen ereigneten und mit einer Stofffreisetzung verbunden waren. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hierzu mitteilt, zeigte sich der Straßenverkehr wiederum als Unfallschwerpunkt (160 Unfälle), wovon auf Tankfahrzeuge 18 und auf andere Straßenfahrzeuge 142 Unfälle entfielen. Im Vergleich sowohl zum Vorjahr als auch zum Durchschnitt der vorausgehenden fünf Jahre gingen die Unfälle mit anderen Straßenfahrzeugen, überwiegend PKW , im Jahr 2020 um rund 30 % zurück. Naheliegende Ursache ist die pandemiebedingte Mobilitätseinschränkung, denn die Jahresfahrleistung der PKW lag im Land um annähernd 20 % unter dem Wert des Jahres 2019. Die Zahl der für 2020 gemeldeten Unfälle mit Tankfahrzeugen kommt dagegen – wie die Jahresfahrleistung der Nutzfahrzeuge, die zwischen 2019 und 2020 annähernd unverändert blieb – dem Jahr 2019 mit 25 Unfällen und dem Mittel der vorausgehenden fünf Jahre mit 20 Unfällen nahe.

Unfälle im Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr, zusammen 10 Unfälle, waren selten. Gleichfalls nahezu im Mittel der Vorjahre lag die Zahl der Unfälle, die mit einem unsachgemäßen Umgang bei der Herstellung, Verwendung, Lagerung und Abfüllung von wassergefährdenden Stoffen im Zusammenhang stehen. Dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg wurden hierzu 94 Unfälle für 2020 bekannt, überwiegend Unfälle mit Mineralölprodukten wie zum Beispiel Heizöl. Große Stoffmengen – im Durchschnitt fast 20 Kubikmeter (m³) je Unfall – traten vor allem bei 13 Unfällen in JGS-Anlagen1 aus, wobei es sich um Anlagen zum Lagern und Abfüllen von zum Beispiel Jauche, Gülle und Silage handelt. Die freigesetzten JGS-Stoffe konnten durch geeignete Abwehr- und Sanierungsmaßnahmen überwiegend wiedergewonnen und entsorgt werden. Die meisten Unfälle bei der Beförderung wassergefährdender Stoffe (170 Unfälle) setzten ebenfalls Minerölprodukte in die Umwelt frei. Da bei knapp zwei Drittel dieser Unfälle (110 Unfälle) ein Betriebsmitteltank am Fahrzeug beschädigt wurde2, lag die durchschnittlich freigesetzte Menge je Beförderungsunfall mit rund 0,6 m³ und bei den Betriebsmittel-Unfällen mit 0,2 m³ deutlich unter den je Unfall freigesetzten JGS-Mengen.

Bei 59 der für 2020 ingesamt 264 gemeldeten Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen kam es zur Verschmutzung eines Oberflächengewässers, darunter sechsmal zu einem Fischsterben. Darüber hinaus wurde ein Grundwasservorkommen bei 5 Unfällen und die öffentliche Kanalisation bei 62 Unfällen verunreinigt.3 Weitere Informationen zu den Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen, zum Beispiel zu den Unfallursachen, enthält das Internetangebot des Statistischen Landesamtes.

1 Jauche-, Gülle-, Silagesickersaftanlagen. JGS-Stoffe gelten als allgemein wassergefährdend und werden im Gegensatz zu zum Beispiel Benzin und Diesel nicht in Wassergefährdungsklassen eingestuft.

2 Einschließlich 5 Unfälle, bei denen sowohl die für die Beförderung des wassergefährdenden Stoffs verwendete Umschließung als auch ein Betriebsmitteltank des Fahrzeugs beschädigt wurden.

3 Unfallfolgen: Mehrfachnennungen je Unfall sind enthalten.