:: 191/2022

Pressemitteilung 191/2022

Stuttgart,

Konjunktur Südwest: Wirtschaftswachstum in Zeiten globaler Unsicherheit

Reales Bruttoinlandsprodukt in Baden-Württemberg dürfte im 1. Quartal 2022 um 5,2 % zum Vorjahr gestiegen sein

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen durch erste Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und den verschärften Corona-Maßnahmen in China, konnte die Südwestwirtschaft deutlich zulegen. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mitteilt, erhöhte sich ersten Berechnungen zufolge das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Baden-Württemberg im 1. Quartal 2022 um 5,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Hierbei muss beachtet werden, dass das Vergleichsquartal von den Auswirkungen der zweiten Welle der Corona-Pandemie betroffen war (Basiseffekt). Im Vergleich zum Vorquartal stieg das Bruttoinlandsprodukt in Baden-Württemberg saisonbereinigt um 1,5 %. Damit lag das Bruttoinlandsprodukt erstmals wieder über dem Vorkrisenniveau des 4. Quartals 2019.

Die realen Inlandsumsätze im Verarbeitenden Gewerbe stiegen im 1. Quartal 2022 saisonbereinigt um 1,9 % zum Vorquartal. Aktuell verfügbare Daten für die Monate April und Mai deuten für das 2. Quartal 2022 auf einen weiteren Zuwachs der Inlandserlöse der Industrie hin, wenn auch in einem geringeren Ausmaß (+0,6 %). Die realen Auslandsumsätze des Verarbeitenden Gewerbes entwickelten sich im 1. Quartal 2022 mit einem saisonbereinigten Rückgang von 0,6 % gegenüber dem Vorquartal negativ. Die Daten für April und Mai hingegen signalisieren einen Umsatzzuwachs von 3,0 % zum Vorquartal. Im Vorjahresvergleich stiegen die Auslandserlöse im 1. und im 2. Quartal an.

Auf dem Arbeitsmarkt entwickelte sich die Lage weiterhin positiv. Im 1. Quartal stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten saisonbereinigt um 0,6 % gegenüber dem Vorquartal. Gegenüber dem Vorjahresquartal erhöhte sich die Anzahl an Arbeitsplätzen um 1,8 %. Der Einsatz von konjunktureller Kurzarbeit konnte im 1. Quartal gegenüber dem Vorquartal um 6 % zurückgefahren werden. Zeitgleich zur steigenden Beschäftigung sank die Zahl der Arbeitslosen im 1. Quartal um 21,4 % unter den Vorjahreswert. Im 2. Quartal sanken die Arbeitslosenzahlen durch die Erfassung ukrainischer Geflüchteter etwas weniger stark. Im Juni war die Arbeitslosigkeit dennoch um 11,2 % niedriger als im Vorjahr.

Die weltpolitischen Unsicherheiten beeinflussten vor allem die Inflation. Die Gesamtteuerung lag im 1. Quartal 2022 bei 5,2 %. Im Folgequartal erhöhten sich die Verbraucherpreise um 7,2 % gegenüber dem Vorjahr. Preissteigernd waren insbesondere die Heizöl- und Kraftstoffpreise.

Schaubild 1: Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts in Baden-Württemberg seit dem ersten Quartal 2015
Schaubild 1: Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts in Baden-Württemberg seit dem ersten Quartal 2015
Tabelle 1
Wirtschaftswachstum in Baden-Württemberg seit dem ersten Quartal 2015
Jahr
Quartal
BIP-Kettenindex (real)
Originalwerte (2015=100)Saison- und arbeitstäglich bereinigt
Jahr
Quartal
Wachstum zum Vorjahres­quartal
in %
gleitende Jahreswachs­tumsrate
in %
QuartalBIP-Wachstum gegenüber Vorquartal

Datenquellen: VGRdL, Destatis, eigene Berechnungen.

2015100,02,52,5xx
I97,12,52,199,30,5
II98,73,32,6100,10,9
III100,72,22,7100,1−0,1
IV103,62,22,5100,0−0,1
2016101,11,11,1xx
I97,60,52,1100,30,3
II100,51,81,7100,2
III101,71,01,4101,21,0
IV104,50,91,1101,90,7
2017104,73,63,6xx
I102,14,62,0103,11,1
II103,22,72,3104,61,5
III105,13,42,9105,50,9
IV108,53,83,6106,81,3
2018107,02,22,2xx
I105,23,13,3107,10,3
II106,53,23,4107,60,5
III107,01,83,0107,3−0,3
IV109,40,92,2107,1−0,2
2019106,8-0,2−0,2xx
I105,90,71,6107,70,5
II104,9−1,50,5107,0−0,7
III107,70,60,2107,40,4
IV108,7−0,6−0,2106,1−1,2
2020101,1-5,4−5,4xx
I103,3−2,5−1,0104,8−1,2
II90,6−13,7−4,092,5−11,7
III102,8−4,5−5,3102,811,1
IV107,5−1,1−5,4102,90,2
2021104,53,43,4xx
I100,5−2,7−5,5102,7−0,2
II102,613,30,8103,81,1
III104,31,42,3104,50,6
IV110,42,73,4105,91,3
2022xx
I105,85,25,4107,41,5
II
III
IV