:: 226/2022

Statistisches Monatsheft August 2022

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Forschungs- und Entwicklungs-Intensität ist die bedeutendste Kennzahl zur Messung der Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung eines Landes. Bei dieser Kennzahl werden die Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf das nominale Bruttoinlandsprodukt einer Region bezogen. Investitionen in Forschung und Entwicklung wirken sich positiv auf das Wirtschaftswachstum, die Beschäftigungsentwicklung und den Wohlstand einer Gesellschaft aus. Baden-Württemberg ist eine der führenden Forschungsregionen in Europa und belegt seit Jahren im Forschungsvergleich der EU-Regionen den Spitzenplatz. Aktuell werden 5,8 % des nominalen Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung investiert, dies entspricht mehr als einem Viertel der gesamtdeutschen Investitionen in diesem Bereich. Auch im internationalen Vergleich befindet sich der Südwesten im Spitzenfeld. Aktuelle Zahlen aus den Berichtsjahren 2019 und 2020 zeigen auch, dass der Aufholprozess im Forschungswettbewerb in Nationen wie den USA, China oder Südkorea rasch voranschreitet. Mehr zu den Ergebnissen lesen Sie im fünften Teil der Veröffentlichungsreihe zu Forschung und Entwicklung von Ruth Einwiller.

Ich wünsche Ihnen viele neue Erkenntnisse für Ihre Arbeit.

Dr. Anke Rigbers, Präsidentin

Forschung und Entwicklung – Teil 5

Baden-Württemberg im internationalen Vergleich

Baden-Württemberg belegt seit Jahren im Forschungsvergleich der EU-Regionen den Spitzenplatz, aktuell werden 5,8 % des nominalen Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung (FuE) investiert. Und auch im internationalen Vergleich liegt der Südwesten mit dieser hohen FuE-Intensität auf einem Platz im Spitzenfeld. Das hervorragende Abschneiden von Baden-Württemberg beim Vergleich mit den führenden Forschungsnationen USA, China und Japan wird allerdings durch den Umstand begünstigt, dass hier eine relativ kleine Region – gemessen an der Bevölkerungszahl – mit großen Nationalstaaten verglichen wird. Wie in Deutschland, gibt es jedoch auch innerhalb dieser Staaten einzelne Regionen, die bei der Kennzahl FuE-Intensität ebenfalls weit über dem nationalen Durchschnittswert liegen. Vergleicht man Baden-Württemberg mit den 50 Bundesstaaten in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), so weisen inzwischen vier dieser Staaten eine höhere FuE-Intensität auf. Besonders beeindruckend und dynamisch ist hier die Entwicklung in Kalifornien. Dynamischer als in den USA insgesamt verläuft der Ausbau der Forschungsaktivitäten in China und Südkorea. Der Aufholprozess dieser Länder im Forschungswettbewerb schreitet rasch voran und wirft Fragen auf: Wann übernimmt China im weltweiten Forschungsvergleich bei den FuE-Investitionen den internationalen Spitzenplatz und wie behauptet sich Baden-Württemberg in diesem Umfeld? Im nachfolgenden fünften Teil dieser Veröffentlichungsreihe werden diese Fragen untersucht, aber auch die FuE-Aktivitäten in ausgewählten amerikanischen Bundesstaaten sowie in den 27 Mitgliedsländern der Europäischen Union betrachtet.

Zahl der Rauchenden in Baden-Württemberg geht weiter zurück

Baden-Württemberg im internationalen Vergleich

Die Reduktion des Tabakkonsums der Bevölkerung ist ein Ziel der europäischen Strategie für eine nachhaltige Entwicklung. Seit den frühen 2000er-Jahren wurden europaweit – wenn auch mit ganz unterschiedlicher Intensität – von der Politik Maßnahmen ergriffen um dieses Ziel zu erreichen. Dieser Artikel beschreibt die Fortschritte zur Erreichung dieses Ziels. Nach einer einführenden Betrachtung der Situation in den Ländern Europas geht er vertieft auf die Situation in Baden-Württemberg ein. Dazu werden die Daten des im Mikrozensus alle 4 Jahre erhobenen Gesundheitsmoduls für einen Zeitraum von einem viertel Jahrhundert ausgewertet. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass ein stabiler Trend zu rückläufigen Anteilen an Rauchenden seit den frühen 2000er-Jahren erkennbar ist. Da immer weniger junge Menschen mit dem Rauchen beginnen, lässt sich für die Zukunft eine Verfestigung und evtl. noch eine Verstärkung dieses Trends erwarten.

Die Lehrkräftekollegien der allgemeinbildenden Schulen sind jünger geworden

Die Lehrkräfte öffentlicher allgemeinbildender Schulen aus der Perspektive der Statistik

Das Durchschnittsalter der Lehrkräftekollegien an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Am stärksten machte sich dies bei den Realschulen bemerkbar. Im Schuljahr 2005/06 war dort die Hälfte der Lehrkräfte bereits 52 Jahre alt oder älter. Im Schuljahr 2021/22 lag dieser Mittelwert 11 Jahre niedriger. Die jüngste Lehrerschaft wiesen 2021/22 die Gemeinschaftsschulen auf. Dort war die Hälfte der Lehrkräfte 40 Jahre alt oder jünger. Die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) hatten dagegen mit gut 24 % den größten Anteil an Lehrkräften, die das 55. Lebensjahr bereits vollendet hatten. Zum Schuljahr 2021/22 sind 3 336 Lehrkräfte neu eingestellt worden, die meisten davon an den Grundschulen und Werkreal- und Hauptschulen.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Entwicklung der Industriestruktur Baden-Württembergs im Jahr 2021

Auch im Jahr 2021 waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Verarbeitende Gewerbe Baden-Württembergs noch zu spüren. Anfängliche Aufholeffekte, begünstigt durch eine gute Auftragslage, wurden von einem zunehmend schwierigen Geschäftsumfeld, geprägt durch Lieferengpässe und steigende Preise, gebremst. Die Produktion und Umsätze blieben deutlich hinter den Potenzialen der hohen Auftragseingänge zurück und resultierten für das Jahr 2021 insgesamt in einer gebremsten aber positiven Entwicklung. Grundlegende strukturelle Veränderungen haben sich aus dem konjunkturellen Einbruch bisher nicht ergeben. Langfristige Trends wie die Zunahme der Exporttätigkeit wurden im Jahr 2020 nur kurzfristig unterbrochen. Eine mögliche Abkehr von der Exportausrichtung der Südwestindustrie als Reaktion auf die Störung der globalen Lieferketten, war mit einem neuen Höchstwert bei der Ausfuhr im Jahr 2021 nicht erkennbar. Für die Aufholeffekte der Südwestindustrie war insbesondere das Auslandsgeschäft von großer Bedeutung, was sich in dem deutlichen Anstieg der Exportquote widerspiegelte. Beeinflusst wurde dieser Trend im Wesentlichen durch Großbetriebe, die gemessen am Umsatz ihre Bedeutung in der Südwestindustrie weiter ausbauen konnten. Von den Aufholeffekten konnten 2021 nicht alle Branchen der Südwestindustrie gleichermaßen profitieren. So zeigte sich bei den nominalen Umsatzzuwächsen gegenüber dem Vorjahr 2020 eine breite Streuung sowohl auf Branchenebene als auch in der regionalen Betrachtung.

Vier baden-württembergische Städte unter den ersten zwölf im wirtschaftsorientierten Städteranking 2021

Städte sind Wohn- und Lebensräume für zahlreiche Menschen, ebenso Wirtschaftsräume mit vielen Betrieben, Institutionen und Organisationen. 2020 wohnten in den 80 größten deutschen Städten mit mehr als 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern über 26,6 Millionen (Mill.) Menschen und damit fast ein Drittel der Bevölkerung, gleichzeitig arbeiteten dort fast 17,7 Mill. Personen und damit etwa zwei Fünftel aller Erwerbstätigen. Große Städte sind somit Garanten für die Schaffung materiellen Wohlstands, überdies wirtschaftliche Zentren mit Ausstrahlung auf umliegende Regionen und – vor allem mit ihren Hochschulen und Forschungseinrichtungen – wichtige Impulsgeber für Innovationen unterschiedlicher Art. Dabei stehen Städte in einem ständigen Wettbewerb um die Aufrechterhaltung bzw. Verbesserung ihrer Wirtschafts- und Innovationskraft, ihrer Attraktivität als Wohn- und Arbeitsort sowie ihrer Anziehungskraft für Kunden und Touristen. Diese umfassende Konkurrenzsituation wird durch die aktuellen Herausforderungen der digitalen, technologischen und ökologischen Transformation erheblich verschärft. Deshalb müssen die Städte mehr denn je ihre eigene Situation hinterfragen und sich einem Vergleich mit anderen Städten und Regionen stellen.

In diesem Kontext gewinnen wirtschaftsorientierte Städterankings an Bedeutung. Die bedeutendste Untersuchung dieser Art ist ein regelmäßig vom Unternehmensberater IW Consult in Kooperation mit der Wirtschaftswoche und ImmoScout 24 zusammengestelltes Indikatorenset, das in den Medien große Aufmerksamkeit findet. Im Einzelnen werden für 71 große Städte (mit jeweils mehr als 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern) in einem Niveauranking die sozioökonomischen Strukturen anhand von 51 Indikatoren zu Wirtschaftskraft, Beschäftigung, Lebensqualität und Immobilienmarkt ausgewertet.

Karte des Monats: Aufkommen an Haushaltsabfällen in den Bundesländern Deutschlands 2020

Mit der Karte des Monats werden regelmäßig besondere Themen kartografisch aufgegriffen.

Diese und viele weitere Karten stehen für Sie zum kostenlosen Download bereit oder können auf Wunsch auch als Poster in verschiedenen Größen bestellt werden.

Darüber hinaus bieten wir mit unserem interaktiven Kartenangebot auch die Möglichkeit, Karten verschiedener Themen der amtlichen Statistik nach eigenem Bedarf zusammenzustellen. Die interaktiven Karten greifen auf einen umfangreichen Datenpool für kartografische Analysen zurück. Sie sind ebenso in verschiedenen Dateiformaten zum kostenlosen Download verfügbar.

Gerne erstellen wir für Sie auch Karten auf Wunsch. Dazu steht uns das gesamte Datenangebot des Landesinformationssystems zur Verfügung. Wenden Sie sich für Ihre Bestellung oder weiterführende Informationen telefonisch oder per Mail an uns.