:: 180/2022

Pressemitteilung 180/2022

Stuttgart,

»Corona-Jahr« 2021 in Baden-Württemberg: 2 500 Sterbefälle mehr als zu erwarten waren

Übersterblichkeit bei der männlichen Bevölkerung deutlich größer als bei der weiblichen

Im vergangenen Jahr sind rund 119 000 Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger gestorben. Damit hat deren Zahl einen neuen Höchststand seit Gründung des Landes im Jahr 1952 erreicht, so das Statistische Landesamt.

Verglichen mit dem Durchschnitt der »Vor-Corona-Jahre« 2016 bis 2019 gab es im Südwesten im Jahr 2021 etwa 11 000 Sterbefälle mehr. Diese Zunahme ist allerdings nicht nur auf eine gestiegene Sterblichkeit, sondern überwiegend auf die Alterung der Bevölkerung zurückzuführen – denn wegen der Altersstruktur der Bevölkerung erreichen immer mehr Menschen ein hohes Alter. Aufgrund dieses demografischen Effekts erhöhte sich die Sterbefallzahl um etwa 8 500.

Dagegen führte eine Erhöhung der Sterblichkeit zu knapp 2 500 mehr Sterbefällen im Jahr 2021 als bei einer unveränderten Sterblichkeit zu erwarten gewesen wären (vgl. methodische Hinweise). Rund 22 % der gestiegenen Sterbefallzahlen sind damit auf eine so genannte Übersterblichkeit zurückzuführen. Der Anteil dieser Sterbefälle an allen Sterbefällen lag bei 2,1 %.

Die Zunahme der Sterbefallzahl der männlichen Bevölkerung im Jahr 2021 gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 war deutlich größer als die der weiblichen Bevölkerung (+6 900 gegenüber +4 100). Noch größer war der geschlechtsspezifische Unterschied beim Anstieg der Sterbefallzahlen, die auf eine höhere Sterblichkeit zurückzuführen waren: Mit 1 800 Sterbefällen war der Effekt der Übersterblichkeit bei den Männern mehr als doppelt so hoch wie bei den Frauen (knapp 700 Sterbefälle).

Erwartungsgemäß zeigen sich deutliche Unterschiede für die einzelnen Altersgruppen: Bei den unter 50-Jährigen ist die Zahl der männlichen Sterbefälle praktisch konstant geblieben, die der Frauen sogar leicht zurückgegangen. Mit zunehmendem Alter – also in den Altersgruppen der 50- bis unter 60-Jährigen, der 60- bis unter 70-Jährigen und der 70- bis unter 80-Jährigen – ist die Sterbefallzahl stärker angestiegen; in der Altersgruppe der 80- bis unter 90-Jährigen ist die Sterblichkeit dagegen gesunken.

Der Frage, in welchem Umfang Corona oder aber andere Todesursachen zur festgestellten Veränderung der Gesamtsterblichkeit geführt haben, kann erst im Herbst nachgegangen werden, wenn die endgültigen Ergebnisse der Todesursachenstatistik für das Berichtsjahr 2021 vorliegen werden.

Tabelle 1
Veränderung der Zahl der Sterbefälle in Baden-Württemberg im Jahr 2021 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 nach Einflussfaktoren*)
Bevölkerung im Alter von … bis unter … JahrenSterbefälle
Durch­schnitt 2016–20192021Verän­derung insge­samtEffekt durch Ände­rung der Bevöl­kerungEffekt durch Übersterb­lichkeit
Anzahl

*) Ohne im Ausland Verstorbene.

Datenquelle: Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung

Bevölkerung insgesamt108.017119.018+11.001+8.536+2.464
unter 503.6463.434−212−151−61
50–606.1076.431+324+162+162
60–7011.71813.273+1.556+1.048+508
70–8023.20722.624−583−2.052+1.469
80–9040.58547.095+6.510+6.797−287
90 und älter22.75526.161+3.406+2.733+673
Männliche Bevölkerung52.99359.921+6.928+5.131+1.797
unter 502.3332.228−105−101−4
50–603.9094.192+283+114+170
60–707.4318.598+1.167+695+472
70–8013.63413.309−325−1.105+780
80–9019.20423.044+3.840+3.885−45
90 und älter6.4828.550+2.068+1.644+424
Weibliche Bevölkerung55.02459.097+4.073+3.406+667
unter 501.3131.206−107−50−57
50–602.1992.239+41+49−8
60–704.2864.675+389+353+36
70–809.5749.315−259−948+689
80–9021.38124.051+2.671+2.912−242
90 und älter16.27317.611+1.338+1.089+249