:: 157/2022

Pressemitteilung 157/2022

Stuttgart,

Baden-Württemberg: Anlagevermögen bei 3,2 Billionen Euro

Modernitätsgrad über dem Bundesdurchschnitt

Am Jahresende 2019 belief sich das Bruttoanlagevermögen in Baden-Württemberg auf 3 178 Milliarden (Mrd.) Euro. Damit waren im Südwesten nach Angaben des Statistischen Landesamtes Anlagegüter mit einem Neuwert von annähernd 3,2 Billionen Euro für Produktionszwecke vorhanden. Preisbereinigt ist das Anlagevermögen im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 % gestiegen. Insgesamt stellte Baden-Württemberg 15,3 % des zum Jahresende 2019 in Deutschland vorhandenen Anlagevermögens.

Der Kapitalstock beziehungsweise das Anlagevermögen spielt als Produktionsfaktor eine wesentliche Rolle. In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen umfasst das Anlagevermögen Ausrüstungen (z. B. Fahrzeuge, Maschinen), sonstige Anlagen (wie Forschung und Entwicklung, Software) und Bauten (Wohn- und Nichtwohngebäude, sonstige Bauten wie z. B. Straßen). Mit 2 535 Mrd. Euro entfielen zum Jahresende 2019 rund 80 % des gesamten Bruttoanlagevermögens auf Bauten. Das Ausrüstungsvermögen (einschließlich sonstige Anlagen) betrug 643 Mrd. Euro (20 %).

Zusätzlich zum Bruttoanlagevermögen wird vom Arbeitskreis »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder« das Nettoanlagevermögen berechnet. Beim Nettokonzept werden die seit dem Investitionszeitpunkt aufgelaufenen Abschreibungen abgezogen, es spiegelt damit den Zeitwert des Anlagevermögens wider. Im Südwesten belief sich das Nettoanlagevermögen zu Wiederbeschaffungspreisen Ende des Jahres 2019 auf 1 762 Mrd. Euro.

Das Verhältnis von Netto- zu Bruttoanlagevermögen, der sogenannte Modernitätsgrad, gibt Aufschluss über den Alterungsprozess des Anlagevermögens und zeigt auf, wie viel Prozent des Vermögens noch nicht abgeschrieben sind. In Baden-Württemberg ging der Modernitätsgrad seit 1991 stetig zurück und lag 2019 bei 55,5 %. Dieser abnehmende Modernitätsgrad ist für alle Bundesländer zu beobachten. Allerdings lag der baden-württembergische Modernitätsgrad 2019 leicht über dem bundesdurchschnittlichen Wert von 55,0 % und war auch, wie in allen Jahren seit 1991, höher als der Durchschnitt der westdeutschen Länder (2019: Westdeutschland mit Berlin 54,5 %, Westdeutschland ohne Berlin 54,6 %).

Schaubild 1: Bruttoanlagevermögen zu Wiederbeschaffungspreisen in Baden-Württemberg 1991 bis 2019
Schaubild 1: Bruttoanlagevermögen zu Wiederbeschaffungspreisen in Baden-Württemberg 1991 bis 2019
Tabelle 1
Bruttoanlagevermögen und Modernitätsgrad in Baden-Württemberg 1991 bis 2019*)
JahrBruttoanlage­vermögen zu Wieder­beschaffungs­preisen Modernitätsgrad
Anlagen Ausrüstungen (einschl. sonstige Anlagen) BautenAnlagen Ausrüstungen
(einschl. sonstige Anlagen)
Bauten
Mrd. EUR%

*) Bruttoanlagevermögen, Bestand am Jahresende.

Berechnungsstand November 2021.

Datenquelle: Arbeitskreis »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder«.

19911.22831990864,555,167,8
19921.32733799164,254,867,4
19931.4063481.05863,853,967,0
19941.4593541.10563,352,966,6
19951.5113591.15362,752,066,0
19961.5343631.17162,151,365,5
19971.5583661.19261,650,864,9
19981.5833711.21261,150,664,3
19991.6043771.22760,750,763,7
20001.6453881.25760,451,163,2
20011.6813991.28260,151,362,8
20021.7084061.30259,751,362,3
20031.7334091.32459,351,261,8
20041.7784141.36359,051,261,3
20051.8164191.39658,651,260,8
20061.8784291.44958,451,660,4
20071.9994431.55658,252,159,9
20082.0934591.63458,052,559,5
20092.1444641.67957,652,259,1
20102.2004731.72757,252,158,6
20112.2874821.80557,052,458,3
20122.3824981.88556,852,757,9
20132.4715101.96156,652,957,6
20142.5565242.03256,353,157,2
20152.6385412.09756,153,356,9
20162.7215582.16355,953,656,5
20172.8465822.26455,754,256,1
20183.0126122.40055,654,855,8
20193.1786432.53555,555,255,5
Schaubild 2: Modernitätsgrad (Anlagen) nach Bundesländern und Deutschland 2019
Schaubild 2: Modernitätsgrad (Anlagen) nach Bundesländern und Deutschland 2019
Tabelle 2
Modernitätsgrad (Anlagen) nach Bundesländern und Deutschland 2019
Bundesland
Deutschland
Modernitätsgrad (Anlagen)
%

Berechnungsstand November 2021.

Datenquelle: Arbeitskreis »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder«.

Brandenburg60,7
Mecklenburg-Vorpommern58,8
Sachsen58,0
Thüringen58,0
Sachsen-Anhalt57,0
Bayern56,5
Baden-Württemberg55,5
Deutschland55,0
Rheinland-Pfalz54,8
Berlin54,5
Niedersachsen54,2
Hamburg54,1
Schleswig-Holstein53,9
Hessen53,7
Nordrhein-Westfalen52,7
Saarland51,3
Bremen49,8