:: 288/2022

Pressemitteilung 288/2022

Stuttgart,

Konjunktur Südwest – Wirtschaftswachstum mit unsicheren Aussichten

Reales Bruttoinlandsprodukt steigt nach erster Schätzung saison- und arbeitstäglich bereinigt um 0,8 % zum Vorquartal

Trotz steigender Inflation, zunehmender Unwägbarkeiten durch den Ukraine-Krieg, fortlaufend gestörte Lieferketten und den weiterhin merkbaren Folgen durch die Corona-Pandemie, konnte die Südwestwirtschaft im 2. Quartal 2022 zulegen. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mitteilt, verzeichnete das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Baden-Württemberg nach erster vorläufiger Schätzung für das 2. Quartal einen Anstieg von 4,5 % zum Vorjahresquartal und ein saisonbereinigtes Wachstum von 0,8 % gegenüber dem Vorquartal. Die im Rahmen des disruptiven Umfelds berechneten Ergebnisse dürften diesmal allerdings größere Unsicherheiten aufweisen.

Die realen Inlandsumsätze im Verarbeitenden Gewerbe stiegen im 2. Quartal 2022 saison- und arbeitstäglich bereinigt um 0,1 % zum Vorquartal an. Aktuell verfügbare Daten für die Monate Juli und August deuten für das 3. Quartal 2022 auf ein schwaches Minus der Inlandserlöse der Industrie hin. Die realen Auslandsumsätze des Verarbeitenden Gewerbes lagen im 2. Quartal 2022 mit einem saison- und arbeitstäglich bereinigten Anstieg von 4,3 % gegenüber dem Vorquartal im Plus. Die vorliegenden Daten für das 3. Quartal signalisieren einen weiteren, wenn auch schwächeren Umsatzzuwachs zum Vorquartal.

Auf dem Arbeitsmarkt blieb die Lage weiterhin stabil. Im 2. Quartal 2022 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten saisonbereinigt um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal. Die Zahl der von konjunktureller Kurzarbeit betroffenen Personen halbierte sich im 2. Quartal gegenüber dem Vorquartal. Die weltpolitischen Unsicherheiten trieben vor allem die Inflation. Die Gesamtteuerung lag im 2. Quartal 2022 bei 7,2 %. Preissteigernd waren insbesondere die Heizöl- und Kraftstoffpreise mit einem Preisanstieg von 74,5 % bzw. 34,7 % zum Vorjahr. Im 3. Quartal erhöhten sich die Verbraucherpreise weiter. Hier lag die Inflationsrate bei 8 %.

Schaubild 1: Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Baden-Württemberg seit dem zweiten Quartal 2017
Schaubild 1: Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Baden-Württemberg seit dem zweiten Quartal 2017