Aktionsplan »Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg«
Zielsetzung
- Bestehende Diskriminierungsbereiche von LSBTTIQ-Menschen aufdecken und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen
- Bereits laufende Aktivitäten und Initiativen für mehr Gleichstellung besser bekannt machen
- Benachteiligungen durch weitere koordinierte Maßnahmen gezielt abbauen
- Dialog zwischen Verwaltung, Politik, Community und Praxis fördern
- Erstellung des Aktionsplans »Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg«
Laufzeit
Mai 2013 – März 2015
Zielgruppen
Landesministerien, Kommunen, Bildungseinrichtungen, soziale und kulturelle Einrichtungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen, relevante gesellschaftliche Akteure wie Vereine, Kirchen, Verbände, Wissenschaft und Forschung sowie alle Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs.
Hintergrund
Der Koalitionsvertrag der grün-roten Landesregierung gab vor, dass in einem landesweiten Aktionsplan »Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg« Konzepte entwickelt werde, um Diskriminierungen von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen (LSBTTIQ) abzubauen und Baden-Württemberg zum Vorreiter für Offenheit und Vielfalt zu machen.
Der Prozess zur Ausarbeitung des Aktionsplans wurde von der FamilienForschung Baden-Württemberg des Statistischen Landesamts koordiniert und begleitet.
Umsetzung
Um die Akzeptanz sexueller Vielfalt und geschlechtlicher Identität zu erhöhen und bestehende Benachteiligungen abzubauen, bedarf es zunächst einer systematischen Analyse der Ausgangssituation. In dieser wurden u.a. die wesentlichen wissenschaftlichen Daten zur Lebenssituation von LSBTTIQ zusammengestellt und ausgewertet.
Herzstück des Prozesses war die Beteiligungsphase von November 2013 bis Februar 2014. Den Auftakt machte Stuttgart am 20. 11. 2013. Weitere Beteiligungsworkshops folgten am 17. 1. 2014 in Ulm, am 23. 1. 2014 in Freiburg und 8. 2. 2014 in Mannheim. Auf diesen Beteiligungsworkshops erarbeiteten LSBTTIQ-Menschen gemeinsam mit Vertreter/innen der Landesministerien, Kommunen, relevanten gesellschaftlichen Akteuren und interessierten Bürger/innen Hauptdiskriminierungsbereiche, Maßnahmen zur Beseitigung und notwendige Veränderungen. Diese Ergebnisse floßen dann in den Aktionsplan ein.
Abgeleitet aus den Erkenntnissen wurde in der nächsten Phase der Aktionsplan »Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg« entwickelt und abgestimmt. Dieser wurde anschließend der Landesregierung zur Beschlussfassung vorgelegt.
Der gesamte Prozess zur Erstellung des Aktionsplans »Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg« wurde durch einen Beirat begleitet. Im Beirat vertreten waren die Landesministerien, alle vier im Landtag vertretenen Fraktionen, 12 Vertretungen des landesweiten Netzwerks LSBTTIQ, die Kommunalen Landesverbände, die LIGA der freien Wohlfahrtspflege, die Aidshilfe Baden-Württemberg und das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg.
Weiterentwicklung 2024
Ab 2024 erfolgt eine Weiterentwicklung des Aktionsplans, um die geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in allen Lebensbereichen zu stärken, ob im ländlichen Raum, in Bildung und Wissenschaft, in der Jugendarbeit, im Gesundheits- und Pflegesektor oder in der Arbeitswelt. In diesem Zusammenhang wurden 2024 die Ergebnisse der Onlinebefragung Bunt & Stark veröffentlicht. Die FaFo führte am 20. September 2024 einen Beteiligungsworkshop durch, um gemeinsam mit der Community, den Vereinen und Verbänden, der Politik und Verwaltung konkrete Ziele und Maßnahmen zu erarbeiten.