:: 129/2022

Pressemitteilung 129/2022

Stuttgart,

März 2022: Ukraine-Krieg verschlechtert Baden-Württembergs Handelsbeziehungen mit Russland

Exporte in die Russische Föderation um über 60 % niedriger als im Vorjahresmonat

Der Ukraine-Krieg und die daraus resultierenden Sanktionen gegen Russland haben im März 2022 zum Einbruch der baden-württembergischen Exporte in die Russische Föderation geführt. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg nach vorläufigen Ergebnissen der Außenhandelsstatistik berichtet, wurden im entsprechenden Monat Waren im Gesamtwert von 134,7 Millionen (Mill.) Euro nach Russland geliefert, 61,9 % weniger als im März 2021. Im Februar 2022 fiel der Vorjahresvergleich der Ausfuhren nach Russland mit einem Zuwachs von 20,8 % dagegen noch positiv aus. Beträchtliche Rückgänge gab es im März 2022 bei den Exportwerten von Maschinen, die gegenüber dem Vorjahresmonat um 71,9 % auf 27,7 Mill. Euro fielen, sowie bei den Exporten von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die sich innerhalb der letzten 12 Monate um 85,1 % auf 16,6 Mill. Euro reduzierten.

Importseitig ergab sich im März 2022 aufgrund der inflationären Entwicklung der Rohstoffpreise ein entgegengesetztes Bild. So lagen die Einfuhren aus der Russischen Föderation um 70,4 % höher als noch ein Jahr zuvor und beliefen sich insgesamt auf einen Wert von 250,1 Mill. Euro. Die für die Südwest-Wirtschaft bedeutendsten Importgüter aus Russland waren hierbei Metalle, deren Wert 85,5 Mill. Euro betrug und damit das Ergebnis aus dem März 2021 um 87,2 % übertraf, sowie die Gütergruppe Erdöl und Erdgas. Die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts machten sich bei den Einfuhren dieser Energieträger im Wert von 64,5 Mill. Euro besonders bemerkbar, denn anders als noch im Februar (+83,8 %) fiel die Veränderung zum Vorjahresmonat im März 2022 mit einem Minus von 6,1 % leicht negativ aus. Angesichts der importierten Menge äußerte sich der Rückgang in Höhe von 49,7 % sogar noch deutlicher. Platz 3 der wichtigsten russischen Importwaren belegte im März 2022 der Brennstoff Kohle. Hierbei lässt sich der erwähnte Preiseffekt bei den Rohstoffen am explosiven Anstieg der Einfuhr um fast das 9-fache auf 59 Mill. Euro nachvollziehen. Zum Vergleich: Die Importmenge betrug im März 2022 nur ca. das 3-fache der Zahl des Vorjahresmonats.

Mit einem Anteil von lediglich 0,6 % bzw. 1,1 % an den gesamten Südwest-Exporten sowie -Importen spielten die Aus- und Einfuhren nach und aus Russland im März 2022 wie auch generell vergleichsweise eine untergeordnete Rolle für den Außenhandel Baden-Württembergs.

Krieg beeinträchtigt auch den Handel mit der Ukraine

Die baden-württembergischen Exporte in die Ukraine gingen bis März 2022 im Laufe der vorhergehenden 12 Monate um 3,7 % auf 57,8 Mill. Euro zurück, während die ukrainischen Importe in Richtung Südwesten im gleichen Zeitraum um 8,9 % auf 19,5 Mill. Euro noch stärker sanken.

Allerdings machten auch die Ausfuhren in die Ukraine an den Gesamtexporten Baden-Württembergs mit 0,3 % einen verschwindend geringen Anteil aus. Der Warenverkehr aus der Ukraine in den Südwesten lag anteilsmäßig mit 0,1 % an den baden-württembergischen Gesamtimporten noch niedriger.

Schaubild 1: Export Baden-Württembergs nach Russland im März 2022 nach den wichtigsten Gütergruppen
Schaubild 1: Export Baden-Württembergs nach Russland im März 2022 nach den wichtigsten Gütergruppen
Tabelle 1
Export Baden-Württembergs nach Russland von Januar bis März 2022
nach den wichtigsten Gütergruppen*)
Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2019 (GP 2019)Baden-Württemberg
Januar - März 2022Januar 2022Februar 2022März 2022Veränderung zum Vorjahreszeitraum
Januar - Märzdarunter
JanuarFebruarMärz
Mill. EUR%Mill. EUR%Mill. EUR%Mill. EUR%

*) Vorläufige Ergebnisse, Stand: Mai 2022; Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2019 (GP 2019).

Datenquelle: Außenhandelsstatistik.

Export insgesamt774,1100,0 292,4 100,0 346,9 100,0 134,7 100,0 −13,0+17,3+20,8−61,9
Maschinen171,822,2 62,2 21,3 81,8 23,6 27,7 20,6 −23,8+8,2+18,5−71,9
Pharmazeutische u.ä. Erzeugnisse82,010,6 17,8 6,1 38,5 11,1 25,7 19,1 +113,0+65,1+360,9+32,7
Kraftwagen und Kraftwagenteile222,328,7 100,1 34,2 105,6 30,4 16,6 12,3 −28,3+9,3−1,1−85,1
Chemische Erzeugnisse49,26,4 18,2 6,2 18,4 5,3 12,6 9,4 −4,5+29,6+9,1−38,9
Nahrungs- und Futtermittel24,53,2 6,1 2,1 8,2 2,4 10,2 7,5 +2,9+3,1−14,6+23,0
Metallerzeugnisse36,14,7 11,7 4,0 14,7 4,3 9,7 7,2 +13,3+28,3+39,9−20,9
Papier, Pappe und Waren daraus27,33,5 9,0 3,1 10,5 3,0 7,8 5,8 +18,7+20,0+49,5−8,0
Elektrische Ausrüstungen47,16,1 20,2 6,9 20,8 6,0 6,1 4,5 −27,0−1,7+2,3−74,1
Gummi- und Kunststoffwaren22,62,9 9,2 3,1 9,0 2,6 4,4 3,2 +4,0+37,1+31,7−46,4
Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse31,24,0 13,3 4,5 15,7 4,5 2,2 1,6 −29,8+9,7+10,1−87,8
Schaubild 2: Import Baden-Württembergs aus Russland im März 2022 nach den wichtigsten Gütergruppen
Schaubild 2: Import Baden-Württembergs aus Russland im März 2022 nach den wichtigsten Gütergruppen
Tabelle 2
Import Baden-Württembergs aus Russland von Januar bis März 2022
nach den wichtigsten Gütergruppen*)
Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2019 (GP 2019)Baden-Württemberg
Januar - MärzJanuarFebruarMärzVeränderung zum Vorjahreszeitraum
Januar - Märzdarunter
JanuarFebruarMärz
Mill. EUR%Mill. EUR%Mill. EUR%Mill. EUR%

*) Vorläufige Ergebnisse, Stand: Mai 2022; Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2019 (GP 2019).

Datenquelle: Außenhandelsstatistik.

Import insgesamt856,7100,0 356,3 100,0 250,3 100,0 250,1 100,0 +138,3+322,0+94,9+70,4
Metalle276,532,3 125,8 35,3 65,2 26,1 85,5 34,2 +153,2+342,4+85,8+87,2
Erdöl und Erdgas283,433,1 126,0 35,4 92,9 37,1 64,5 25,8 +134,9X +83,8−6,1
Kohle195,622,8 76,4 21,4 60,2 24,1 59,0 23,6 +200,3+96,0+213,0+752,9
Holz sowie Holz- und Korkwaren (ohne Möbel); Flecht- und Korbmacherwaren16,51,9 3,7 1,0 3,9 1,6 8,9 3,6 +102,2+29,4+46,7+237,6
Kraftwagen und Kraftwagenteile18,12,1 5,8 1,6 6,0 2,4 6,3 2,5 +48,4+135,6+26,0+26,8
Chemische Erzeugnisse10,01,2 3,1 0,9 2,9 1,2 4,0 1,6 +9,6+19,1+6,3+5,4
Maschinen7,70,9 2,1 0,6 2,1 0,8 3,5 1,4 −14,5+4,9−33,2−9,2
Nahrungs- und Futtermittel5,50,6 1,7 0,5 1,5 0,6 2,3 0,9 −17,2+17,9−42,1−11,4
Erze2,70,3 1,3 0,4 0,0 0,0 1,4 0,6 X X X
Metallerzeugnisse2,30,3 0,3 0,1 0,9 0,4 1,0 0,4 +81,9+1,2+85,2+137,9